FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Zidane: "Brasilien ist Teil meines Lebens"

Der Weg, der Zinédine Zidane zu einer Legende machte, führte über Brasilien. Seine zwei Tore im Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1998 und seine legendäre Leistung gegen die Seleçao *im Viertelfinale der WM 2006 verschafften *Zizou einen Platz in der Ruhmeshalle des Fussballs.

Das märchenhafte Schicksal dieses Champions ist für immer mit diesem Land verbunden, doch umgekehrt gilt dies ebenfalls. Erst kürzlich lag die Zukunft Brasiliens und "seiner" Weltmeisterschaft in den Händen Zidanes, als er an der Endrundenauslosung des Turniers am 6. Dezember 2013 in Costa de Sauipe teilnahm. FIFA.com nutzte die Gelegenheit, um Zidane zu treffen und über die besondere Beziehung, die ihn mit der Nation Pelés verbindet, sowie über seine WM-Erinnerungen zu sprechen.

Zinedine, was für ein Gefühl ist das für Sie, wenn Sie die Bilder vom Viertelfinale der WM 2006 gegen Brasilien, in dem Sie brilliert haben, wiedersehen?
Das tut gut. Eigentlich schaue ich mir meine Videos nicht oft an. Doch das weckt natürlich schöne Erinnerungen. An jenem Tag geschah etwas Magisches auf dem Platz, sowohl mit mir als auch mit meinen Teamkameraden. Wir hatten wirklich eine tolle Spielergeneration. Es war ein schöner Moment.

Ist jenes Spiel das gelungenste Ihrer ganzen Karriere?
Das hat man häufig zu mir gesagt. Doch ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Es gehört zu meinen besten Leistungen. Doch ist es das gelungenste? Das kann ich nicht sagen. Ich denke, es gab auch noch andere, zumindest für mich.

Doch festzuhalten bleibt, dass Brasilien eine Mannschaft ist, die Sie inspiriert hat. Man denkt an dieses Spiel von 2006 und natürlich auch an das Finale von 98. War Brasilien letztlich nicht Ihr bester Gegner?*
Wenn ich über Brasilien mit einigen ehemaligen Spielern spreche, wird es seltsamerweise als eine gute Fussballnation wahrgenommen, aber nichts weiter. Was mich betrifft, hat mich diese Mannschaft in jedem Fall immer inspiriert. Gegen sie konnte ich mein Spielniveau immer heben, und meine Teamkameraden ebenfalls. Jedes Mal, wenn wir auf die *Seleçao trafen, wussten wir, dass wir zu Allem fähig waren. Wir waren niemals favorisiert... Häufig gelingen einem in solchen Fällen die besten Dinge. So war es auch für uns.

In zwei Spielen gegen Brasilien haben Sie die Seleçao *fast gedemütigt. Dennoch scheinen Ihnen das die Brasilianer nicht übel zu nehmen. Fühlen Sie sich in Brasilien zu Hause?
'Demütigen' ist vielleicht ein etwas zu starker Begriff. Wir haben gewonnen, nicht mehr und nicht weniger. *(lächelt)
Doch es stimmt, ich habe nicht den Eindruck, dass sie mir das übel nehmen. Jedes Mal, wenn ich hierher kam, haben die Menschen auf mich den Eindruck gemacht, dass sie eher eine gewisse Bewunderung für das empfinden, was ich gegen sie geleistet habe. Man hätte schließlich auch denken können, dass sie mich mit Steinen bewerfen! (lacht) Dabei fällt mir eine Anekdote ein: Kürzlich traf ich Herrn Zagallo, der 1998 der Trainer Brasiliens war. Und er sagte mir etwas sehr Bewegendes. Wenn er einen Spieler außerhalb Brasiliens für seine Mannschaft hätte auswählen müssen, verriet er mir, hätte er mich gewählt. Aus dem Munde von Professor Zagallo ist das ein tolles Kompliment.
* Sind Ihre Fertigkeiten nicht in gewisser Hinsicht vom brasilianischen Fussball geprägt? *
Ja, absolut! Als ich früher als kleiner Junge mit meinen Freunden aus dem Viertel spielte, organisierten wir immer eine gespielte 'WM'. Und welches Team wollten alle sein? Brasilien! Dieses Land ist schon immer Teil meines Lebens gewesen. Später ist aus dem Traum Wirklichkeit geworden. Ich habe eine echte WM gespielt und hatte das Glück, gegen Brasilien zu spielen. Also dachte ich bei mir: 'Voilà! Genieße es! Es kann nichts passieren. Selbst wenn du verlierst, wird keiner böse sein. Amüsiere dich! Und wenn du gegen Brasilien gewinnen kannst, sieht das auf der endgültigen Beuteliste bestimmt hübsch aus!' (lächelt)

*Was sind Ihre ersten Erinnerungen an den brasilianischen Fussball? *Zweifellos die Weltmeisterschaft 1982. Ich war zehn Jahre alt. Ich sehe dieses gelbe Trikot und Spieler wie Socrates, Zico, Julio César vor mir. Sie hatten so viele Stars...

