FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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FIFA Fussball-WM 2018™

Wieder offenes Kandidaturverfahren für die FIFA WM-Endrunden ab 2018

Für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften ab 2018 wird das Bewerbungsverfahren wieder offen gestaltet. Das FIFA-Exekutivkomitee unter dem Vorsitz von Präsident Blatter verabschiedete heute einstimmig einen entsprechenden Beschluss, wonach das im Jahr 2000 eingeführte Prinzip der Rotation der Männer-WM zwischen den Kontinenten aufgehoben wird. Neu sind hingegen die Verbände auf den Kontinenten der beiden vorangegangenen WM-Ausrichter nicht kandidaturberechtigt. Für die WM 2018 können sich damit alle Verbände aus Asien, Nord-, Mittelamerika und die Karibik, Ozeanien und Europa bewerben.

Mit ein Grund für die Aufhebung des Rotationsprinzips war die Tatsache, dass für die morgen Dienstag, 30. Oktober, anstehende Vergabe der FIFA WM 2014 mit Brasilien nur ein Kandidat im Rennen verblieben ist. Die Exekutive sprach sich ausdrücklich dafür aus, dass die Vergabe nicht mehr eingeschränkt sein solle, weil ein echter Wettbewerb unter mehreren Kandidaten auch im Interesse der FIFA selbst sei. Die Bestimmung bezüglich des Ausschlusses von Verbänden der beiden vorangegangenen Ausrichterkontinente als Kandidaten bedarf noch einer Anpassung der FIFA-Statuten beim Kongress 2008.

"Das Rotationsprinzip hat seinen Zweck erfüllt und es ermöglicht, unseren bedeutendsten Wettbewerb erstmals nach Afrika und vorbehaltlich des morgigen Entscheids seit langem wieder nach Südamerika zu vergeben", hielt Blatter fest. "Weil aber bereits heute mehrere Verbände aus verschiedenen Kontinenten ihre Bereitschaft für eine Kandidatur manifestieren, ist die FIFA-Exekutive zum Schluss gelangt, dass ab 2018 wieder ein offenes Bewerbungsverfahren für alle Kontinente, mit Ausnahme der Konföderationen, die die beiden vorangehenden Weltmeisterschaften organisieren, durchgeführt werden soll."

In der näheren Zukunft liegt der Fokus der FIFA indes auf der WM 2010 in Südafrika. Nächster Meilenstein wird die Vorrundenauslosung vom 25. November 2007 in Durban sein. Am Tag zuvor wird der FIFA-Organisationskommission der Spielplan der Endrunde zur Verabschiedung vorgelegt.

In Afrika dient die WM-Vorrunde gleichzeitig als Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal 2010. Im Einklang mit dem internationalen Kalender und nach Konsultation aller Konföderationen wurden für 2008 zusätzliche Länderspieldaten verabschiedet.

Erörtert wurde weiter der Kartenverkauf für Südafrika 2010. Geplant ist, dass die qualifizierten Verbände für die Gruppenspiele neu 12 % (vorher 8 %) der Kaufkarten zugeteilt erhalten, während für den Rest der Endrunde der Anteil bei 8 % bleibt. Nach der WM 2006 hat die FIFA wieder die Verantwortung für den Kartenverkauf übernommen und wird zu diesem Zweck eine Firma, die "2010 FIFA World Cup Ticketing Ltd.", gründen. Zudem wird aufgrund der großen Reisedistanzen nach Südafrika ein Programm für Reiseveranstalter lanciert, das es qualifizierten und autorisierten Anbietern ermöglicht, Reisen und Tickets als Paket feilzubieten.

Auf Antrag der Kommission der Verbände wurde Kuwait aufgrund der Einmischung der Regierung in Verbandsbelange und wegen Verstößen gegen die eigenen Statuten sowie gegen einen Entscheid des FIFA-Exekutivkomitees mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von allen internationalen Fussballaktivitäten suspendiert. Eine Suspendierung der Verbände Irans, Perus sowie der Zentralafrikanischen Republik ist ebenfalls möglich, wenn sich die dortige Lage nicht normalisiert (vgl. dazu auch die separate Verlautbarung).

Im Einklang mit verschiedenen Beschlüssen des FIFA-Kongresses vom 30. und 31. Mai 2007 in Zürich verabschiedete die FIFA-Exekutive bei ihrer heutigen Sitzung eine Reihe von Reglementen. Genehmigt wurden das Reglement für die Klublizenzierung sowie die überarbeiteten Vorschriften für Spielervermittler und eine überarbeitete Fassung des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern. Darin inbegriffen sind die Erkenntnisse aus der Rechtsprechung in Fällen bezüglich des Status von Spielern sowie neu eine Bestimmung, die die Einflussnahme von Drittparteien bei Transfers verbietet.

