FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Zweiter Titel für Südamerika?

Ab dem kommenden 9. Juni werden die südamerikanischen Vertreter alles daran setzen, der Negativserie in Europa ein Ende zu setzen. Bisher konnten lediglich die Brasilianer um Vincente Feola 1958 in Schweden als einziges südamerikanisches Team den Titel auf dem Alten Kontinent gewinnen. Natürlich hat sich inzwischen bereits viel geändert und betrachtet man die Ergebnisse vom FIFA Konföderationen-Pokal Deutschland 2005, dann wird deutlich, dass die südamerikanischen Mannschaften durchaus mit guten Titelchancen nach Europa reisen.

Waren es beim FIFA-Weltpokal France '98™ noch fünf Mannschaften, so sind es jetzt derer vier, die dem Erfolg der Mannschaft um Pelé nacheifern. Argentinien , Brasilien , Ecuador und Paraguay machen sich Hoffnungen und träumen vom Titel.

Trendwende in Deutschland 2005

Seit einigen Jahren schwinden anscheinend die Anpassungsschwierigkeiten der Südamerikaner in Europa. Dies ist vor allem den vielen südamerikanischen Fussballtalenten zu verdanken, die den Sprung über den Großen Teich machen und für Klubs in Europa spielen. Hierfür spricht u. a., dass bei den vergangenen beiden Turnieren in Europa mit Argentinien und Brasilien in Italien 1990 sowie 1998 in Frankreich jeweils eine südamerikanische Mannschaft das Finale erreichte.

Und die Zahlen sprechen für sich. In der von José Pekerman trainierten argentinischen Nationalmannschaft ist Torhüter Roberto Abbondazieri beispielsweise der einzige Spieler, der in der Heimat spielt. Die zehn Stamm-Feldspieler sind in Europa aktiv.

Der argentinische Kapitän Juan Pablo Sorin zählt zu den Spielern, die bereits vor Jahren nach Europa gingen. Gegenüber FIFAworldcup.com betonte er dann auch: "Ich glaube, dass es immer von Vorteil ist, wenn man dort spielt, wo man sich entwickelt. Nicht nur weil man dann seine Familie in der Nähe hat, sondern weil es die Anpassung der gesamten Mannschaft erleichtert. Und das trifft jetzt noch mehr zu als in Japan." Man kann das durchaus so stehen lassen, wenn man bedenkt, dass sich in Deutschland im letzten Finale des FIFA Konföderationen-Pokal Argentinien und Brasilien gegenüberstanden und dabei Mannschaften wie Mexiko, Deutschland und Griechenland hinter sich ließen. "Brasilien steht eine Stufe über allen anderen Mannschaften. Unter den nachfolgenden Teams befinden bereits einige europäische Mannschaften wie Deutschland, Italien und England", fügte er hinzu.

Aber nicht nur die ewigen Rivalen verteidigen die Ehre ihres Kontinents. Die immer schwer zu spielenden Paraguayer unter der Leitung von Aníbal Ruiz sowie die inzwischen erfahrenen Ecuadorianer von Luis Fernando Suárez werden ihrerseits ebenfalls versuchen, in den Titelkampf einzugreifen. "Wir reisen mit einer Mannschaft an, die für große Überraschungen sorgen will. Wir wohnen zwar nicht in einem 5-Sterne-Hotel und gönnen uns auch sonst keinen besonderen Luxus, aber wir wissen um unser Potenzial und glauben, dass wir besser als bei vorangegangen Weltmeisterschaften abschneiden können", erklärte Ruiz, dessen Mannschaft bereits in der Gruppenphase mit England und Schweden zwei europäische Topmannschaften aus dem Weg räumen muss.

Absolutes Selbstvertrauen

Ein anderer Experte für die Analyse dieses Phänomens ist der Brasilianer Luiz Felipe Scolari, der 2002 in Korea/Japan mit Brasilien den Titel holte und jetzt mit Portugal darauf hofft, den Erfolg zu wiederholen: "Tatsächlich taten sich südamerikanische Mannschaften immer schwer in Europa, aber ich glaube nicht, dass es dafür spezifische Gründe gab. Und obwohl das Turnier für Argentinien und Brasilien nicht einfach werden wird, haben diese beiden Mannschaften doch große Chancen, ganz vorn mitzumischen. Für Portugal dürfte es somit nicht einfacher werden, den Titel zu holen."

In Bezug auf Brasilien muss man sich nur eine Umfrage der Tageszeitung Lance! ansehen, um einen Einblick in die Gefühlswelt der Brasilianer zu gewinnen: 80% sind der Überzeugung, dass die Mannschaft von Carlos Parreira den Erfolg von 2002 wiederholen wird. Das ist durchaus verständlich nach den Aussagen von Mario Zagallo, der 1958 Weltmeister wurde und heute zum Trainerstab gehört: "Wie Brasilien in Deutschland abschneidet? Ich bin überzeugt, dass wir unseren sechsten Titel holen."

Ein weiterer Verfechter der südamerikanischen Dominanz bei der Weltmeisterschaft in Deutschland, ist der argentinische Generalsekretär der CONMEBOL Eduardo Deluca: "Natürlich darf man den Heimvorteil nie unterschätzen, aber ich glaube nicht, dass das auf Deutschland zutrifft. Wie nie zuvor werden sich die südamerikanischen Mannschaften in Europa zu Hause fühlen. Das liegt nicht nur an der Vielzahl der Spieler, die jede Woche in Europa auf dem Platz stehen, sondern am enormen Zustrom von Südamerikanern nach Europa in den letzten Jahren und ebenfalls in die Stadien kommen werden. Eine unserer Mannschaften wird das Finale erreichen."