Welcher brasilianische Spieler hat Sie am meisten geprägt? *Da gibt es viele. Doch unter denen, mit denen ich zu tun hatte, ist Ronaldo für mich der Beste. Ich habe bei Real Madrid mit ihm gespielt.
*
*
Welche Worte fallen Ihnen ein, wenn Sie "Brasilien" hören?*
Das Fest, die Freude, die Fröhlichkeit, das gelbe Trikot! Die Klasse, das absolute Glück. Außerdem ist es ein Publikum von Kennern. Ich denke, wir werden ein schönes Turnier mit tollen Spielern erleben.
* Unter anderem wird auch Frankreich dabei sein. Wie denken Sie über die Leistung der Mannschaft in der Qualifikation?*
Sie hat sich qualifiziert, das ist eine gute Nachricht. Für ein Land wie Frankreich ist es wichtig, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Was die Art und Weise betrifft – was während der Qualifikation passiert ist, ist passiert. Das Wichtigste ist, dabei zu sein. Daran wird man sich erinnern.

*Kann die Tatsache, unter schwierigen Umständen gewonnen zu haben, der Mannschaft dabei helfen, in den kommenden Aufgaben über sich hinauszuwachsen? *Zweifellos. Das Schwerste ist die Qualifikation. Und wenn du einen solchen Parcours machst, sagst du dir: 'wir sind dabei.' Dann beginnt ein anderer Wettbewerb. Es gibt die Vorbereitungsphase, und das Turnier beginnt sechs Monate nach dem Ende der Qualifikation. Das ist der Moment, an dem man bereit sein muss. Physisch und mental. Es wird eine andere Einstellung herrschen. Ich wünsche ihnen, dass sie im Juni bereit sind.

Wie stehen die Chancen für die Bleus bei der nächsten WM?
Sie haben gute Chancen. Die Spieler stehen schon im Wettbewerb. Doch ich wiederhole, man muss am Tag X bereit sein. Man kann jetzt sagen, 'sie sind gut' oder 'sie sind nicht gut'. Doch in Wahrheit müssen wir in sechs Monaten einsatzfähig und vorbereitet sein, um etwas Großes zu erreichen. Sie sind dazu in der Lage. Frankreich verfügt über die Spieler, um etwas zu erreichen.
* Wie fühlt sich das an, wenn man eine WM gewinnt? Was bedeutet das in persönlicher Hinsicht? *Die WM ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen! Es ist der Gipfel, besser geht es nicht. Jeder Spieler träumt davon, an diesem Ereignis teilzunehmen, und Wenige erreichen es. Anschließend besteht das Ziel darin, so weit wie möglich zu kommen, das Finale zu erreichen, zu gewinnen und dann ein Tor zu schießen. Wenn man das alles geschafft hat, ist das die Krönung! Es ist der absolute Traum jedes Fussballspielers.

Was bedeutet es für ein Land, eine solche Trophäe zu gewinnen?
Das ist enorm! 1998 haben wir das mit den Menschen erlebt. Auch wenn wir in Clairefontaine abgeschottet waren, konnten wir trotzdem sehen, was draußen los war. Es ist großartig, dass der Fussball die Menschen zusammenbringen kann. Das ist uns in einem bestimmten Moment, zumindest eine Zeit lang, gelungen: Diese Übereinstimmung zwischen den Menschen überall auf der Straße. Man kann sagen, dass man eine Zeit lang dazu beiträgt, anhand des Sports etwas Einzigartiges zu erschaffen.

*Was erwarten Sie von der Weltmeisterschaft in Brasilien? *
Wie alle Menschen denke ich, dass es festlich sein wird! Brasilien ist das Land des Fussballs, ganz einfach. Selbst wenn der Fussball in England erfunden wurde, steht Brasilien für Vieles in seiner Entwicklung. Bei dieser Weltmeisterschaft muss man dabei sein: Wenn man eine spielen muss, dann diese!

Haben Sie einen Favoriten?
Es wäre schön, wenn ein europäisches Team in Südamerika gewinnen kann. Doch ich habe keinen bestimmten Favoriten. Auf diesem Niveau gibt es keine kleinen Mannschaften mehr. Früher gab es einen Abstand zwischen den großen Nationen und den anderen, doch es ist viel enger geworden.

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