FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

WM-Abenteuer endet im Maracanã

© Getty Images

Eine lange Qualifikationsphase und insgesamt sechs WM-Spiele bis ins Finale: Für Deutschland und Argentinien war es ein anstrengender Weg bis ins legendäre Maracanã-Stadion. Für den England-Fan Hugh Thompson war die Reise nach Rio de Janeiro wohl noch etwas anstrengender. Nachdem er 25 Länder durchquert hatte und nahezu 25.000 Kilometer geradelt war, war der Anblick des legendären Fussballstadions in Rio de Janeiro für ihn einfach überwältigend. Im Rahmen einer Spendenaktion war Thompson fast ein Jahr lang auf seinem Fahrrad unterwegs gewesen und hatte auf fünf Kontinenten Spenden gesammelt, bis er schließlich rechtzeitig zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ am Ziel ankam.

"An meinem letzten Tag bin ich etwa 170 Kilometer gefahren, und es war ein unbeschreibliches Gefühl, als das Maracanã in der Ferne auftauchte", so Thompson in Rio im Gespräch mit FIFA.com. "Meine letzten 50 Kilometer führten mich durch die Favelas, über die Hauptstraße hinauf zum Stadion, und es war einfach ein unglaublich schönes Gefühl. Nachdem ich durch 25 Länder gefahren bin, war es ein großartiger Moment, endlich am Ziel angekommen zu sein, wo meine Freundin mit einem kühlen Bier auf mich wartete."

Sicher kamen bei Thompson ähnliche Gefühle auf wie bei den beiden WM-Finalisten aus Deutschland und Argentinien, als er nach einer langen und teilweise sehr mühseligen Reise, nach Tausenden von Kilometern und stundenlanger harter Arbeit schließlich sein Ziel vor Augen hatte.

Einmal nach Brasilien reisen...
"Als kleiner Junge träumte ich immer davon, einmal nach Brasilien zu reisen", erinnert sich Thompson. "Alleine schon das [Maracanã] aus der Ferne zu sehen... Es ist einfach ein atemberaubender Anblick. Ich war sehr froh, dass ich es rechtzeitig zum Viertelfinale [zwischen Frankreich und Deutschland] geschafft hatte. Als ich das Stadium betrat, lief es mir vor Aufregung kalt den Rücken herunter."

In einem Gespräch im April, als er gerade die letzten Etappen seiner Radtour in Südamerika beendete, war Thompson sich sicher, dass die Weltmeisterschaft "die Menschen daran erinnern [würde], weshalb wir Fussball lieben". Und wie sieht er es jetzt, wo er sich mitten unter den Brasileiros in ihrem eigenen Land befindet?

"Vor dem Turnier und vielleicht auch noch zu Beginn der WM gab es sehr viele ablehnende Haltungen und negative Schlagzeilen", bemerkt Thompson. "Ich denke, dass es ein Zeichen der Anerkennung für die Leistung der Brasilianer ist, dass all das vergessen werden kann und das Land hinter seiner Mannschaft steht. Die brasilianische Mannschaft ist nicht unbedingt als ein gutes Team aufgetreten, doch sie haben sich gut geschlagen, dass sie so weit gekommen sind und das Land hinter sich vereinen konnten. Ich habe jede einzelne Minute hier genossen und die Stimmung war einfach unglaublich."

Der Radfahrer und Fussballtrainer konnte sich auf seiner abenteuerlichen Reise stets auf "die unglaubliche Hilfsbereitschaft von Fremden" verlassen, und im 25. und letzten Land seiner Radtour erlebte er noch mehr Beweise für die Gastfreundlichkeit der Menschen.

Ein Land voller Gastfreundschaft und Wärme
"Das ganze Land, die Freundlichkeit und die Wärme mit der die Brasilianer einen empfangen, sind faszinierend", sagt Thompson. "Ich bin jetzt schon anderthalb Monate hier mit meinem Fahrrad unterwegs, und ich glaube, ich habe gerade einmal eine Nacht bezahlen müssen. Die Menschen sind einfach unglaublich, und ihre Fussball-Leidenschaft ist unbeschreiblich, auch wenn sie verlieren."

Doch auch Thompsons uneigennütziger Beitrag ist etwas Außergewöhnliches. Nach der erfolgreichen Bewältigung einer solch schwierigen Aufgabe, hätten sich andere erst einmal eine Pause gegönnt. Insgesamt konnte er mehrere Tausend britische Pfund für TackleAfrica sammeln, eine Wohltätigkeitsorganisation, die mit Hilfe des Fussballs Aufklärungsarbeit über HIV leistet. Doch wie bei so vielen anderen Fussballfans sind auch die Augen von Hugh Thompson nach dem Ende der WM bereits auf das nächste große Turnier gerichtet. Nachdem er im Rahmen seiner kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Fundraising-Mission Tausende von Kilometern alleine durch sechs Kontinente geradelt ist, hätte er für sein nächstes Projekt sicherlich etwas begleitende Unterstützung verdient.

"Ich plane jetzt, zur UEFA EURO zu laufen. Ich werde zehn Marathon-Läufe in zehn Tagen bestreiten, für die Bobby Robson-Stiftung. Ich will es für jeden Verein tun, für den er gespielt oder den er trainiert hat, indem ich das Trikot des jeweiligen Vereins tragen werde. Und hoffentlich schaffe ich es, einige Leute dazu zu motivieren, mit mir zu laufen."

Spenden für Hugh Thompsons Aktion sind weiterhin möglich: justgiving.com/ride2rio2014.

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