FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Vier Weltmeisterschaften und ein Traum

© Getty Images

Nicht viele Fussballer können von sich behaupten, vier FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ bestritten zu haben. Der Außenverteidiger Denis Caniza stand in Paraguays letztem Spiel der Gruppe F gegen Neuseeland in der Startelf und ist damit der erste Paraguayer, der in diesen elitären Kreis vorstößt.

"Wie die Zeit vergeht!", meint der Spieler mit der Rückennummer vier wenige Minuten nach der Partie im Gespräch mit der FIFA. Paraguay trennte sich mit einem torlosen Unentschieden von Neuseeland und zog damit als Gruppenerster ins Achtelfinale ein. "Ich habe hart für diesen Augenblick gearbeitet, und heute bin ich sehr zufrieden und sehr bewegt. Ich widme diesen Erfolg meinen Kindern, die sich später sicher darüber freuen werden. Aber gleichzeitig widme ich ihn auch der ganzen Mannschaft: Als Gruppenerster weiterzukommen, das ist ein historischer Erfolg für Paraguay", so der 35-jährige Verteidiger begeistert.

Caniza gab sein Debüt in der A-Nationalmannschaft am 9. Oktober 1996 in einem WM-Qualifikationsspiel der Südamerika-Zone für die WM in Frankreich1998 gegen Chile. Kein anderer Paraguayer war auf der großen Weltbühne so oft für Paraguay aktiv wie er: Caniza bestritt 1998 in Frankreich zwei Partien, 2002 in Korea/Japan vier und 2006 in Deutschland drei. Die Partie gegen Neuseeland war außerdem sein 99. Länderspiel.

"Wir sind stolz, hier an der Seite von Caniza spielen zu können. Er ist ein großes Aushängeschild des Fussballs unseres Landes. Er ist ein sehr wichtiger Spieler und wird von allen sehr geschätzt. Es ist viel Disziplin nötig, um bei vier Weltmeisterschaften dabei zu sein. Seine Erfahrung und seine unnachahmliche Persönlichkeit sind sehr wichtig für die Mannschaft. Er ist einer derjenigen, der für die gute Stimmung verantwortlich ist, die in unserem Team herrscht", erklärt Roque Santa Cruz, der innerhalb der Mannschaft ebenfalls als Führungspersönlichkeit gilt.

Nicht nachlassenCaniza hält sich nicht lange mit seinen Gefühlen auf, sondern geht bald zur Analyse der Partie gegen Neuseeland über. "Das war ein kniffliger Gegner. Wir mussten viel Geduld aufbringen und haben all unsere Mittel eingesetzt, um die Abwehr der Neuseeländer zu knacken, aber es ist uns nicht gelungen. Sie standen mit vielen Spielern hinten drin und haben uns einfach keinen Raum gelassen. Wir hatten einige Chancen, konnten sie jedoch nicht nutzen. Aber Paraguay hat das Spiel gemacht, und unsere Bilanz fällt trotzdem positiv aus."

Auf die Frage, ob er sich vor acht Monaten nach der Gruppenauslosung vorstellen konnte, die Gruppenrunde als Tabellenerster abzuschließen, gibt der Außenverteidiger eine selbstbewusste Antwort: "Ja. Diese Mannschaft arbeitet bereits seit drei Jahren sehr gut zusammen. Wir haben hervorragende Spieler und alle träumen davon, dass Paraguay auf einem der vorderen Plätze landet. Das war der erste Schritt, aber wir dürfen uns jetzt auf keinen Fall mit dem Erreichten zufriedengeben."

Caniza weiß genau, wovon er spricht. Schließlich gehörte er zu den Mannschaften, die 1998 in Frankreich und 2002 in Korea/Japan im Achtelfinale ausschieden. "Wir haben innerhalb der Mannschaft schon darüber gesprochen, dass wir uns jetzt auf keinen Fall entspannt zurücklehnen oder diesen Erfolg feiern dürfen. Was dabei herauskommt, wissen wir schon. Jetzt kommt die wichtigste Phase, und wie wir gesehen haben, gibt es bei dieser Weltmeisterschaft keine großen Niveau-Unterschiede. Frankreich ist ausgeschieden, genauso wie Italien in unserer Gruppe. Warum sollten wir also nicht davon träumen, dass wir in der letzten Turnierwoche auch noch dabei sind?"

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