FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Weltmeister-Kapitän Lahm: Abschied auf dem Höhepunkt

German national football team's defender Philipp Lahm (C) holds the trophy
© AFP

Die riesige Freude über den vierten Titel ist in Deutschland noch längst nicht abgeebbt, da ertönt bereits der nächste Paukenschlag. Kapitän Philipp Lahm hat fünf Tage nach dem Gewinn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Damit geht eine der größten Persönlichkeiten dieser zu einer goldenen Generation gewordenen Auswahl von Joachim Löw von Bord und sorgt in der Heimat für Erstaunen.

Obwohl der 30-Jährige während der Endrunde in Brasilien keine Andeutungen in Richtung Öffentlichkeit gemacht hatte, erklärte er nun: "Das ist der richtige Zeitpunkt für mich." Er verlasse die Auswahl "in völliger Harmonie". Die Entscheidung zum Rücktritt sei bei ihm in der vergangenen Saison gereift: "Da habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass die WM in Brasilien mein letztes Turnier sein wird." Dies habe er Löw beim Frühstück am Montag nach dem mit 1:0 nach Verlängerung gewonnenen Finale gegen Argentinien erklärt.

"Ein absolutes Vorbild"Unberechenbarkeit ist seit jeher eine der größten fussballerischen Stärken des offensiven Außenverteidigers von Weltklasseformat. Mit seinen dynamischen und pfeilschnellen Vorstößen lehrte er seinen Gegnern das Fürchten und begeisterte die deutschen Fans über zehn Jahre hinweg im Nationaldress. Nun sorgte der gebürtige Münchner Lahm, der weiterhin für den FC Bayern auf Titeljagd gehen wird, auch außerhalb des Rasens für eine riesige Überraschung.

Spekuliert wurde darüber, ob Bundestrainer Löw weitermachen wird. Auch die Zukunft des 36-jährigen WM-Rekordtorjägers Miroslav Klose wurde in den Medien diskutiert. Doch ein Rücktritt des Kapitäns hatte kaum jemand erwartet.

"Er war in den zehn Jahren bei der Nationalmannschaft nicht nur ein herausragender Spieler, sondern immer ein absolutes Vorbild. Ich habe ihm für all das gedankt, was er für den DFB geleistet hat", so DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Er habe in einem Telefonat mit Lahm an diesem Freitagmorgen vom Entschluss des deutschen Vorzeigeathleten erfahren und "sehr schnell gemerkt, dass es aussichtslos ist, ihm seine Entscheidung ausreden zu wollen".

Vielseitig, wertvoll, bewundertLahm bestritt beim WM-Finale am vergangenen Sonntag sein 113. Länderspiel. Nur Lothar Matthäus (150), Klose (137) und Lukas Podolski (116) haben mehr Partien im deutschen Nationaltrikot absolviert. Im legendären Maracana durfte er als vierter deutscher Kapitän nach Fritz Walter (1954), Beckenbauer (1974) und Matthäus (1990) den WM-Pokal in die Höhe recken. Legendär ist er geworden, auf seinem ultimativen Karriere-Höhepunkt tritt er ab. Dennoch hatte eigentlich niemand auch nur die leisesten Zweifel, er könne auf dem allerhöchsten Fussball-Niveau in den nächsten Jahren nicht mehr mithalten.

Im Gegenteil: Auch in Brasilien gehörte Lahm zu den absoluten Leistungsträgern im Löw-Ensemble. Anfänglich im Mittelfeld als Stratege und Umschaltspieler zwischen Defensive und Offensive eingesetzt - jener Position, an der er in der vergangenen Saison bereits bei den Bayern unter Pep Guardiola Gefallen fand -, wechselte der Kapitän nach dem knappen 2:1-Achtelfinalsieg nach Verlängerung gegen Algerien zurück ins rechte Glied der Viererabwehrkette. Sein langjähriger Weggefährte und Vereinskollege Bastian Schweinsteiger hatte zu diesem Zeitpunkt nach Verletzungsproblemen wieder zu voller Fitness gefunden und als "Sechser" von Lahm übernommen.

Zur Umstellung vor dem Viertelfinalduell mit Frankreich erklärte Lahm im Interview mit dem stern: "Es ging für mich darum, die beste Lösung für alle zu finden. Und das geht nur, wenn ich als Einzelner diszipliniert bin." Dass um seine Position im Team eine Grundsatzdebatte in Deutschland während des Turniers entbrannt war, habe ihn "überhaupt nicht berührt".

Symbolfigur des neuen deutschen StilsSeine DFB-Karriere hatte Lahm am 18. Februar 2004 mit einem 2:1-Sieg in Kroatien begonnen. Insgesamt erzielte er fünf Tore. Auf ewig unvergessen bleibt bei den deutschen Fans dabei vor allem sein spektakulärer Treffer im Auftaktspiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ im eigenen Land gegen Costa Rica, womit er die Euphoriestimmung richtig ins Rollen brachte und das erste kleine Kapitel des "Sommermärchens" schrieb.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Michael Ballack machte Löw den läuferisch, technisch und taktisch herausragenden Wirbelwind vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika zum Kapitän und erklärte damals: "Weil er die Aufgabe und die Vorgaben des Trainers perfekt umsetzt." Für den deutschen Fussball wird er dank seiner Vielseitigkeit und hohen spielerischen Intelligenz für immer als eine Symbolfigur dieser Titelträger von 2014 sein - nicht zuletzt auch, weil sein Stil sinnbildlich für den kollektiven Triumph Deutschlands im Brasilien steht.

"Ich bin glücklich und dankbar, dass mein Karriere-Ende in der Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien zusammenfällt", schrieb Lahm in einem von ihm verfassten und an diesem Freitagmittag auf der Website des DFB veröffentlichten Brief an die Fans: "Herzlichen Dank für eine wunderbare Zeit!" Eine neue Ära des deutschen Fussballs hat mit dem Titelgewinn am Zuckerhut womöglich gerade erst begonnen. Man darf mit Spannung verfolgen, wer in die Fußstapfen eines ihrer größten Aushängeschilder tritt.

MT @SeppBlatter: Philipp Lahm ist ein Vorbild & seine brillante Karriere wird nach seinem DFB-Rücktritt weitergehenpic.twitter.com/vwvY8Wq649

— FIFA.com auf deutsch (@fifacom_de) July 18, 2014

DANKE, Philipp! Weltmeister-Kapitän Philipp #Lahm hat nach 10 Jahren seine Karriere im @DFB_Team beendet. pic.twitter.com/mc6KR9abhm

— DFB-Team (@DFB_Team) 18. Juli 2014

113 Länderspiele, 3 WM's, 3 EM's, 5 Tore, gekrönt als Weltmeister - Respekt für diese Leistung, Philipp #Lahm! pic.twitter.com/qK8Sk1wP0r

— FC Bayern München (@FCBayern) July 18, 2014

thanks Philipp. thank you for everything. we'll miss you! // danke Philipp. danke für alles. Du wirst uns fehlen! pic.twitter.com/Ngm5zxYCay

— Mesut Özil (@MesutOzil1088) July 18, 2014

Philipp, es war mir eine Ehre mit Dir Seite an Seite 10 Jahre beim DFB und 3 Jahre für Bayern zu fighten, spielen und Erfolge zu feiern.

— Lukas-Podolski.com (@Podolski10) July 18, 2014

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