Blue Stars/FIFA Youth Cup 2019

30 - 31 Mai

Blue Stars/FIFA Youth Cup 2015

Vogel: "Fussballer wollen sich immer mit anderen messen"

© Getty Images

Der FC Bayern München zählt zu den besten Vereinen der Welt. Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Thomas Müller sind nur eine kleine Auswahl der Spieler im Kader des aktuellen Double-Champions, die es aus der eigenen Jugend in die Profi-Mannschaft geschafft haben.

Auch in der U-19 des deutschen Rekordmeisters stehen vielversprechende Talente und Namen, die sich beim renommierten Blue Stars/FIFA Youth Cup 2014 in Zürich beweisen sollten und schlussendlich Platz acht von zehn Teams belegten.

Betreut wird der Münchner Nachwuchs von Heiko Vogel, der von 2009 bis 2012 den FC Basel trainierte - zuerst als Assistent von Thorsten Fink, dann ab 2011 als Chefcoach.

FIFA.com sprach exklusiv mit dem Schweizer Trainer des Jahres 2012 über seine Rückkehr in die Alpen-Nation, über die unterschiedliche Talentförderung in Deutschland und der Schweiz sowie über seine Ziele in der Arbeit mit jungen Spielern.

Welchen Status hat dieser Wettbewerb in der internationalen Fussballwelt und Talentförderung?Die Jungs sammeln schöne Erlebnisse und schnuppern internationales Flair. Und in der physischen Zusatzbelastung sehe ich überhaupt kein Problem. Schließlich kann ich das steuern.

Wie wichtig sind internationale Vergleiche in diesem Alter?Fussballer wollen sich immer mit anderen messen - ob im Training oder im Spiel. Das liegt in der Natur der Spieler und ist unabhängig vom Alter. Wenn sich dann die Möglichkeit ergibt, internationale Vergleiche auf höchster Ebene zu spielen, nehmen wir das gerne an. 

Welche Beziehung haben Sie persönlich zum Blue Stars/FIFA Youth Cup?Während meiner Zeit in der Schweiz habe ich vernommen, dass dieses Turnier wohl zu den renommiertesten gehört. Ich freue mich auf die persönlich erste Teilnahme.

Worin liegen die Hauptaufgaben bei der Arbeit mit einer U-19-Mannschaft? Und was ist der Unterschied zur Arbeit mit einem Profi-Team?Im Profi-Bereich wird man vordergründig an den Ergebnissen gemessen. Man muss eine Mannschaft bei Laune halten können und deren Charaktere im Team moderieren. Im Juniorenbereich ist die Entwicklung der Spieler vorrangig. Die Wissensvermittlung ist dabei von großer Bedeutung.

Würden Sie in einigen Jahren gerne auch wieder in den Herrenbereich wechseln? Oder wollen Sie im Jugendbereich bleiben?Ich habe immer gesagt, dass die Aufgabe für mich das Wesentliche ist. Ich als Trainer identifiziere mich mit einer offensiv ausgerichteten Philosophie. Ich habe mich ganz bewusst für den Nachwuchs beim FC Bayern entschieden, weil ich mich hier als Trainer voll ausleben und meine Art von Fussball spielen lassen kann. Das Umfeld hier ist absolut professionell und ambitioniert - was kann es zur Zeit Besseres geben!

Welche Philosophie verfolgt der FC Bayern in der Talentförderung?Zum einen geht es uns natürlich um die Ausbildung als Fussballer, das heißt taktische und technische Elemente entwickeln. Zum anderen legen wir hier auch großen Wert auf die charakterliche und die schulische Ausbildung unserer Nachwuchsspieler. Beides steht nicht im Widerspruch zueinander, sondern bedingen sich viel mehr. Das Ganze steht vor dem Hintergrund des "Mia san Mia"- Gefühls [Leitspruch des FC Bayern: "Wir sind Wir"]. Identifikation und Tradition sollten keine nebensächliche Rolle im Nachwuchs spielen.

Wie beurteilen Sie die Talentförderung in Deutschland im Allgemeinen?Deutschland leistet eine hervorragende Jugendarbeit, keine Frage. Aber ich habe auch in der Schweiz die Ausbildung kennengelernt und muss sagen, die ist völlig konzeptionell durchdacht und in sich logisch. Ich habe in diesem Punkt ohnehin einen anderen Ansatz. Ich glaube, dass jede Nation ihre spezielle Ausbildungskultur hat. Absolut führend ist für mich nicht Deutschland, sondern Spanien. Sie sind im Gegensatz zu uns in ihrer Sicht auf den Fussball einheitlicher. In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Spiel-Philosophien. Die Konterspezialisten, die Defensivspezialisten oder die Ballbesitzspezialisten. In Spanien ist dagegen das Tiki-Taka stilprägend. Ob das jetzt Athletic Bilbao ist, Real Madrid, San Sebastian oder eben der FC Barcelona. Sie alle pflegen dieses Kurzpassspiel. Das ist in ihrer Fussball-Kultur fest verankert.

Worin liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Talentförderung in der Schweiz und in Deutschland?Der wesentliche Unterschied bei der Talentförderung liegt in der Einwohnerzahl beider Länder und somit in der Menge an talentierten Spielern. Schweizer Fussball-Talente erhalten deshalb mehr Pflege und Geduld, wo im Gegensatz dazu das deutsche Talent darwinistisch beeinflusster Voraussetzungen ausgesetzt ist. Letztendlich gibt es aber nur günstige Konstellationen, die dann erfolgreiche Dynastien entstehen lassen.

Sie waren lange Zeit in der Schweiz beim FC Basel tätig. Freuen Sie sich auf die Rückkehr?Definitiv! Ich hatte mehr als drei tolle Jahre beim FC Basel und darüber hinaus ist die Schweiz ein sehr schönes Land.

Was vermissen Sie aus der Schweiz?Die Schoki [lacht]!

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