FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Villa durchbricht Portugals Mauer

© Getty Images

Über eine Stunde rannte Europameister Spanien im Achtelfinale der FIFA WM 2010 erfolglos gegen die bis dahin unbezwungene Abwehr des iberischen Nachbarn Portugal an, doch dann schlug erneut David Villa (63.) zu und erzielte den einzigen und damit siegbringenden Treffer dieses Abends in Kapstadt. Zuvor hatten die "Roten" gegen den kleineren iberischen Bruder dominiert, aber kein Kapital daraus schlagen können.

Die Spanier vertrauten genau der gleichen Startelf wie schon beim letzten Gruppenspiel gegen Chile (2:1). Bei Carlos Queiroz führte das 0:0 gegen Brasilien zu der Ansicht, das zwei Änderungen notwendig seien: Duda und Danny mussten Platz machen, während sich Simao und Werder Bremens Hugo Almeida in der Startelf wieder fanden.

Stürmischer Beginn
Schon gleich zu Beginn musste Portugals Eduardo zeigen, warum er bis dahin der einzige WM-Torwart ohne Gegentor war. Keine 60 Sekunden waren gespielt, da parierte der 27-Jährige gegen einen Schuss Torres' von der linken Strafraumkante aus. Zwei Minuten später hielt er aus derselben Position einen Versuch von David Villa, ehe erneut Villa mit einem Schuss auf das kurze Eck Eduardo zwang, sein Können zu demonstrieren (7.).

Weiterhin spielte nur die Furia Roja: Xavis kurze, flache Ecke kam im Strafraum zu Torres, der sich ansatzlos drehte und das Spielgerät wuchtig über die Latte feuerte. Erst nach 17 Minuten kam Portugal zu einem Distanzschuss von Cristiano Ronaldo, der aber kein Problem für Iker Casillas war.

Auch Portugal gefährlich
Interessanter wurde es da schon kurz später: Tiago kam im Rahmen eines Konters aus 20 Metern zum Abschluss, Casillas konnte den Ball nur hoch in die Luft abwehren, siegte dann aber im Duell um diesen hohen Ball gegen Almeida. In der 27. Spielminute stand Ronaldo im Mittelpunkt, als sein Freistoß aus gut 30 Metern kurz vor Casillas tückisch "herunterfiel" und so dem spanischen Torwart große Probleme bereitete, die aber kein Spieler der Selecção das Quinas ausnutzen konnte.

Nach dem furiosen Auftakt der Spanier und dem Zwischenspurt der Portugiesen verflachte die Partie bis zur Halbzeitpause ein wenig. Die einzig gute Chance vor dem Pausenpfiff gab es, als Raul Meireles von links flankte und Hugo Almeida den Kopfball nicht richtig platzieren konnte - hinter ihm hatte auch noch Ronaldo gelauert (39.). Die Halbzeitpause wurde nicht zum Wechseln genutzt.

Sieben Minuten nach Wiederbeginn wurde es richtig brenzlig im Strafraum des Europameisters, denn Carles Puyol fälschte eine an sich harmlose Hereingabe Almeidas brandgefährlich ab. Casillas wäre geschlagen gewesen, doch der Ball trudelte am Pfosten vorbei.

Klares Muster
Das Spiel folgte auch im zweiten Abschnitt einem klaren Muster: Die Mannschaft von Vicente del Bosque hatte fast zwei Drittel des Ballbesitzes und versuchte die Akzente zu setzen, während Portugal aus einer unglaublich stabilen Defensive agierte und auf schnelle Gegenstöße setzte. Technisch und taktisch stand die Partie also auf einem guten Niveau.

Die nächsten Riesenchancen gingen innerhalb einer Minute auf das Konto der Spanier: Zuerst fand der gerade zuvor eingewechselte Fernando Llorente mit einem Flugkopfball seinen Meister in Eduardo (60.), ehe Villa mit einem feinen, flachen Schlenzer knapp am rechten Pfosten vorbeischoss (61.).

Eduardo nur im Nachschuss bezwingbar
Auch als das 1:0 für die *Furia Roja *schließlich fiel, gab sich Portugals Schlussmann nicht gleich in ersten Versuch geschlagen: Eine fantastische Kombination im Strafraum über Andres Iniesta und Xavi per Hacke landete bei Villa, der aus sieben Metern im ersten Versuch noch scheiterte, den Ball im zweiten Anlauf dann aber über den am Boden liegenden Eduardo bugsierte (63.). Sergio Ramos hätte 70 Minuten später fast nachgelegt, doch seinen Flachschuss von der rechten Seite im Strafraum drehte Eduardo noch um den Pfosten.

Puyol unterband eine Viertelstunde vor Schluss mit einer gut abgepassten Grätsche in letzter Sekunde einen gefährlichen Konter der Selecção das Quinas, der über Fabio Coentrao vorgetragen wurde. Im Gegenzug musste Eduardo einmal mehr einen Distanzschuss von Villa entschärfen. Auch die letzte Chance gehörte Spanien, als Villa seinen Mitspieler Llorente einsetzte und dessen Kopfball fast das 2:0 bedeutet hätte.

Rot für Ricardo Costa
Portugals Ricardo Costa wurde in der 89. Minute noch von Schiedsrichter Hector Baldassi mit einer Roten Karte bedacht. Am Ende war der spanische Sieg verdient, da die Elf von Carlos Queiroz nach dem Rückstand zu wenig Offensivdruck entwickelte. Der Europameister wird durch diesen Erfolg am Samstagabend im letzten Viertelfinale in Johannesburg gegen Paraguay spielen, das sich früher an diesem Dienstag im Elfmeterschießen gegen Japan durchgesetzt hatte.

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