FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Ukraine: Mit geschlossener Mannschaftsleistung zurück in die Erfolgsspur

"Jetzt wissen die Leute, dass die Ukraine mehr ist als nur Shevchenko", erklärte etwa Serhiy Rebrov nach dem Erfolg im zweiten Spiel, dem ersten Sieg der Ukraine bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.

Nach dem überzeugenden 4:0 am Montag in Hamburg und der damit einhergehenden Rehabilitierung der Ukraine in Gruppe H wollte ihm da so recht auch niemand widersprechen. Jetzt braucht die Ukraine aus dem letzten Gruppenspiel gegen Tunesien nur noch ein Unentschieden zum Weiterkommen.

Zwar machte Kapitän und Superstar Andriy Shevchenko per Kopf das dritte Tor nur Sekunden nach der Halbzeit und erstickte damit alle eventuell noch verbliebene Hoffnung bei den Saudis, aber er war bei weitem nicht der einzige Blickfang. Maksym Kalinichenko demonstrierte bei seinen Standards bemerkenswerte Genauigkeit, was ihm das Lob des Trainers einerseits und die Auszeichnung als Anheuser Busch Bud Man of the Match andererseits einbrachte.

Zur Mannschaftsseite der Ukraine

Trainerfuchs Blokhin hatte vor dem Spiel Schwächen bei Standardsituationen in der saudischen Hintermannschaft ausgemacht. Dank Kalinichenko nutzte die Ukraine diese dann auch perfekt aus. "Schon im Spiel gegen Tunesien hat man diese Probleme bei ruhenden Bällen erkennen können", so Blokhin. "Dank Kalinichenkos großartigen Freistoß- und Eckballvorlagen konnten wir daraus Kapital schlagen."

Bei der Auftaktniederlage gegen Spanien war der 27-Jährige von Spartak Moskau nicht dabei gewesen, nur um gegen Saudiarabien nun umso nachhaltiger Ansprüche anzumelden. Schon in den ersten Minuten zirkelte er zwei Mal Eckbälle punktgenau auf Shevchenko – zwei Mal konnte Shevchenkos Bewacher in höchster Not klären.

Doch drei Mal schien dann ukrainisches Recht zu sein und Verteidiger Andriy Rusol war mit dem Knie zur Stelle und erzielte aus kurzer Distanz das erste Tor der Ukraine bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™. Nachdem der Trick nun schon einmal geklappt hatte, probierte ihn Kalinichenko kurz nach Wiedereinpfiff gleich ein zweites Mal. Er fand in Shevchenko einen dankbaren Abnehmer für seinen Freistoß...

Nach zwei Vorbereitungen wollte es der Mittelfeldspieler hernach selbst wissen, hatte aber zunächst Pech, dass sein Schuss nur an die Latte ging. Nach feiner Vorarbeit von Shevchenko konnte er en Ball schließlich aber doch zum 4:0 über die Linie drücken. Nach der Partie betonte Kalinichenko, mit dem Sieg sei nicht mehr als die 0:4-Schlappe gegen Spanien wettgemacht. "Darauf müssen wir jetzt psychologisch gesehen aufbauen", fügte er hinzu, "und nicht gleich abheben."

Aber auch in anderen Mannschaftsteilen waren deutliche Verbesserungen zu sehen. Anatoliy Tymoschuk etwa stopfte im Mittelfeld eine Menge Löcher und der Leverkusener Andriy Voronin schuf nicht nur Platz für Sturmpartner Shevchenko, er hatte auch erheblichen Anteil an den 19 ukrainischen Torschüssen im Spiel. Das zweite Tor neun Minuten vor der Pause ging auf das Konto von Voronins Vorgänger und Shevchenkos ehemaligen Sturmpartner, Rebrov.

Jener Rebrov hatte einst an der Seite von Shevchenko bei Dynamo Kiew für Angst und Schrecken in den Hintermannschaften ganz Europas gesorgt und 1998 das Viertelfinale der UEFA Champions League erreicht. Inzwischen spielt er in etwas zurückgezogener Mittelfeldrolle und bringt sich dort erfolgreich in die Mannschaft ein.

"Nach dem ersten Sieg haben wir Selbstvertrauen getankt", verriet er FIFAworldcup.com. "Besonders nach dem ersten Tor. Danach hatten wir das Gefühl, uns würde auf dem Platz alles gelingen. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, und ich hoffe, wir können sie im letzten Spiel gegen Tunesien wiederholen.

Nach dem ersten Spiel stand ja in den Zeitungen eine Menge Kritisches über uns, aber ich denke, heute haben wir gezeigt, dass wir tatsächlich zu den Favoriten in unserer Gruppe gehören", so Rebrov weiter. "Alle Mannschaften tun sich im ersten Spiel noch schwer, besonders gegen starke Gegner wie Spanien, die ebenfalls als Favorit gelten. Aber heute hat man, glaube ich, gesehen, dass wir unsere Lektionen aus dem Spiel gelernt haben."