Weiter soll durch einen neuen Artikel in den Ausführungsbestimmungen zu den FIFA-Statuten sichergestellt werden, dass sich Vereine nur auf sportlichem Wege für eine höhere Spielklasse qualifizieren können und Fälle wie der des spanischen Vereins Granada 74 verhindert werden. Die genaue Formulierung dieses Artikels wird dem Exekutivkomitee bei seiner nächsten Sitzung vorgelegt und dann durch den Kongress zu verabschieden sein. Ebenfalls genehmigt wurden die Standard-Wahlordnung für Verbände, Standards für die Zusammenarbeit zwischen Verbänden und Regierungsinstanzen, das Standardreglement für die nationalen Kammern zur Beilegung von Streitigkeiten sowie die Gründung der FIFA Transfer Matching System GmbH. Deren Zweck wird es sein, internationale Transfers abzugleichen und Missbräuche wie die Vermittlung von Minderjährigen oder Geldwäsche bei Spielerwechseln zu verhindern.

Bei der Klub-WM 2007 in Japan wird der Sieger ein Preisgeld von USD 5 Millionen erhalten. Insgesamt werden Prämien in der Höhe von USD 16 Millionen ausbezahlt. Die Exekutive entschied zudem, dass die Ausgabe 2008 dieses Turniers erneut in Japan stattfinden wird, während die beiden Turniere 2009 und 2010 ausgeschrieben werden. Bei der diesjährigen Austragung wird die FIFA eine neue, völlig überarbeitete Version des Torlinientechnologiesystems von adidas und Cairos (Chip im Ball) testweise einsetzen. Der International Football Association Board hat dazu bei seiner Arbeitssitzung vom 22. Oktober in Glasgow grünes Licht gegeben. Hingegen lehnte es der Board aus grundsätzlichen Überlegungen ab, bei diesem Turnier gleichzeitig ein Experiment mit zwei zusätzlichen Schiedsrichterassistenten zuzulassen.

Bezüglich des Schiedsrichterwesens bekräftigte die FIFA-Exekutive erneut, dass eine Professionalisierung und die Einbindung der Schiedsrichterorganisation in die Verbandsstrukturen unabdingbar seien, um den ständig steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Die Exekutive genehmigte das zweiteilige Konzept mit einem Förderprogramm für die Schiedsrichteranwärter für 2010 und die weitere Entwicklung des Schiedsrichterwesens in den Verbänden. Für das gesamte Programm werden USD 37,5 Millionen bereitgestellt.

Im Zusammenhang mit den Finanzen wurde die Exekutive darüber informiert, dass das 2006 bewilligte Vierjahresbudget der FIFA für den Zyklus 2007-2010 aufgrund zusätzlicher Einkünfte einerseits und weitergehender Aktivitäten und Verpflichtungen angepasst wurde. Der neue Budgetrahmen beläuft sich einnahmenseitig auf USD 3,2 Milliarden und kostenseitig auf USD 2,96 Milliarden. Die FIFA geht davon aus, mit dem revidierten Budget ihre Eigenkapitalbasis bis 2010 auf rund USD 800 Millionen ausbauen zu können. Der neue Voranschlag wird dem FIFA-Kongress 2008 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Weitere Beschlüsse:

  • Die Exekutive hat zustimmend Kenntnis von einem Bericht der Strategiekommission sowie der Schaffung und Zusammensetzung verschiedener Arbeitsgruppen genommen (vgl. dazu Medienmitteilung vom 9. Oktober 2007).
  • Zur weiteren Stärkung der Corporate Governance und zur Einhaltung von Compliance-Grundsätzen verabschiedete die Exekutive eine überarbeitete Version des internen Organisationsreglements.
  • Der 58. FIFA-Kongress findet am 29. und 30. Mai 2008 in Sydney statt. Für die Durchführung der nachfolgenden Kongresse, die noch nicht vergeben wurden, wird die FIFA eine Ausschreibung eröffnen. Dies betrifft die Kongresse 2009, 2012 und 2013. 2010 wird der Kongress in Johannesburg stattfinden, 2011 in der Schweiz.
  • Die U-20-WM der Frauen in Chile wird vom 20. November bis 7. Dezember 2008 durchgeführt.
  • Für die Futsal-WM 2008 in Brasilien wurde das Teilnehmerfeld von 16 auf 20 Teams aufgestockt, die sich wie folgt auf die Konföderationen verteilen: AFC 4, CAF 2, CONCACAF 3, CONMEBOL 3, OFC 1, UEFA 6 und Gastgeber Brasilien.
  • Das Exekutivkomitee nahm erste Informationen zur Fachtagung der medizinischen Experten zum Thema Fussball in Höhenlagen und unter anderen extremen Bedingungen zur Kenntnis. Die Sportmedizinische Kommission der FIFA wird aufgrund der Schlussfolgerungen bei ihrer Sitzung am 2. November in Zürich ein sogenanntes Konsenspapier erarbeiten, das dem Exekutivkomitee bei seiner Sitzung am 15. Dezember in Tokio vorgelegt wird.

Morgen Dienstag, 30. Oktober, werden Brasilien für die FIFA-WM 2014 sowie Deutschland und Kanada für die Frauen-WM 2011 im Auditorium des Home of FIFA ihre Bewerbung für die beiden wichtigsten Wettbewerbe im Männer- und Frauenfussball präsentieren (vgl. separate Angaben zum Programm). Wie früher mitgeteilt, wird die Exekutive des Weltverbandes gleichentags über die Vergabe entscheiden und ihre Beschlüsse im Rahmen einer Medienkonferenz (Beginn um 15.00 Uhr MEZ) bekanntgeben.