FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Torres: "Der Fussball, den wir beherrschen"

© Getty Images

Einen Monat, bevor Spanien in die Vorbereitung auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ startete, läuteten bei den Iberern die Alarmglocken. Angreifer Fernando Torres musste sich einem operativen Eingriff am rechten Knie unterziehen. Es bestanden ernsthafte Zweifel daran, ob der Akteur vom FC Liverpool rechtzeitig zur WM wieder fit werden und seine Form finden würde. Doch El *Niño *arbeitete mit der Unterstützung der medizinischen Abteilung hart an seinem Comeback und schaffte am Ende den Sprung auf den WM-Zug.

"Ich habe eine Woche lang hin und her überlegt. Natürlich wollte ich die OP vermeiden, letztendlich führte aber kein Weg daran vorbei. Ich war traurig, meinem Team im Saisonendspurt nicht zur Verfügung zu stehen, meine ganze Hoffnung ruhte aber auf der Weltmeisterschaft", so Torres, nachdem er sein Ziel erreicht hat und in allen drei bisherigen WM-Begegnungen der Furia Roja zum Einsatz kam.

Für den 26-jährigen Torres ist es bereits die zweite WM-Teilnahme. Nach seinem Treffer im Endspiel der UEFA EURO 2008 gegen Deutschland und dem damit verbundenen Titelgewinn scheint für den spanischen Angreifer nur der Himmel die Grenze zu sein. DieFIFA hatte Gelegenheit, unmittelbar vor der entscheidenden Achtelfinalbegegnung gegen Portugal in Kapstadt ein Exklusivgespräch mit dem spanischen* *Angreifer zu führen.

Fernando, Sie haben sich in Südafrika von Spiel zu Spiel gesteigert...Es ist immer schwierig, nach einer Operation wieder auf dem Platz zu stehen, insbesondere dann, wenn diese gerade einmal zwei Monate her ist. Es ist schwierig, wieder die volle Belastbarkeit zu erlangen. Ich fühle mich aber zunehmend besser, so dass so langsam alles wieder seinen gewohnten Lauf geht. Das war ein langer Weg bis nach Südafrika, doch jetzt konzentriere ich mich voll und ganz darauf, die Mannschaft so gut wie möglich zu unterstützen.

Bislang konnten Sie dies zumindest nicht durch Tore tun. In Südafrika ist bisher David Villa für die Tore verantwortlich. Was denken Sie über ihn?David ist einer von diesen Spielern, die nur ans Toreschießen denken. Er ist beidfüßig und kann von jedem beliebigen Punkt des Platzes aus schießen und treffen - ganz gleich, ob er sich innerhalb oder außerhalb des Strafraums befindet. Er stellt eine permanente Gefahr für die gegnerischen Abwehrreihen dar, da diese nie genau wissen, welcher sein starker Fuß ist und wie sie ihn vom Tor fernhalten sollen. Deshalb ist er für uns so wichtig. Außerdem ist er nur vier Treffen hinter Raúl, dem größten Torjäger in der spanischen Geschichte.

Sie kennen viele portugiesische Spieler. Was denken Sie über den portugiesischen Fussball? Ist die Rivalität zwischen Spanien und Portugal sehr groß?Ich glaube, dass die Portugiesen eine sehr ausgewogene Mannschaft haben, mit einer guten Balance zwischen jungen Talenten und routinierten Akteuren. Das wird kein einfacher Gegner werden. Sie hatten einige Schwierigkeiten, sich zu qualifizieren, haben sich aber im WM-Verlauf gesteigert. Zudem haben sie eine gute Gruppenphase gespielt. Die Rivalität kommt daher, dass wir Nachbarn sind und weil so viele Spieler dies- und jenseits der Landesgrenze spielen. Das wird eine intensiv geführte Begegnung werden.

Vicente del Bosque verlangt nach jeder Begegnung eine Leistungssteigerung. Wie kann sich die Mannschaft noch verbessern?Der Trainer will, dass wir auf unserem üblichen Niveau spielen. Spanien hat sich noch nicht in Normalform präsentiert, beziehungsweise das gezeigt, was alle von dieser Mannschaft erwarten. Ich denke, dass das mit der Niederlage gegen die Schweiz zu tun hat. Die Pflicht sowie der Wunsch, die darauf folgenden Begegnungen zu gewinnen, haben dazu geführt, dass wir nicht so gespielt haben, wie wir es uns gerne gewünscht hätten. Jetzt läuft es allerdings so, wie wir uns das vor WM-Beginn vorgestellt hatten. Wir waren Gruppenerster und jetzt ist es an der Zeit, den Fussball zu spielen, den wir beherrschen. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Mannschaft noch steigern wird.

Was waren die Forderungen für die Partie gegen Portugal?Ich glaube, dass uns in den vorherigen Begegnungen etwas die Aggressivität im Spiel nach vorne gefehlt hat. Wir standen nicht nahe genug zusammen. Wir müssen mannschaftlich geschlossener auftreten, insbesondere gegen Teams, die sich weit zurückziehen und defensiv sehr stark sind. Sie haben in Südafrika noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Eine solche Mannschaft ist in der Defensive nur sehr schwer zu überwinden, zudem haben sie vorne mit Ronaldo und Simão brandgefährliche Stürmer. Die werden sicherlich auf Konter spielen wollen, und genau das müssen wir unterbinden.

Eine unvermeidliche Frage zu Cristiano Ronaldo, dem Top-Star des portugiesischen Teams. Was können Sie uns über ihn sagen?Er hat einen unglaublichen Ehrgeiz. Er ist ein außergewöhnlich guter Spieler, der sich aber auch in den Dienst der Mannschaft stellt. Wenn die Mannschaft Probleme hat, geht er bis an seine Grenzen und ist immer anspielbereit. Er will immer spielen und seine Mannschaft unterstützen.

Einige meiner Teamkollegen spielen mit ihm zusammen bei Real Madrid und sagen, dass er sich grundlegend von dem Bild unterscheidet, dass in der Öffentlichkeit von ihm gezeichnet wird. Er hat eine sehr professionelle Einstellung. Beim Training steht er immer als einer der ersten auf dem Platz und geht nach der Trainingseinheit meistens noch in den Kraftraum.

Man hat oft ein bestimmtes Bild von jemandem, und stellt dann fest, dass dieser Mensch eigentlich ganz anders ist. Aber ich denke, dass das im Prinzip für alle Spieler gilt. Auf und abseits des Platzes ist man ein anderer Mensch.

Kann Spanien gegen Portugal wieder auf höchstem Niveau spielen?Das wird nicht einfach sein, ich bin aber davon überzeugt, dass Spanien wieder auf höchstem Niveau spielen und mit der nötigen Unterstützung den Einzug in die nächste Runde schaffen kann. Wir sind jetzt in der nächsten Phase und haben die Chance, den Titel zu holen. Das müssen wir aber auf dem Platz beweisen.

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