FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Zwei Generationen, ein Traum

© Getty Images

Als er mitten in der CONCACAF-Qualifikation das Ruder der mexikanischen Nationalelf übernahm, sah Javier Aguirre sich mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Zunächst einmal wollte er die Mannschaft natürlich aus ihrer misslichen Lage befreien und sich mit ihr für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ qualifizieren. Zu diesem Zwecke galt es aber auch, zwei unterschiedliche Spielergenerationen in Einklang zu bringen, die gemeinsam die Basis dieses Teams ausmachten.

Nach und nach trugen die Bemühungen des Trainers Früchte, und eine Mission nach der anderen wurde erfolgreich abgeschlossen. In Südafrika zeigten die Mexikaner, dass sie mit ihrer Mischung aus Nachwuchstalenten und Routiniers durchaus gute Ergebnisse erzielen können. Zu diesem ohnehin schon großen Potenzial ist sogar noch ein wichtiger Aspekt hinzugekommen: der Teamgeist.

Der große Zusammenhalt innerhalb des Teams wurde beim 2:0-Sieg gegen Frankreich noch deutlicher als beim Remis gegen Südafrika. Nach den ersten beiden Partien befindet sich das Team in Gruppe A nun auf einer guten Ausgangsposition. Spieler wie Guillermo Franco und Javier Hernández, die im Angriff beide um dieselbe Position kämpfen, lassen ihre individuellen Bedürfnisse außen vor und stellen die gemeinsamen Ziele immer an erste Stelle.

"Der mannschaftliche Zusammenhalt ist sehr groß, und alle sind sich einig. Wir wollen mit der Nationalmannschaft viel erreichen", erklärt Franco. "Natürlich hätte ich gern ein Tor geschossen, aber das Wichtigste ist jetzt, dass die Mannschaft ihre Ziele erreicht hat. Wenn Mexiko auch weiterhin siegt, werde ich zufrieden sein, auch wenn ich selbst keine Tore erziele", fährt der Spieler mit der Rückennummer neun fort.

Für seinen elf Jahre jüngeren Stürmerkollegen gibt es lobende Worte – ein Anzeichen für die gute Stimmung im Team. "Er [Hernández] ist die Gegenwart und Zukunft der Nationalelf. Die Gegenwart, weil er bei der Weltmeisterschaft einen Treffer für sein Land erzielt hat. Nicht umsonst ist er von einem der größten europäischen Vereine unter Vertrag genommen worden. Alle freuen sich für ihn", fährt Franco fort.

Chicharito Hernández, der Schütze des Tors, das den Weg zum Sieg gegen die Franzosen ebnete, gibt sich indes bescheiden. "Das war ein schönes Tor, aber vor allem kommt es darauf an, dass die Mannschaft gewonnen hat." Wir sind in einer guten Ausgangsposition, um uns für das Achtelfinale zu qualifizieren, und das ist es, was wir alle wollen", erklärt er im Gespräch mit der FIFA.

Gerardo Torrado stellt den Teamgeist ebenfalls als ursächlich für die komfortable Situation des Teams in der Gruppe dar. Torrado war in der Auftaktpartie Mannschaftskapitän gewesen und hatte die Kapitänsbinde für die Partie gegen Frankreich an Rafael Márquez abgegeben. Für ihn waren die bisherigen Erfolge vor allem auf den geschlossenen Auftritt und die gute Arbeitsmoral der Truppe zurückzuführen. "Alle haben auf dem Spielfeld ein hohes Laufpensum absolviert. Wir müssen genauso weitermachen, aufmerksam und konzentriert", erklärt er gegenüber FIFA.com. "[Gegen Frankreich] haben wir in allen Bereichen gut gespielt – im Angriff, in der Abwehr und im Mittelfeld. Jetzt kommt es darauf an, dass auch gegen Uruguay alle kämpfen und an einem Strang ziehen", meint er.

Torhüter Oscar Perez kommt auch noch einmal auf den großen Zusammenhalt und die unterschiedlichen Generationen zu sprechen. Auch er ist der Ansicht, dass es Javier Aguirre gelungen ist, Routiniers und Nachwuchsspieler zusammenzuschweißen und für eine neue Einstellung im Team zu sorgen, die nun auf Weltniveau Früchte in Form von guten Ergebnissen trägt. "Ich möchte das aktuelle Team nicht mit Mannschaften aus der Vergangenheit vergleichen. Aber positiv an der derzeitigen Auswahl ist auf jeden Fall, dass wir über eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern verfügen, die allesamt sehr hochklassig sind. Das macht uns zu einer starken Mannschaft. Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir auch gegen große Gegner wie Italien und Frankreich gewinnen können", meint er.

Als letzte Herausforderung in der Gruppenphase wartet jetzt Uruguay. Für den Einzug ins Achtelfinale reicht bereits ein Unentschieden aus. Aber das Team von Javier Aguirre will sich damit nicht zufriedengeben. Die Stimmung ist gut, und die Mexikaner wollen noch einmal allen zeigen, dass sie mit ihrer gelungenen Mischung aus Talent und Teamgeist gewinnen können.

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