FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

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14 Juni - 15 Juli

WM-Archiv

Heldenempfang für die Gebrüder Charlton

August 1966. Ashington, Northumberland. England stars, the brothers Bobby, left and Jack Charlton in an open top Rolls Royce as they get a heroes welcome back in the North East after the World Cup success.  
© Getty Images
  • Bobby und Jack Charlton wurden 1966 gemeinsam FIFA Fussball-Weltmeister
  • Die Brüder waren als Fussballer und als Menschen grundverschieden
  • Nach einem öffentlichen Zerwürfnis folgte 2008 ihre Versöhnung

Nach dem Schlusspfiff beim Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1966™ lief Bobby Charlton schnurstracks zu seinem älteren Bruder. "Diesen Moment kann uns niemals jemand nehmen", rief er aus, während er Jack umarmte und Freudentränen über seine Wangen liefen.

Das Bild zeigt die Charltons wenige Tage darauf bei ihrer Rückkehr nach Ashington, der kleinen Bergarbeiterstadt, wo der fussballerische Weg der Brüder einst begonnen hatte. Von einem derartigen Empfang hatten die beiden während ihrer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen nicht einmal zu träumen gewagt. Der Familie mangelte es an Geld und Platz, so dass die Brüder sich ein Bett teilen mussten.

In diesen Jahren entstand eine enge Bindung zwischen den Beiden. Als Jack 1957 heiratete, kam für ihn niemand anders als sein Bruder Bobby als Trauzeuge in Frage. "Grund dafür waren aber nicht die Konventionen, sondern dass er mein bester Freund war", erklärte er später.

Trotz ihrer engen Bindung und ihrer gemeinsamen Leidenschaft für den Fussball waren die beiden Brüder jedoch auf und abseits des Platzes grundverschieden. Bobby war ein kompakter, dynamischer Angreifer, während der eher schlaksige Jack als kompromissloser Verteidiger glänzte. Der jüngere Bruder war eher schüchtern und lernbegierig, der ältere war (vor-)laut, gesellig und so manches Mal auch rebellisch.

Im Laufe der Zeit traten diese Unterschiede und die Spannungen über das Verhältnis zwischen ihrer Mutter und Bobbys Frau Norma immer stärker zu Tage. Die Brüder entfremdeten sich zusehends und zerstritten sich dann in aller Öffentlichkeit. 2007 nannte Bobby die Äußerungen seines Bruders Jack über seine Frau Norma "absolut infam" und fügte hinzu: "Die Kluft zwischen uns war nie so groß wie heute. Ich will nichts von ihm wissen."

Glücklicherweise folgte eine Versöhnung, ebenfalls in der Öffentlichkeit. Gut ein Jahr später wurde Bobby von der BBC mit einem Preis für sein sportliches Lebenswerk geehrt. In der landesweit übertragenen Sendung wurde ihm die Auszeichnung von niemand anderem als seinem Bruder Jack überreicht. Nach einem noch eher steifen Händedruck fielen sich die beiden dann in die Arme, wie schon 1966. "Bobby Charlton ist der großartigste Spieler, den ich je gesehen habe", wandte sich Jack an das Publikum. "Und er ist mein Bruder!"

"Wir hatten durchaus unsere kleinen Höhen und Tiefen", sagte Bobby damals. "Aber er war bei der WM dabei, wir haben zusammen in der Nationalmannschaft gespielt und diese Dinge stehen einfach über allen anderen. Ich hätte mir nicht gewünscht, dass mir irgendein anderer diese Trophäe überreicht. Es war genau richtig."

Hätten Sie's gewusst?

Neben den Charlton-Brüdern hat nur ein einziges weiteres Gebrüderpaar die WM gewonnen, nämlich Fritz und Ottmar Walter 1954. Jack, Bobby und das englische Weltmeisterteam von 1966 nehmen im entsprechenden Ausstellungsteil im FIFA Welt Fussball Museum in Zürich einen wichtigen Ehrenplatz ein.

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