FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Wyclef: "Diese WM werden wir niemals vergessen"

© FIFA.com

Wyclef Jean gehört zu den größten Stars der weltweiten Musikszene. Nachdem er sich mit den Fugees einen Namen gemacht hatte, arbeitete er mit vielen Topstars zusammen, darunter Shakira, Timbaland und Justin Timberlake. Neben seiner Liebe zur Musik hat er noch eine weitere flammende Leidenschaft, nämlich den Fussball.

Der in Haiti geborene Superstar wird gemeinsam mit Shakira und Carlos Santana bei der Schlussfeier der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ auftreten. Er erklärte FIFA.com, was es ihm bedeutet, die Endrunde in Brasilien zu erleben, wie begeistert er angesichts seines Auftritts im Maracanã-Stadion ist und was er sich für die Zukunft des haitianischen Fussballs erhofft. Wyclef war während des Turniers sehr aktiv auf Twitter und so schien es nur fair, den Followern von @FIFAWorldCup unter dem Hashtag #AskWyclef die Gelegenheit zu geben, ihre Fragen zu stellen.

Frage von Twitter-Nutzer @danialsha98:*
Welches Tor der WM hat Ihnen am besten gefallen?
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Wir sprechen immer über Tore aber mir haben eigentlich viele Torhüter unglaublich gut gefallen. Was Tim Howard geleistet hat, war unglaublich, und auch Deutschland hat einen unglaublichen Torhüter. Von den Toren haben mir insbesondere die von Neymar gefallen. Bis zu seiner Verletzung war er einfach unglaublich. Wir haben einige sehr schöne Tore gesehen.

Frage von Twitter-Nutzer @prernaa7:*
Welches Team hat Sie bei der WM am stärksten überrascht?
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Die Energie der afrikanischen Teams, ihre Beharrlichkeit und ihre Erfolge; Algerien, Nigeria, Ghana. Daran zeigt sich, welche Steigerungen es gegeben hat. Auch das Team der USA hat viele Zuschauer und Experten überrascht.

Frage von Twitter-Nutzer @JouJouzNYC:*
Was muss die haitianische Nationalmannschaft tun, um sich für die nächste WM zu qualifizieren? Was würden Sie machen?
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Als erstes müsste ich zum Trainer gemacht werden, stimmt's? Das ist doch offensichtlich! [lacht]. Im Ernst: Die Klubs in Haiti, bei denen die Kinder schon früh anfangen, die sind der wichtigste Baustein. Wir Haitianer müssten in die Zukunft des Fussballs investieren, und das bedeutet eben in die Kinder zu investieren. Man kann natürlich darüber reden, sich in vier Jahren für die WM zu qualifizieren, aber es muss für Kinder, die gerade mit dem Fussball anfangen, eine Perspektive geben – so wie es auch für mich eine gab, als ich als kleiner Junge mit der Gitarre anfing – und heute bin ich, wo ich bin.

Die Haitianer, die außerhalb Haitis rund um die Welt spielen, sollten die Nationalmannschaft unterstützen und Zeit investieren, ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir brauchen finanzielle Mittel für die Förderung des Sports. Dabei muss eine Identifikation mit dem Fussball vorhanden sein, denn Fussball ist und bleibt der Nationalsport. Ich würde gern sehen, dass mehr Geld in die Förderung der Kinder von klein auf gesteckt wird.

Was sagen Sie zu der WM in Brasilien?*
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Die WM in Brasilien ist einfach unglaublich, denn wir Fussballfans identifizieren uns sehr mit brasilianischem Fussball, der Spielweise und der ganzen kulturellen Begeisterung. Eine WM kann überall stattfinden, doch dass diese in Brasilien war, macht sie denkwürdig und unvergesslich.

Haben Sie auch Fussballstars getroffen?*
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Ronaldo war in meinem Hotel. Da habe ich etwas gemacht, was ich zuletzt mit Michael Jackson gemacht hatte. Ich wollte unbedingt ein Foto mit ihm machen, aber als ich unten ankam, war er schon weg. Ich hätte fast geweint!

