FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Valcke: "Bei der WM geht es nicht nur um 32 Tage"

FIFA Secretary General, Jerome Valcke attends the 2014 FIFA World Cup Football Legacy Project media briefing
© Getty Images

​Sechs Monate nach dem Ende der FIFA Fusball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ kamen die Organisatoren der Veranstaltung in São Paulo zusammen, um den Nachhaltigkeitsbericht vorzustellen. Es handelt sich um den ersten derartigen Bericht, der auf Grundlage internationaler Standards erstellt wurde.

Zudem wurden genauere Informationen über den Football Legacy Fund 2014 bekannt gegeben. Der Großteil des Gesamtbetrages in Höhe von USD 100 Mio. wird in Fussball-Infrastruktur in den Bundesstaaten investiert, in denen keine WM-Spiele stattfanden (60 Prozent). Der Frauenfussball und der Jugendfussball werden jeweils mit 15 Prozent gefördert.

FIFA.com fasst die wichtigsten Aussagen von der Pressekonferenz in der Arena Corinthians zusammen.

Jérôme Valcke, FIFA-GeneralsekretärJawohl, Brasilien hat eine fantastische Weltmeisterschaft organisiert, mit großartigen Toren und großartigen Spielen - eine wirklich großartige Veranstaltung. Aber jetzt sind wir hier, um über die Zeit nach dem Turnier zu sprechen. Vom ersten Tag an hatten wir gesagt, dass es bei der WM nicht nur um 32 Tage geht, sondern auch um eine lange Zeit darüber hinaus. Vor wenigen Wochen war ich in Südafrika. Dort arbeiten wir jetzt immer noch für die Entwicklung und Förderung des Fussballs und das Vermächtnis des dortigen Turniers. Dieses Konzept gilt auch für Brasilien. Wir arbeiten sehr intensiv, um unser Versprechen einzulösen. Im Gegensatz zu dem, was in einigen Medien behauptet wird, haben wir Brasilien keineswegs sofort nach dem Finale den Rücken gekehrt. Das stimmt nicht. Die FIFA engagiert sich und fördert zahlreiche Projekte vor Ort, dort wo wir unsere Veranstaltungen organisieren. Das gilt für die Männer-WM ebenso wie auch für alle anderen Wettbewerbe.

Was den Legacy Fund angeht, besteht die Vereinbarung, dass er zur Förderung des Frauenfussballs und der Grassroot-Aktivitäten sowie in den Regionen investiert werden soll, in denen keine Spiele der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft stattgefunden haben. Die FIFA unterstützt den brasilianischen Fussballverband (CBF) und arbeitet eng mit ihm zusammen, damit wir sicherstellen, dass wir in geeignete Projekte investieren. Es besteht ein permanentes Audit-System, in dessen Rahmen unsere Mitgliedsverbände überwacht werden. Damit wird sichergestellt, dass alles gemäß klaren Regeln und Vorgaben abläuft. Es erfolgt keine einzige Zahlung, ohne dass die FIFA die Verwendung prüft. So wird sichergestellt, dass wir an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind.

Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist bei der Organisation der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft noch eine ziemlich neue Sache. Brasilien hat durch die FIFA Fussball-WM eine Menge gelernt. Rio hat eine Menge für die Olympischen Spiele 2016 gelernt. Wir selbst werden die Lektionen 2018 in den elf Gastgeberstädten und zwölf Stadien in Russland umsetzen.

Ich denke, für Brasilien besteht der größte Erfolg darin, dass man gezeigt hat, was für ein fantastisches Reiseziel das Land ist. Die meisten Gäste waren zum ersten Mal in Brasilien und sagten bei ihrer Abreise, dass sie wiederkommen werden. Brasilien hat in Bezug auf Anerkennung und Tourismus eine neue Stufe erklommen. Die Organisation der FIFA Fan Feste war nicht leicht, doch was dort geschah, war einfach fantastisch. Auch das gehört dazu, wie sich Brasilien der Welt präsentiert hat.

*José Maria Marin, Vorsitzender des CBF und des Lokalen Organisationskomitees 2014 *Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ in Brasilien hat Erinnerungen an wunderschönen Fussball bei uns hinterlassen, aber auch eine große Verantwortung. Brasilien verfügt jetzt über zwölf topmoderne Stadien in allen fünf Regionen. Dies ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance für die Klubs und Städte, den Fussball vor Ort zu stärken und neue Unterhaltungsangebote über Fussballspiele hinaus zu schaffen.

*Über den Legacy Fund

*Wir danken heute der FIFA für diese neue Partnerschaft und vor allem für die Gelegenheit, Gastgeber der WM zu sein. Diese Veranstaltung wird nicht nur in der Erinnerung aller Brasilianer lebendig bleiben, sondern auch in jedem Tor, das künftig in Brasilia, in Cuiaba, in Natal erzielt wird, aber auch von Mädchen und Jungen in Städten wie Para, Tocantins, Rondonia und überall sonst im Land.

Luis Fernandes, GECOPA-Koordinator des brasilianischen SportministeriumsZunächst einmal ist es notwendig, die Organisation der FIFA Fussball-WM 2014 in einem breiteren Kontext zu sehen. Brasilien ist ein Land, das sich schnell entwickelt. Für uns war klar, dass die Gelegenheit zur Ausrichtung der WM eine historische Chance darstellte, Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen in Gang zu setzen, die unser Land dringend brauchte und weiterhin braucht.

