FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Touré: "Neue Mentalität dank Eriksson"

Ivory Coast's national football player Habib Kolo Toure speaks during a press conference
© AFP

Am Dienstag bestreitet das Team der Elfenbeinküste mit Trainer Sven-Göran Eriksson in Gruppe G seine Auftaktpartie gegen Portugal. Kolo Touré sprach exklusiv mit der FIFA über seine Ambitionen und seinen Optimismus.

Kolo, Sie haben Ihre Freude über die Ernennung von Sven-Göran Eriksson zum Nationaltrainer der Elfenbeinküste nicht verborgen. Können Sie uns, nachdem seither mehr als zwei Monate vergangen sind, sagen, warum Sie damit so zufrieden sind?
Ganz einfach, weil er viel Erfahrung mitbringt. Er hat bereits so namhafte Nationalteams wie England und Mexiko trainiert. Er saß auch beim italienischen Serie A-Klub Lazio Rom und beim englischen Premier League-Klub Manchester City auf der Trainerbank. Und außerdem hat er schon eine Vielzahl an Trophäen gewonnen. Für uns war es unerlässlich, einen Trainer von solch hohem Ansehen und mit so viel Erfahrung zu bekommen. Ich bin immer noch überaus erfreut, dass er uns hier bei der FIFA WM 21010 in Südafrika als Trainer betreut.

Was hat er seit seinem Amtsantritt verändert?
Er hat uns dazu gebracht, auf dem Platz als geschlossene Mannschaft aufzutreten und nicht als eine Ansammlung von Individualisten. Er hat die Mentalität der Mannschaft und auch die innere Einstellung jedes einzelnen Spielers verändert. Wir hatten schon immer sehr gute Akteure in unseren Reihen, aber wir haben es bisher nie geschafft, als mannschaftlich geschlossenes Kollektiv aufzutreten, das zusammen verteidigt und auch angreift. Daran arbeiten wir, und wir hoffen, dass unsere Arbeit schon bei unserer ersten Vorrundenpartie gegen Portugal Früchte tragen wird.

Was war der Grund für allzu ausgeprägten Individualismus, von dem Sie sprechen?
Wir waren unfähig, offen miteinander zu kommunizieren, uns zu kritisieren und uns bei jeder Trainingseinheit voll und ganz auf unsere Aufgaben zu konzentrieren. All diese Faktoren führten zu Missstimmung und einer schlechten Atmosphäre. Wenn man als Nationalmannschaft zur Weltelite gehören will, dann braucht man 23 bescheidene Spieler, die sich alle für das gleiche Ziel einsetzen und nicht abheben. Auf dem Spielfeld muss jeder einzelne seine persönlichen Sichtweisen zu bestimmten Sachverhalten beiseite schieben und einzig und allein an den Erfolg der Mannschaft denken.

Seit Beginn der WM-Vorbereitung konzentriert sich Eriksson in hohem Maße auf die Abwehr. Warum?
Weil wir es bisher als Mannschaft nicht geschafft haben, eine ausreichend gute Verteidigung auf die Beine zu stellen. Und wenn ich von der ganzen Mannschaft spreche, dann meine ich eine kollektive Abwehr, in der sich alle Mannschaftsteile einbringen – vom Torhüter bis zum Stürmer. Im heutigen internationalen Spitzenfussball kann man ohne eine hervorragende Abwehr keine Erfolge feiern.

Hat die Verletzung von Didier Drogba – zumindest am Anfang – der Mannschaftsmoral geschadet?
In den ersten Tagen war es für alle tatsächlich sehr schwer, diesen Rückschlag zu verkraften, denn Didier ist unser Mannschaftskapitän und unser bester Spieler. Er ist ein großartiger Torjäger, der bisher in schwierigen Situationen immer spielentscheidende Akzente setzen konnte. Aber wie ich bereits sagte, besteht der Nationalkader aus 23 Spielern, und das Kollektiv wird den Ausschlag geben, nicht Didier Drogba. Wir sind uns alle dieser Tatsache bewusst geworden. Jeder einzelne muss sich für seine Mannschaftskameraden und alle zusammen für den Erfolg des Teams einsetzen.

Ihr Freund Didier Zokora wird wohl an Ihrer Seite die Innenverteidigung Ihrer Mannschaft bilden. Warum wurde diese Umstellung vorgenommen?
Wissen Sie, wir spielen bereits seit vielen Jahren gemeinsam in der Innenverteidigung. Als wir noch junge Burschen waren, haben wir uns oft darüber amüsiert. Er nannte mich 'Cannavaro' und ich nannte ihn 'Nesta.' Didier ist ein Vollblutverteidiger, und er hat die notwendige Einstellung, um auf dieser Position Spitzenleistungen abzuliefern. Er ist ein sehr intelligenter Spieler.

Welche Lehren haben Sie aus der FIFA WM 2006 in Deutschland gezogen?
Da habe ich zwiespältige Gefühle. Einerseits sehe ich diese WM als eine verpasste Chance an. Aber andererseits waren wir damals noch sehr jung und unerfahren. Es war schließlich unsere erste Weltmeisterschaft überhaupt. Die Bedingungen, unter denen wir uns qualifiziert hatten, gaben uns das Gefühl, dass unsere Qualifikation an sich schon ein Riesenerfolg war. Dieses Mal sieht es aber anders aus. Wir sind ehrgeiziger und haben uns alle zusammen das gleiche Ziel gesetzt. Und schließlich verleiht uns die Tatsache, dass wir auf unserem Kontinent spielen werden, mehr Einsatzfreude und motiviert uns, über uns hinauszuwachsen.

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