FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Favoriten stolpern in die nächste Runde

Romelu Lukaku of Belgium and Tim Howard of the United States shake hands
© Getty Images

Die Achtelfinalpartien der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ sind ohne eine echte Überraschung zu Ende gegangen. Heute kamen mit Argentinien und Belgien auch die letzten zwei Gruppensieger weiter. Damit entspricht die Liste der Viertelfinalisten zwar den Erwartungen, doch die Art und Weise, auf die sich einige davon ihren Platz sicherten, war keineswegs geradlinig.

Von allen qualifizierten Teams kann einzig Kolumbien auf eine wirklich überzeugende Leistung im Achtelfinale verweisen. Bei allen anderen dürfte eher Erleichterung als Begeisterung vorherrschen. Das gilt ganz sicher auch für Argentinien, das sich gegen die Schweiz enorm schwer tat und erst in der 118. Minute durch Angel Di Maria nach Zuspiel von Lionel Messi zum Siegtreffer kam.

Und auch im zweiten Spiel des Tages, dem letztlich noch sehr spannenden Thriller zwischen Belgien und den USA, fielen in den ersten 90 Minuten keine Tore. Zwar verteidigten die Amerikaner, allen voran ihr Torhüter Tim Howard, geradezu heldenhaft, doch am Ende konnten die Roten Teufel dank Toren von Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku einen hauchdünnen 2:1-Sieg feiern.

Die wenig beeindruckenden Favoriten können sich allerdings damit trösten, dass sich nahezu alle bisherigen Weltmeister in der Achtelfinalrunde sehr schwer taten. Von den letzten sechs Weltmeistern hat einzig Brasilien mit einem 2:0 gegen Belgien bei der Turnierauflage 2002 sein erstes K.o.-Spiel mit mehr als einem Tor Differenz gewinnen können. Es scheint, als wäre die Achtelfinalrunde eher eine lästige Pflicht, die es irgendwie hinter sich zu bringen gilt.

Die ErgebnisseArgentinien – Schweiz 1:0 (n.V.) (Budweiser Man of the Match: Lionel Messi, ARG)
Belgien – USA 2:1 (n.V.) (Budweiser Man of the Match: Tim Howard, USA)

Denkwürdige MomenteAbschied für Ottmar Hitzfeld*
Ottmar Hitzfeld, einer der größten Trainer seiner Generation, bestritt heute sein letztes Spiel als Trainer und erlitt dabei eine denkbar knappe Niederlage, und das am Tag nachdem er vom Tod seines Bruders Winfried erfahren hatte. Der Trainer der Schweizer, der nun seine Karriere beendet, sprach von einem "Abschied mit einem Herz voller Emotionen", und er tat dies auf würdevolle und unauffällige Art - ganz so, wie es zu seinem Markenzeichen geworden ist. Auf die Frage, was er seinen Schützlingen auf dem Weg vom Spielfeld gesagt habe, antwortete Hitzfeld: "Ich habe ihnen einfach nur 'Danke' gesagt" Die Nation der *Eidgenossen wird diese einfache Botschaft zweifelsohne gern an den Trainer zurückgeben.

Gut Ding will Weile haben*
*Geduld ist eine Tugend, heißt es. Dieses Sprichwort traf ganz gewiss auf die Torjäger in der Achtelfinalrunde zu. Nachdem es in den Partien zwischen Brasilien und Chile sowie Kolumbien und Uruguay noch Tore im ersten Durchgang gab, stand es in allen anderen sechs Achtelfinalpartien zur Pause noch 0:0. Dafür gab es in den letzten Spielminuten vor den Toren reichlich Dramatik. Einen Tag nachdem der Algerier Abdelmoumene Djabou das späteste Tor der WM-Geschichte erzielt hatte (auf der Uhr standen 120 Minuten und 51 Sekunden) trug sich auch der Argentinier Di Maria extrem spät in die Torschützenliste ein. Es waren zwar 'erst' 118 Minuten gespielt, doch der Treffer des argentinischen Flügelstürmers gegen die Schweiz war der späteste, durch den ein WM-Spiel entschieden wurde, seitdem Fabio Grosso (119. Minute) und Alessandro del Piero (121. Miunute) 2006 in Deutschland das Gastgeberteam im Halbfinale aus dem Rennen warfen. Damit hatten sie damals den von Daniel Bertoni in der 115. Minute des Endspiels von 1978 aufgestellten Rekord gebrochen. Auch in der Partie zwischen Belgien und den USA trafen De Bruyne, Lukaku bzw. Julian Green erst in der 93., 105. bzw. 107. Minute, womit die letzten sechs Tore in Brasilien allesamt erst in der Verlängerung gefallen sind.

Zwei herausragende Torhüter*
*Nur selten hat sich ein Spieler die Auszeichnung als Budweiser Man of the Match härter verdienen müssen als U.S.-Torhüter Tim Howard am heutigen Abend. Der Schlussmann der USA präsentierte sich in bestechender Form und wehrte 16 der 18 Bälle ab, die auf sein Tor kamen – viele davon mit wahren Glanzparaden. Damit übertraf er sogar noch den algerischen Torhüter Rais M'Bolhi, der sich gestern in der Partie gegen Deutschland ähnlich überragend gezeigt hatte. Auch die Belgier haben allen Grund, sich bei ihrer Nummer eins zu bedanken, denn Thibaut Courtouis hatte zwar deutlich weniger zu tun als sein Gegenüber, doch er konnte seine persönliche Erfolgsbilanz weiter ausbauen und hat weiterhin noch kein einziges der 21. Spiele verloren, bei denen er von Anfang an für die *Roten Teufel *zwischen den Pfosten stand

Der Tag in Zahlen5 – So viele Achtelfinalpartien gingen in die Verlängerung. Damit wurde der 1990 in Italien aufgestellte Rekord gebrochen. Nur ein einziges Mal in der WM-Geschichte, nämlich 1938, gab es in einer einzigen K.o.-Runde ebenfalls fünf Partien über 120 Minuten.

Netzgeflüster

>

An outstanding career is over. All the best for you and chapeau Ottmar Hitzfeld..... #legend #coach #trainer #general

— Lukas-Podolski.com (@Podolski10) July 1, 2014

So geht's weiterFrankreich – Deutschland, 4. Juli 2014, 13:00 Uhr, Maracanã-Stadion, Rio de Janeiro
Brasilien – Kolumbien, 4. Juli 2014, 17:00 Uhr, Estadio Castelao, Fortaleza
(Alle Zeitangaben in Ortszeit)

Sie haben das Wort...Welches der Teams, die das Achtelfinale überstanden haben, hat Sie am stärksten beeindruckt?

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