Die FIFA Fussball-WM hat ein sichtbares Vermächtnis hinterlassen, aber auch ein nicht sichtbares in Form eines enorm verbesserten Image. Heute wird Brasilien als Land gesehen, dass trotz aller Skepsis eine hervorragende FIFA Fussball-WM auf die Beine gestellt hat. Und jetzt verfügen wir über eine Infrastruktur, die die Lebensqualität zahlreicher Brasilianer deutlich steigert. Wir alle haben heute Grund zum Feiern. Brasilien ist im Fussball ein wahrer Gigant. Doch was die Infrastruktur angeht, sind noch weitere Invstitionen erforderlich. Diese werden von FIFA und CBF durch den Legacy Fund ermöglicht.

Die Stadien der FIFA Fussball-WM in Brasilien stellen ein Vorbild für die ganze Welt dar, denn sie alle haben Nachhaltigkeitszertifizierungen erhalten. Auf Grundlage dieser Erfahrung gehört die Nachhaltigkeitszertifizierung bei zukünftigen WM-Auflagen zu den Anforderungen der FIFA. Dies ist ein Vermächtnis von Brasilien für die Welt.

Federico Addiechi, Leiter der FIFA-Abteilung für Soziale VerantwortungEine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft bringt stets enorme Anforderungen mit sich, sei es in Bezug auf Transport und Verkehr, auf die gesunde und sichere Verpflegung von Millionen Zuschauern, auf Abfallbehandlung, Rekrutierung und Schulung vieler Tausend Helfer, Übertragung der Spiele, und so weiter. All dies hat unweigerlich große Auswirkungen auf die Gesellschaft und auch auf die Umwelt des Gastgeberlandes.

Für uns geht es beim Stichwort Nachhaltigkeit darum, wie wir diese Aufgaben erledigen. Wir versuchen, eine gute Balance zwischen den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Aspekten zu finden. Dabei geht es auch um die Minimierung von Risiken, die mit der Veranstaltung verbunden sind, sowie darum, die negativen Folgen so gering wie möglich zu halten, während gleichzeitig die positiven Auswirkungen so stark wie möglich sein sollen.

Die FIFA Fussball-WM in Brasilien war die erste, für die eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie nach internationalen Standards entwickelt wurde. Erstmals wurde in Übereinstimmung mit dem globalen Berichtsstandard GRI ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt, der von einem unabhängigen internationalen Fachunternehmen überprüft wurde. Das war eine komplizierte Aufgabe, die aber zu einem sehr transparenten Prozess führte. Wir konnten der Welt zeigen, wie wir gehandelt haben, welche Hauptziele wir erreicht haben und was in Zukunft noch weiter verbessert werden muss.

Thierry Regenass, FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände und EntwicklungNicht jedem ist bewusst, dass die oberste Zielsetzung der FIFA gemäß ihren Statuten die Förderung und Entwicklung des Fussballs ist. Für uns wird es dabei immer wichtiger, dass unsere Wettbewerbe in Bezug auf die Entwicklung des Sports ein nützliches und wertvolles Vermächtnis hinterlassen.

Von den USD 100 Mio. fließen 60 Prozent in Aufbau und Kauf von Infrastruktur. Parallel dazu sind die Entwicklung des Frauenfussballs und des Jugendfussballs die wichtigsten Ziele, mit jeweils 15 Prozent Anteil. Davon wurden bisher 5,4 Prozent ausgegeben oder an Brasilien transferiert.

Wir werden regelmäßig über die Aktivitäten und Erfolge des Legacy Fund berichten. Die FIFA stellt die Mittel zur Verfügung, der CBF setzt die Maßnahmen um, doch die FIFA trägt gemäß den entsprechenden Regelungen die Verantwortung für Kontrolle und Berichtswesen. Das erste konkrete Resultat ist das Trainingszentrum in Belem, wo wir drei Kunstrasenplätze und einen Naturrasenplatz gebaut haben.

Was den Frauenfussball angeht, besteht in Brasilien noch Potenzial, mehr zu tun. Wir arbeiten mit dem CBF zusammen, so dass mit Mitteln aus dem Legacy Fund geeignete Strukturen speziell für den Frauenfussball geschaffen werden können. Es soll auch gute Nachwuchsprogramme geben. Das Konzept sieht vor, mit den Regionalregierungen und anderen Partnern zusammenzuarbeiten, um den Frauenfussball zu propagieren und ihn nachhaltig zu fördern.

Oswaldo Elias Gentile, CBF-InfrastrukturdirektorCBF und FIFA werden das Projekt in allen Bundesstaaten umsetzen, in denen keine FIFA WM-Spiele stattgefunden haben. Die Struktur des Projekts sieht zwei Teilbereiche vor, nämlich soziale und infrastrukturelle. Der soziale Aspekt wurde vom CBF entwickelt und umfasst Zwecke und Zielsetzungen des Projekts. Der infrastrukturelle Bereich besteht in den Anlagen, die für die Umsetzung der gesellschaftlichen Projekte benötigt werden. Auch das gesellschaftliche und medizinische Vermächtnis ist ein Projekt, das in den 15 Bundesstaaten umgesetzt wird, die nicht Gastgeber des Turniers waren.

Je nach örtlichen Anforderungen werden Aktivitäten nicht nur für Kinder durchgeführt, sondern auch für deren Angehörige und die Gemeinden. Das Ziel besteht darin, den Fussball als eine treibende Kraft für gesellschaftliche Inklusion zu nutzen. Natürlich wird der Fussball dabei eine zentrale Rolle spielen, ebenso aber auch Unterhaltung und Bildung sowie Hilfestellung für Kinder, die in der Schule Schwierigkeiten haben und denen Englisch beigebracht werden soll.

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