FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Weltmeisterschaft™

WM 1966: Spannende Anekdoten und eine Ampel als Inspiration

Nicht wenige behaupten, England sei das "Mutterland des Fussballs". Definitiv ist es das Land, in dem 1863 die ersten Spielregeln festgelegt wurden. Umso größer war die Begeisterung, als die Engländer selbst 103 Jahre später die achte FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ austrugen – und am Ende gar gewannen.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieser spektakulären Endrunde nehmen wir die Exponate und ihre Anekdoten aus der Galerie zur WM 1966 im vor sechs Monaten neu eröffneten FIFA World Football Museum in Zürich etwas genauer unter die Lupe.

Die Erinnerungen und die damit verbundenen Emotionen machen die Fussballgeschichte zu einer jederzeit einzigartigen, stets spannend bleibenden und äußerst lohnenswerten Erlebnisreise. Selbstverständlich kommt den Fussballfans beim Gedanken an England 1966 sofort "Pickles" ins Gedächtnis – jener weltberühmt gewordene Hund, der den vor dem Turnierauftakt geklauten Jules-Rimet-Pokal wiederfand. Und auch das "Wembley-Tor" aus dem Finale zwischen dem Gastgeber und der BR Deutschland. Oder das Bild, als Bobby Moore sein Team zur königlichen Loge führte, um von Königin Elizabeth II. die Trophäe überreicht zu bekommen, bleiben für immer unvergessen. Doch wussten Sie auch, dass bei der WM vor 50 Jahren die Idee für die gelbe und rote Karte geboren wurde?

*Verwirrung um Kreitlein und Rattín *Beim Anblick des Schaukastens zu England 1966 wird die Aufmerksamkeit der Museumsbesucher direkt auf einen Spielball, einen Notizblock, einen Bleistift und die Pfeife eines Schiedsrichters gelenkt. All diese Objekte kamen beim Viertelfinale zwischen England und Argentinien, das die Gastgeber vor 90.584 Zuschauern im Londoner Wembleystadion mit 1:0 gewannen, zum Einsatz. Schiedsrichter war Rudolf Kreitlein aus der BR Deutschland. Die Ereignisse dieser Partie waren mitverantwortlich für eine der wichtigsten Neuerung im Fussball.

Das Viertelfinale verlief in gereizter Stimmung. 35 Minuten nach Anpfiff verwies Kreitlein den argentinischen Kapitän Antonio Rattín des Feldes. Schiedsrichter und Spieler stritten mehrere Minuten miteinander, obwohl Kreitlein kein Spanisch und Rattín kein Deutsch sprachen. Schließlich ging Rattín vom Spielfeld und Zuschauer und Kommentatoren blieben völlig verwirrt zurück.

*Aston und die revolutionäre Idee *Auch der englische Schiedsrichter Ken Aston, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, war bei dieser Partie zugegen. Aston kannte die Herausforderungen, vor denen Kreitlein stand, nur allzu gut. Vier Jahre zuvor war er Schiedsrichter in einem ebenfalls rauen Spiel der WM 1962, der sogenannten "Schlacht von Santiago", zwischen Gastgeber Chile und Italien. Das Spiel sah mindestens einen linken Haken, eine gebrochene Nase und zwei Platzverweise. Mehrfach musste die Polizei einschreiten.

Beide Spiele machten Aston nachdenklich. Schiedsrichter brauchten ein Hilfsmittel, mit dem sie ihre Entscheidungen vermitteln konnten. Bei einer Fahrt durch London sah er eine Verkehrsampel, die gerade von Gelb auf Rot umsprang. Das war sein Aha-Erlebnis: die Idee für die gelbe und rote Karte war geboren - und bereits vier Jahre später bei der WM 1970 in Mexiko wurde sie eingeführt.

Sie wollen erfahren, welche weiteren Exponate Sie im FIFA World Football Museum von der WM 1966 sehen können? Lehnen Sie sich zurück und schauen Sie sich in unserem kurzen Video über diesen Bereich der Ausstellung an, wie der Fussball-Historiker Guy Oliver die verschiedenen Original-Objekte präsentiert und erklärt.

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