FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

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11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Victorino: "Platz drei wäre enorm wichtig"

Uruguay's defender Mauricio Victorino speaks during a press conference in Kimberley on June 12, 2010
© AFP

In ein paar Tagen wird Mauricio Victorino wieder in seiner Heimatstadt Montevideo sein. Vielleicht wird er erst in dem Moment, da er sich in der Geborgenheit seiner Familie befindet, auch wirklich realisieren, dass er mit gerade einmal zehn Länderspieleinsätzen für Uruguay schon ein WM-Halbfinale hinter sich hat.

Überdies nahm die bisherige Nationalmannschaftskarriere von Victorino einen eher kuriosen Verlauf. Am 27. September 2006 hatte ihn Trainer Oscar Tabárez für ein Freundschaftsspiel gegen Venezuela (0:1) erstmals in das uruguayische Nationalteam berufen. Drei Wochen später, als die "Revanche" gegen die Vinotinto (4:0) anstand, stellte ihn *El Maestro *erneut auf. Kurioserweise kam Victorino nach jener Partie vorerst zu keinem weiteren Einsatz mehr im Nationalteam. Es vergingen drei lange Jahre, bis ihm Oscar Tabárez erneut das Vertrauen schenkte. Dieses Mal handelte es sich jedoch nicht um ein Freundschaftsspiel, sondern um das Playoff-Hinspiel der WM-Qualifikation gegen Costa Rica!

Dadurch avancierte Victorino, der in der Südamerika-Qualifikation keine einzige Partie bestritten hatte, bei der FIFA WM in Südafrika bereits im Auftaktspiel der Celeste am 11. Juni 2010 gegen Frankreich zum Stammspieler, der es in bislang fünf WM-Spielen auf insgesamt 434 Einsatzminuten gebracht hat. Mehr noch: Falls seine Mannschaft am heutigen Samstag gegen Deutschland das Spiel um Platz drei gewinnen sollte, würde der Innenverteidiger auch noch eine Medaille bekommen – ein Erfolgserlebnis, das in der Geschichte des Fussballs nur wenigen Nationalspielern vorbehalten bleibt.

"Das war eine wunderbare Erfahrung", so der 27-jährige Abwehrspieler im Gespräch mit der FIFA. "Schon als kleiner Junge träumt man davon, später einmal bei einem großen Klub zu spielen und Titel zu gewinnen. Und das ganz große Ziel ist natürlich die Nationalmannschaft. Allein deshalb ist damit, dass ich hier dabei bin, für mich bereits ein Traum in Erfüllung gegangen. Manchmal schauen wir uns gegenseitig an, und wenn uns dann erst so richtig bewusst wird, was wir eigentlich geleistet haben, kommen wir alle zu dem Schluss: 'Nicht schlecht, wie wir uns hier geschlagen haben, oder?'", so Victorino mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Gegenwart und ZukunftVictorino weiß, dass seine Mannschaft etwas Großartiges vollbracht hat. "Uruguay ist ein kleines, aber unheimlich fussballbegeistertes Land. Und durch unseren Auftritt in Südafrika hat unser Volk das Vertrauen in seine Nationalmannschaft wieder zurückgewonnen und ist jetzt echt stolz auf uns", freut sich der Verteidiger mit der Rückennummer sechs. Dass es Uruguay unter die besten Vier des Turniers geschafft hat, kam seiner Meinung nach dennoch nicht überraschend. "Wir hatten uns als letzte Mannschaft für diese Weltmeisterschaft qualifiziert. Unser ursprüngliches Ziel war es, zumindest die K.o-Runde zu erreichen. Dann aber haben wir gespürt, dass wir es noch viel weiter bringen können. Unter uns hatten wir sogar das Gefühl, nach dem Titel greifen zu können. Leider hat es dafür dann doch nicht gereicht."

Dennoch messen sowohl er als auch seine Mannschaftskollegen dem Spiel um Platz drei gegen Deutschland eine enorme Bedeutung bei. "Einen Platz auf dem Podium zu erobern, wäre für uns sehr wichtig. Denn damit würden wir hinter den beiden Mannschaften, die für Uruguay bislang den WM-Titel holten, als nächstbestes Nationalteam in die Fussballgeschichte unseres Landes eingehen. Bis dahin steht uns allerdings noch eine schwere Aufgabe bevor, zumal sich Deutschland bei diesem Turnier als eine große Mannschaft präsentiert hat. Auch wenn die Enttäuschung über die verlorene Halbfinalpartie gegen Spanien die Stimmung gedrückt hat, auf dem Platz werden die Deutschen alles daran setzen, dieses Spiel zu gewinnen", so der Abwehrspieler, der zurzeit bei Universidad de Chile unter Vertrag steht.

Der Blick in Richtung 2014
Die DFB-Elf ist bereits das dritte europäische Team, mit dem es Uruguay bei der WM 2010 in Südafrika zu tun bekommt. Besonders die jüngste Partie gegen die Niederlande ist davon noch in bester Erinnerung. "Das Mittelfeld und die Offensivreihe der Deutschen ähneln denen der Niederländer, zumal beide Mannschaftsteile auch im deutschen Team ein Spiel entscheiden können, und zwar zu einem Zeitpunkt, im dem man es am wenigsten erwartet. Daher werden auch wir eher nach vorn spielen und den Torerfolg suchen, als dass wir uns auf die Abwehr beschränken."

Zu seiner Meinung bezüglich des großen Finales befragt, erklärte Victorino freimütig und ohne zu zögern: "In meinen Augen hat sich Spanien als die beste Mannschaft erwiesen und deshalb den WM-Titel verdient. Ich rechne mit einem knappen Sieg der Spanier", so seine Prognose. Und was die Zukunft seiner Mannschaft anbetrifft, hat der Abwehrspieler ebenfalls eine klare Vorstellung: Auf unsere Frage, ob Uruguay bei der FIFA WM 2014 erneut das Halbfinale erreichen könne, antwortete er: "Es ist noch zu früh, um das beurteilen zu können! Jetzt müssen wir erst einmal an die kommende WM-Qualifikation denken, denn die wird schwer genug. Wenn das geschafft ist, können wir uns auf die nächste Weltmeisterschaft konzentrieren. Trotzdem bin ich schon der Auffassung, dass der Traum von einem erneuten Halbfinaleinzug in vier Jahren aufgrund unserer Leistung hier in Südafrika gar nicht so unrealistisch ist."

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