FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-WM 2018™

Überraschungen sorgen für Dramatik in Afrika

Libya's player Faisal al-Radri controls the ball ahead of Rwanda's player Yannick Mukunzi
© AFP

Mehrere Außenseiterteams behaupteten sich zum Auftakt der zweiten Runde der Afrika-Qualifikation für Russland 2018 gegen deutlich stärker eingeschätzte Gegner. Für echte Sensationen sorgten Teams wie Madagaskar, die Komoren, Swasiland und Tschad.

Die HöhepunkteBlasse "Black Stars"
Wenn der 30. der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste mit Stars aus der Premier League, der Bundesliga und der Ligue 1 gegen den 177. antritt, dessen Spieler größtenteils bei Klubs in den unterklassigen französischen Ligen aktiv sind, dann erwarten die meisten Fans wohl ein ziemlich eindeutiges Ergebnis. Dies allerdings schien die Komoren keineswegs zu kümmern, die schon in der ersten Runde Lesotho überrascht hatten. In Mitsamiouli hielten die Außenseiter tapfer dagegen und rangen den blassen Black Stars aus Ghana ein fast schon sensationelles torloses Unentschieden ab. Zwar warten die Insulaner somit immer noch auf ihren ersten Sieg in einem WM-Qualifikationsspiel, doch auch diese Überraschung dürfte ihnen viel Selbstvertrauen schenken.

Schock für Senegal
Die Komoren waren nicht die einzige Inselnation, die beeindrucken konnte. Madagaskar musste gegen Senegal antreten, das bei der WM-Endrunde 2002 das Viertelfinale erreicht hatte. Die Barea lagen durch Tore von Faneva Andriatsima und Njiva Rakotoharimalala bereits mit 2:0 in Führung, als den Gästen endgültig klar wurde, dass sie mehr tun mussten, um nicht mit einer Niederlage in das Rückspiel am Dienstag zu gehen. In der Folge konnten Mame Biram Diouf und Sadio Mane dann zwar das Ruder herumreißen und für den 2:2-Endstand sorgen, doch das Resultat dürfte die Moral im Lager der Madagassen enorm stärken.

Jubel in Botsuana
Auch Botsuana wuchs über sich hinaus und holte einen 2:1-Sieg gegen Mali. Tapiwa Gadibolae und Joel Mogorosi brachten die Zebras schon in den ersten 24 Minuten in Führung, die von den Fans frenetisch bejubelt wurde. Mali, das in der Weltrangliste 42 Plätze vor Botsuana rangiert, konnte in der zweiten Halbzeit durch einen Treffer von Samba Sow noch auf 1:2 verkürzen und sich damit eine etwas bessere Ausgangsposition für das Rückspiel verschaffen.

Gabun schlägt zurück*
Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel in Maputo durch ein Tor von Helder Pelembe startete Gabun am Samstagabend wie die Feuerwehr ins Rückspiel. Kapitän Pierre-Emerick Aubameyang, der das Hinspiel wegen einer Verletzung versäumt hatte, stand den *Panthern jetzt wieder zur Verfügung. Das Team präsentierte sich von Anfang an hellwach und ging bereits in der zweiten Minute durch Malick Evouna in Führung. Das Tor des Stürmers von Al Ahly blieb das einzige in den 90 Minuten. Damit war das Gesamtergebnis exakt ausgeglichen, so dass zunächst eine Verlängerung und dann sogar ein Elfmeterschießen nötig wurden, das Gabun mit 4:3 für sich entschied.

AusblickNigeria braucht Tore
Nach dem Rücktritt von Emmanuel Emenike aus der Nationalmannschaft hatte Trainer Sunday Oliseh gesagt, kein Spieler sei unersetzbar. Doch obwohl der Coach mit drei Spitzen spielen ließ und auch den in den USA aktiven Obafemi Martins sowie Wunderkind Kelechi Iheanacho für die zweite Halbzeit brachte, gelang den Super Eagles im Hinspiel in Lobamba kein Treffer gegen Swasiland. Um ein schmachvolles Ausscheiden zu vermeiden, müssen sie nun unbedingt im Rückspiel treffen.

Guter Auftakt für neuen Trainer
Als die kamerunischen Funktionäre entschieden, den Vertrag des deutschen Trainers Volker Finke nicht zu verlängern, wurde Alexandre Belinga ins kalte Wasser geworfen. Er bestand seine erste Prüfung allerdings mit Bravour, denn die Unzähmbaren Löwen setzten sich in Niger mit 3:0 durch und haben damit den Einzug in die Gruppenphase schon fast sicher. Nun hoffen die Fans in Kamerun, dass der Siegeswille der Schützlinge von Belinga auch beim Rückspiel in Yaounde ungebrochen ist.

Tschad bejubelt Rigobert Song
Die 0:1-Niederlage Ägyptens in Ndjamena muss als echte Sensation bezeichnet werden und wenn die Nordafrikaner die ganz große Katastrophe noch verhindern wollen, müssen sie im Rückspiel mindestens zwei Treffer gegen Tschad erzielen, das in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste volle 79 Plätze weiter hinten rangiert. Den entscheidenden Treffer für Tschad erzielte Ezechiel Ndouassel und sorgte damit für einen erfolgreichen Auftakt der Trainerkarriere von Rigobert Song.

Der Spieler im FokusAlgerien liegt in der Rangliste der afrikanischen Nationen auf Platz zwei. Entsprechend hätte man erwarten können, dass die Nordafrikaner in Daressalam gegen Tansania keine allzu große Mühe haben würden. Doch es kam ganz anders, denn die Taifa Stars gingen durch Tore von Elias Maguri und Mbwana Samatta in Führung. Dann allerdings glich Islam Slimani mit zwei Toren innerhalb von nur drei Minuten aus und rettete den Algeriern ein Unentschieden. Jetzt hoffen die algerischen Fans, dass der Stürmer von Sporting Lissabon das Team in die Gruppenphase schießen kann.

Die Zahl des Tages *7*Nur siebenHeimspiele wurden in der aktuellen Hinspielrunde gewonnen. In den 20 Partien entführten nicht weniger als neun Gästeteams die volle Punktzahl. Vier Partien endeten unentschieden.

Zitat"Wir werden uns nicht zurücklehnen und sie kommen lassen, denn damit würden wir uns nur selbst in Schwierigkeiten bringen. Angola hat ein offensivstarkes Team. Wir müssen sehr auf der Hut sein und im richtigen Moment das Richtige tun. Wir müssen angreifen, ohne unsere Formation aufzugeben, wir müssen mit vielen Spielern verteidigen und angreifen, und wir dürfen ihnen keinen Raum lassen. Außerdem sollten wir noch ein Tor folgen lassen und uns damit den Sieg sichern."
Südafrikas Trainer Shakes Mashaba, dessen Team nach dem 3:1-Hinspielsieg in Angola schon mit einem Bein in der Gruppenphase steht

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