FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Zwei Premieren und 24 Jahre schlechte Erinnerungen

Argentina celebrate
© Getty Images

Die Argentinier konnten endlich einen Schlusspunkt hinter fast zweieinhalb Jahrzehnte der Frustration setzen. 24 Jahre nach ihrem letzten Halbfinaleinzug 1990 in Italien gehören sie endlich wieder zu den besten Vier einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™- außerdem hat Gonzalo Higuaín seinen Torriecher wiedergefunden. Der Angreifer des SSC Neapel hätte sich für seinen ersten Treffer bei der WM 2014 in Brasilien keine bessere Gelegenheit aussuchen können. Und wo wir schon bei Premieren sind, so war dies nicht die einzige an diesem unglaublichen Fussballnachmittag in Brasília.

In Argentinien war bereits Kritik laut geworden. Schließlich ist ein Stürmer in erster Linie zum Toreschießen da, und nachdem er bei der WM 2010 vier Treffer erzielt hatte, war ihm in Brasilien bislang noch kein einziger gelungen. Vier Partien ohne Zählbares hatte er hinter sich, als er das Leder in der siebten Minute des Viertelfinales mit einem schönen Rechtsschuss im Kasten unterbrachte. Dies war gleichzeitig der spielentscheidende Treffer, der Tausende von Albiceleste-Fans im Estádio Nacional Mané Garrincha in einen Freudentaumel versetzte.

"Ich war nicht wirklich verzweifelt auf der Jagd nach einem Tor, weil ich wusste, dass ich früher oder später treffen würde. Natürlich bin ich sehr glücklich, vor allem aufgrund der historischen Bedeutung, die der Treffer für Argentinien hat", so Higuaín, der dieses Mal in der Mixed Zone des Estádio Nacional in Brasília sogar Lionel Messi übertraf und der beliebteste Interview-Partner der Pressevertreter war.  

Der Grund dafür war natürlich das Ende seiner Torflaute. "Vom ersten Tag an wurde ich gefragt, wann ich nun endlich treffen würde, und ich habe immer dasselbe geantwortet: 'Ich arbeite darauf hin.' Meine Situation war nicht einfach, fast wäre ich nicht mit zur WM gefahren, aber glücklicherweise ist alles gut gelaufen und ich habe jetzt auch ein Tor erzielt", meint er erleichtert. Er bezieht sich dabei auf die Verletzung, die er sich zum Saisonende in den Reihen von Neapel zugezogen hatte und die für ihn fast das WM-Aus bedeutet hätte.

Pech für Dí María, Glück für Pérez
In die Erleichterung über den Treffer von Higuaín und die Freude über den Halbfinal-Einzug mischte sich am Ende der Begegnung die Sorge um Ángel Di María, der noch während der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.

Trainer Alejandro Sabella entschloss sich, einen neuen Spieler auf der Position des Rechtsaußen von Real Madrid einzusetzen. Er setzte auf Enzo Pérez, der so zu seinem ersten Einsatz bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ kam.

"Ich hatte das Glück, hier zu meinem Debüt zu kommen, und das auch noch in einem so entscheidenden Augenblick und in einer so schwierigen Situation. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, es ist unglaublich. Das ist ein riesiges Glücksgefühl! Aber natürlich tut es mir auch leid, dass Di María sich verletzt hat. Hoffen wir einmal, dass es nichts Schlimmes ist", so der Mittelfeldspieler von Benfica Lissabon im Gespräch mit FIFA.com.

Ein Vierteljahrhundert der Erinnerungen
"Damit wird ein Traum zur Realität. Wir haben so lange nicht mehr im Halbfinale einer WM gestanden. Diese Mannschaft hat unglaublich gekämpft, um so weit zu kommen, und ich bin stolz darauf, Teil dieses tollen Teams zu sein, auch wenn ich bisher nur wenig gespielt habe." Auf Pérez' Gesicht hat sich ein Strahlen breitgemacht. Bei vielen seiner Teamkameraden ruft der aktuelle Erfolg Erinnerungen an die WM 1990 wach, bei der Argentinien ins Finale einzog. Obwohl er selbst damals gerade einmal vier Jahre alt war, kann auch er noch mit einigen Details aufwarten.

"Ich erinnere mich an sehr wenig. Ich war noch sehr klein, aber ich habe eine vage Erinnerung an die Partystimmung zu Hause bei jedem Argentinien-Spiel. Und ich meine wirklich, mich noch an den Treffer von Caniggia gegen Brasilien erinnern zu können [im Achtelfinale]", meint der Mittelfeldspieler lächelnd und hofft, dass er mit seinem Team 24 Jahre später an diesen Erfolg anknüpfen kann.   

"Meine gesamte Familie hat mir immer von diesen Weltmeisterschaften erzählt - 1986 und 1990 - und jetzt schaue ich mir die WM nicht mehr im Fernsehen an, sondern bin selbst dabei. Es ist einfach unglaublich, zu dieser Mannschaft zu gehören, und ich möchte unbedingt ins Maracanã kommen." Enzo und alle anderen Argentinier wünschen sich, dass die WM 2014 der Ausgangspunkt für neue Erinnerungen wird.

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