FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Trotz Trauer eine strahlende Zukunft

The Ghana team look on during the penalty shoot out
© Getty Images

Ghana, für gewöhnlich bekannt für die lockere und sangesfreudige Stimmung innerhalb der Mannschaft, stimmte nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Uruguay im Viertelfinale der FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ ein trauriges Lied an. Die meisten Spieler hatten Mühe, ihre Trauer zu bändigen, aber es gab bei den Black Stars auch einen Lichtstreif der Zuversicht – man hat eine Mannschaft voller Verheißung für die Zukunft.

Der viermalige Afrikameister war bei seiner zweiten WM-Teilnahme in Folge nicht nur der einzige Vertreter des Kontinents, der sich für die K.o.-Runde qualifizierte, nach Kamerun 1990 und Senegal 2002 erreichte Ghana auch als dritte afrikanische Mannschaft überhaupt die Runde der letzten Acht. "Dies ist ein sehr schwieriger Augenblick", erklärte Ghanas Fussball-Legende Abedi Pele der FIFA, dessen Sohn Andre Ayew nicht nur beim Afrikanischen Nationen-Pokal Anfang des Jahres, sondern auch in Südafrika eine herausragende Leistung bot. "Aber wir müssen das Gefühl mitnehmen und darauf aufbauen. Wir haben sehr junge Spieler. Deshalb habe ich als Ziel immer Brasilien 2014 im Blick gehabt. Dort sollten wir eine sehr starke Mannschaft haben."

Strahlende Zukunft
Ähnlich äußerte sich auch Trainer Milovan Rajevac, der das Team 2008 übernommen und Anfang des Jahres ins Finale des Afrikanischen Nationen-Pokals in Angola geführt hatte. "Die Mannschaft hat eine aufregende und strahlende Zukunft vor sich, und das ist die Hauptsache für den ghanaischen Fussball", erklärte der serbische Cheftrainer, der 16 Spieler unter 25 Jahren in seinen Kader berufen hatte. "Es gibt viele gute junge Spieler, so dass der Kern für das Team 2014 schon steht. Auch wenn die Art, wie wir ausgeschieden sind, am Ende schmerzhaft und deprimierend war, wird diese Niederlage eine wichtige Erfahrung für die Spieler sein. Sie haben das Potenzial, Großes zu erreichen."

Rajevac war zu Recht stolz auf sein Team, das vor Serbien und Australien Zweiter in der schwierigen Gruppe D wurde und im Achtelfinale die USA mit 2:1 ausschaltete. An jenem Abend war Asamoah Gyan noch der Held, nachdem er in der Verlängerung den Siegtreffer erzielt hatte, aber wahrscheinlich wird man sich im Rückblick auf 2010 eher an seinen verschossenen Elfmeter erinnern, den letzten Schuss der Partie, der die Black Stars in die Runde der letzten Vier hätte führen können. Trotzdem hat sich der 24-jährige Spieler von Stade Rennes mit drei Toren als Dreh- und Angelpunkt der ghanaischen Offensive etabliert. Nach dem Turnier erklärte er denn auch, dass er "zurückkommen" werde.

Geniestreich mit Boateng
Die wahren Stärken der Westafrikaner waren ohnehin ihre Ordnung, ihre Geduld und ihre Coolness. Von allen afrikanischen Mannschaften waren sie in Südafrika 2010 am Ball mit Abstand das am besten organisierte Team, und auch wenn ihre Fähigkeit, einen Vorsprung zu verteidigen, weniger offensichtlich war als beim Afrikanischen Nationen-Pokal in Angola, gaben sie gegen Mannschaften wie Deutschland, die USA und Uruguay ihr Bestes. Die späte Berufung des in Deutschland geborenen Kevin-Prince Boateng in den Kader war ein Geniestreich von Rajevac, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Michael Essien das Mittelfeld stärken musste.

Als Rajevac nach der Niederlage gegen die Celeste das Pech seiner Mannschaft beklagte, räumte er ein, dass der Star vom FC Chelsea möglicherweise den Ausschlag gegeben hätte. "Vielleicht hat nur eine Kleinigkeit gefehlt, und wer weiß, was geschehen wäre, wenn Essien dabei gewesen wäre", sagte er und fügte hinzu: "Aber einen Elfmeter zu verschießen, kann jedem passieren Uruguay hatte einfach mehr Glück. Mein Mitgefühl gilt dem ghanaischen Volk, das uns großartig unterstützt hat. Ich bin stolz auf unsere Spieler, aber auch traurig, weil wir schon im Finale des afrikanischen Nationen-Pokals Pech hatten."

Jung und hungrig
Doch nach dem erstmaligen Gewinn der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Ende vergangenen Jahres kann sich Ghana auf die Jugend und die mit ihr verbundene Verheißung konzentrieren. Selbst ohne Essien hinterließ das ghanaische Mittelfeld den Eindruck, als könne es sich zu einem der besten der Welt entwickeln. Neben Ayew – der gegen Uruguay eine Gelbsperre absitzen musste - und Boateng, scheinen auch Anthony Annan und Kwadwo Asamoah entschlossen, eine ebenso technisch anspruchsvolle wie robuste Formation zu bilden. Und der dynamische Samuel Inkoom bewies, dass er genauso gut im rechten Mittelfeld wie auf seiner Stammposition als rechter Verteidiger spielen kann.

Der Kapitän und altgediente Veteran der Mannschaft Stephen Appiah, der seinen Elfmeter gegen Uruguay verwandelte, war voll des Lobes über die jüngere Generation im Team. "Sie sind fantastisch", sagte er. "Sie haben die U-20-WM gewonnen, und man kann erkennen, was in diesen Jungs steckt. Sie haben keine Angst. Sie sind hungrig, geradezu ausgehungert, sie wollen etwas beweisen… Ich glaube, sie sind eine großartige Truppe für Ghana, junge, aufstrebende Spieler, die wirklich nachrücken, um unsere Positionen zu übernehmen."

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