Sie sind ein sehr stolzer Haitianer, haben aber lange in den USA gelebt. Was sagen Sie zum Abschneiden der Amerikaner und zur Begeisterung in den Staaten?*
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Die Leistung der Amerikaner war mehr als großartig. Ich freue mich sehr darüber, dass der Fussball in den USA nun sehr viel mehr Aufmerksamkeit erfährt. Allerdings muss man noch einiges verbessern, wenn man in vier Jahren wieder eine Chance haben will. Wenn Torhüter Tim Howard 16 Chancen vereiteln muss, dann bedeutet das ja gleichzeitig, dass die Gegner die Abwehr viel zu leicht überwinden konnten. Es muss also definitiv an der Defensive gearbeitet werden. Wir müssen an der Ausdauer und auch an der Offensive arbeiten. Trotzdem ist das ein guter Ausgangspunkt. Es geht mit um den Stolz der USA, die Amerikaner wollen einfach nicht verlieren. Und wenn sie verlieren, dann heißt es: 'Wir haben zwar verloren, aber unser Torhüter war trotzdem ein Sieger!' Das treibt uns an. In den kommenden vier Jahren werden noch mehr Leute Fussball schauen und begeistert sein.

Was sagen Sie zum Maracanã-Stadion im Vergleich zu einigen anderen Orten, an denen Sie in Ihrer Karriere schon gespielt haben?*
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Das Stadion ist irre! Die Menschenmassen, die dort Platz finden, der riesige Innenraum, die Energie, die Atmosphäre. Ich habe das Stadion auch schon leer erlebt, aber trotzdem fühlt man diese Atmosphäre und diese Energie. Dort zu spielen gehört definitiv zu den coolsten Dingen, die ich auf meiner Liste abhaken konnte. Ich denke die Fugees sollten unbedingt ein Konzert dort spielen – das wäre absolut irre. Wenn die Fugees und die Marleys zusammenkämen und wir dort ein Konzert spielen würden, das wäre unglaublich. Vielleicht sollte ich mich darum kümmern. Man könnte vor dem Konzert ein Freundschaftsspiel veranstalten.

Sehen Sie Parallelen zwischen Musik und Fussball, weil beides die Menschen zusammenbringt?*
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Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen Fussball und Musik, deswegen liebe ich diesen Sport ja so sehr. Zum einen gibt es rund um die Welt extrem viele Menschen, die Fussball spielen. Nicht wenige davon sind großartig, aber sie schaffen trotzdem niemals den Durchbruch. Genau so ist es auch in der Musik. Es gibt nur wenige Musiker, die sozusagen "auserwählt" sind, die es in die "Topligen" und ins Fernsehen schaffen und rekordverdächtige Summen erzielen. Die Medien wählen die Stars. In dem Moment wo das geschehen ist, besteht auch ein enormer Druck. Wenn man beim Fussball ein schlechtes Spiel zeigt, kann sich das Publikum gegen einen wenden. In der Musik ist es ähnlich, wenn man ein schlechtes Album abliefert. Auch die Beständigkeit ist ein ähnlicher Faktor – Alles ist ein Geduldspiel. Wir sind im Studio und liefern einen Hit ab – und schon warten die Leute auf den nächsten Hit und werden ungeduldig: 'Wo bleibt der neue Hit?' Ein weiterer Hit ist dann wie ein Tor!

Was war für Sie der denkwürdigste Augenblick der WM?*
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Das war der Moment als ich nach der Niederlage in Brasilien landete. Daran werde ich mich immer erinnern. Ich hatte ein Brasilien-Trikot an. Als ich ins Flugzeug stieg, waren da ein paar Argentinier die meinten: 'Willst Du dieses Trikot nicht ausziehen? Ich gebe dir mein Argentinien-Trikot!' Das war für mich der denkwürdigste Moment der WM, denn es war einfach erschütternd.

*Letzte Frage: Wer gewinnt das Endspiel?
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Mein Manager ist zwar ein riesiger Argentinien-Fan, aber ich glaube, bei Deutschland ziehen alle elf Spieler an einem Strang. Für mich als Fussballfan ist das das Wichtigste.

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