FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Tränen und Beifall

© Getty Images

Der Anblick von Trainer Takeshi Okada, der nach der dramatischen Niederlage am Dienstag im Elfmeterschießen gegen Paraguay bei seinen Spielern Trost suchte, sprach für sich. Nachdem man dem Erreichen des Viertelfinales erstmals ganz nah gekommen war, endeten die Träume der Japaner abrupt, als Yuichi Komanos Elfmeter die Latte traf, während Paraguays Oscar Cardozo den entscheidenden Ball eiskalt ins Tor schob.

Während die Paraguayer außer sich vor Freude über den Viertelfinaleinzug jubelten, rannte Okada – dessen Gesicht normalerweise keinerlei Regung verrät – auf den Platz, um jeden einzelnen seiner Spieler zu umarmen. "Er hat keinem die Schuld an der Niederlage gegeben", versicherte Kengo Nakamura, der spät eingewechselt worden war, gegenüber FIFA.com. "Er hat uns nur gesagt: 'Danke, vielen Dank euch allen dafür, dass ihr so hart gearbeitet habt, damit wir so weit kommen'."

Dieser emotionale Ausbruch eines ansonsten so gefassten Trainers zeigt, wie sehr die Japaner ihr historischer Durchbruch in Südafrika berührt hat. Okada und sein Team gingen nach einer Reihe von Niederlagen in der Vorbereitung unter denkbar schlechten Vorzeichen in die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Ihr Ziel eines Halbfinalplatzes wurde von den Medien in Japan und im Ausland belächelt. Okadas taktische Entscheidung, in letzter Minute Keisuke Honda als einzige Sturmspitze vom Mittelfeld in den Angriff zu beordern, sorgte für zusätzliche Kritik und am Ende fragten sich sogar die Fans, ob ihre Mannschaft die Gruppenphase wohl überstehen würde. Immerhin hatte die Mannschaft noch nie ein WM-Spiel auf ausländischem Boden gewonnen.

Gegen alle Vorhersagen gelang den Japanern dann mit dem 1:0-Sieg gegen Kamerun ein hervorragender Start ins Turnier. Nachdem man anschließend nur denkbar knapp den Niederlanden unterlegen war, schloss man die Gruppenspiele mit einem beeindruckenden 3:1-Sieg gegen Dänemark ab. Die Zweifler hatten nicht Recht behalten und trotz der überaus schmerzlichen Niederlage gegen Paraguay ist Mittelfeldspieler Daisuke Matsui überzeugt davon, dass die Mannschaft auf ihre Leistungen stolz sein kann. Das erklärt der 29-Jährige auch gegenüber FIFA.com.

"Wir gingen sehr müde in dieses Spiel" versicherte der Akteur, der Hondas Siegtor gegen Kamerun vorbereitet hatte und in der ersten Halbzeit gegen Paraguay mit einem Distanzschuss nur die Querlatte traf. "Aber wir haben weiter hart gearbeitet und unser gewohntes Spiel aufgezogen. Wir haben zwar die Partie verloren, aber der Welt gezeigt, dass wir ein Team haben, das mit allen mithalten kann. Heute haben wir unser Bestes gegeben, aber es war nicht unser Tag. So ist das Leben nun einmal, und wir können nichts daran ändern. Das einzige, was wir ändern können, ist unsere Denkweise."

Für den Star von Grenoble Foot ist das Abschneiden seiner Nationalelf von historischer Bedeutung. "Heute haben wir einen Wendepunkt im japanischen Fussball gesehen", erklärte er. "Die Leistung der Mannschaft wird junge Spieler motivieren, noch besser zu werden. Wir haben der Welt gezeigt, welche Fortschritte der japanische Fussball gemacht hat, und ich erwarte, dass nun immer mehr von unseren Spielern ihren Traum verwirklichen können, in großen Ligen im Ausland zu spielen. Wir müssen aus den Erfahrungen dieser Weltmeisterschaft lernen und sehen, was wir in vier Jahren besser machen müssen."

Okada hatte seine Spieler vor dem Elfmeterschießen angefleht, Geschichte zu schreiben. Obwohl man dann den Triumph nur knapp verpasste, lobte er sie anschließend über alle Maßen. "Sie haben nicht nur Japan, sondern ganz Asien vertreten und bis zum Ende alles gegeben", schloss er. "Ich bin stolz auf sie."

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