FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

La Volpe und Pekerman vor dem Showdown

Zwei verschiedene Orte in Leipzig, zwei unterschiedliche Arten, den Fussball zu leben: José Pékerman, Teamchef von Argentinien, und Ricardo La Volpe, Trainer Mexikos, standen der Presse vor dem Achtelfinal-Duell ihrer beiden Auswahlmannschaften noch einmal Rede und Antwort. Beide blieben sich dabei treu.

Full House bei den Argentiniern

Die Pressekonferenz des argentinischen Coaches war, um sie mit einem einzigen Wort zu beschreiben, "überfüllt". Mindestens 80 Journalisten füllten den Saal, um die Aussagen des berühmten Trainers zu hören. Dieser stand auch bereitwillig Rede und Antwort. Zunächst ging es um seine Spieler. Ob die Aufstellung schon klar sei? "Nein, noch nicht. Wir werden bis zur letzten Minute warten müssen, um zu sehen, wie es Nicolás Burdisso und Luis González geht. Dann werden wir eine Entscheidung treffen."

Von der Gelassenheit des Teamchefs angesteckt, stellten die Reporter ihre Fragen in geordneter Reihenfolge, einer nach dem anderen. Es ging um Mexiko. Sind die beiden Mannschaften sehr unterschiedlich? "Nein, ganz im Gegenteil, sie haben einiges gemeinsam. Viele Unterschiede gibt es nicht zwischen beiden. Mexiko hat bei dieser Weltmeisterschaft noch nicht zeigen können, was es in den Partien zuvor angedeutet hatte. Sie haben eine starke Mannschaft, die in der Lage ist, den Großen ernsthafte Schwierigkeiten zu machen und jeden zu besiegen. Die mexikanischen Spieler sind sehr schnell und in hervorragender körperlicher Verfassung. Es wird ein sehr schwieriges Spiel werden."

Argentinien und Mexiko waren im vergangenen Jahr beim FIFA Konföderationen-Pokal in Deutschland letztmals aufeinander getroffen. Das Spiel wurde damals erst im Elfmeterschießen zugunsten der Argentinier entschieden. Pékerman schloss die Möglichkeit nicht aus, dass es wieder so weit kommen könne. Er bestätigte, dass sein Team bereits Strafstöße geübt habe und dieses Mal einen Vorteil habe. "Wir haben jetzt bessere Schützen als damals, etwa Ayala, Tévez, Messi - Spieler, die dies in Perfektion beherrschen."

Mexikanische Hitze

Bei Mexiko war es völlig anders. Es gab keine richtige Pressekonferenz. Eher eine Art Mixed Zone, ein Durcheinander, in der die Reporter (etwa halb so viele wie bei den Argentiniern) den Spielern und dem Trainer Mexikos nach Lust und Laune Fragen stellen konnten.

Ricardo La Volpe überraschte die Journalisten mit dem Mut und dem Optimismus, den er an den Tag legte. "Das ist die Partie meines Lebens", begann er und anschließend sprach er von seiner Mannschaft. "Ich hoffe, dass wir gewinnen. Meine Spieler und ich wissen genau um die Bedeutung dieser Partie. Nicht, weil es gegen Argentinien geht, sondern wegen des langen Weges, den wir schon zurückgelegt haben. Es war sehr schwierig, bis hierher zu kommen. Es herrscht eine beeindruckende Geschlossenheit in dieser Mannschaft."

Wie Pékerman zuvor, analysierte auch er den Gegner, und er tat dies von einem besonderen Standpunkt aus: "Ich glaube, dass Argentinien große Spieler hat. Wir wissen um ihre individuellen Stärken, aber Mexiko ist ein Team, darauf lege ich großen Wert, das sehr ausgeglichen und sorgfältig zusammengestellt ist. Das Einzige, was für mich zählt, ist, dass wir hier genügend Tore schießen, mehr nicht."

Zum Abschied gab der Trainer der Mexikaner der Presse ein Versprechen: nämlich den Fluch zu brechen, der auf dem Team seit drei FIFA-Weltpokal™-Turnieren lastet und der jeweils das Aus im Achtelfinale brachte. "Jetzt werden wir nach diesem langen dreieinhalbjährigen Prozess der Vorbereitung etwas schaffen, das Mexiko schon lange nicht mehr gelungen ist: das berühmte fünfte Spiel zu erreichen."