FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

KATAR 2022™

Tadić: "Zidane war mein Idol"

Dusan Tadic of Serbia poses during the FIFA World Cup 2018
© Getty Images
  • Serbien startet am 24. März in die WM-Qualifikation für Katar 2022
  • Im Exklusivgespräch äußert sich der Kapitän der Weißen Adler, Dušan Tadić
  • Er spricht insbesondere über Ajax Amsterdam, Russland 2018 und die Idole seiner Kindheit

In der kommenden Woche beginnt für Serbien die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™. In Belgrad geht es gegen die beiden Hauptkonkurrenten für die direkte Qualifikation in Gruppe A: am 24. März gegen die Republik Irland und drei Tage später gegen Portugal.

Angesichts dieses Auftaktprogramms benötigt der neue Nationaltrainer Dragan Stojković einen Dušan Tadić in Topform. Der aktuelle Nationalmannschaftskapitän hat von allen noch aktiven Weißen Adlern Serbiens die meisten Länderspiele. Seit der Qualifikation für Russland 2018, in der er vier Tore erzielte und sieben weitere vorbereitete, ist Tadić der unumstrittene Spielmacher in der Landesauswahl. Immerhin qualifizierte sich Außenseiter Serbien seinerzeit als Erster der Gruppe D für die WM-Endrunde.

Dort kam die Mannschaft zwar nicht über die Gruppenphase hinaus, aber Tadić selbst konnte sich mit einem weiteren denkwürdigen Abenteuer trösten: dem von Ajax Amsterdam in der UEFA Champions League 2018/19, als der niederländische Spitzenklub mit Traumfussball und Tadić in Galaform bis ins Halbfinale stürmte.

Für FIFA.com blickt der inzwischen 32-Jährige auf die großen Momente einer von Spielfreude und Fussballleidenschaft geprägten Karriere zurück und formuliert seine Erwartungen an die spannende nächste WM-Qualifikation.

Dusan Tadic of Serbia reacts 
© Getty Images

Sie haben von 2014 bis 2018 bei Southampton gespielt. Wie fällt Ihre Premier-League-Bilanz aus?

Ich bin sehr stolz auf meine Zeit in England. Wir haben die besten Ergebnisse in der Geschichte von Southampton erzielt und ich war drei Jahre unter den besten fünf Torvorbereitern der Liga. Ich hatte Angebote großer Vereine, aber nachdem wir zwei Mal in Folge Platz sechs belegt hatten – Rekord für Southampton – wollte mich der Klub nicht abgeben. Wir hatten weiter gute Ergebnisse, bis zur vierten Saison, als wir nur knapp den Abstieg vermeiden konnten. Damals habe ich den Verantwortlichen gesagt, ich würde alles für den Klassenerhalt tun, wollte aber nach der Saison selbst entscheiden können, wohin ich gehe – und genauso ist es dann abgelaufen.

Sie sind dann in die Niederlande zurückgekehrt, wo Sie schon von 2010 bis 2014 gespielt hatten, zu Ajax Amsterdam. "Der einzige Klub, zu dem ich will", sagten Sie damals. Warum?

Weil Ajax ein großer Klub mit Weitsicht ist, der immer die Spitze anpeilt. Bei Ajax dreht sich alles um Fussball, bis ins kleinste Detail. Man hat den Ehrgeiz, besser zu sein, jeden Gegner zu dominieren. Es ist der perfekte Klub für mich. Schon als Kind war Ajax der Verein meiner Träume. Er hat vier Mal die Königsklasse gewonnen, von den vielen anderen Titeln ganz zu schweigen. Der Klub hat so viele Legenden hervorgebracht. Unglaublich gute Spieler haben das Trikot von Ajax getragen. Foetbal total wurde unter Rinus Michels zuerst bei Ajax praktiziert und dann später von Johan Cruyff fortgeführt, der diese Philosophie mit zu Barça nahm.

Das Erreichen des Halbfinals in der UEFA Champions League gleich in Ihrer ersten Saison hat Ihnen Recht gegeben. Hätten Sie damit gerechnet?

Ja, denn wir hatten eine großartige Mannschaft und haben den besten Fussball in Europa gespielt. Alle waren für uns, selbst unsere Rivalen haben uns unterstützt. Meiner Meinung nach haben wir den Fussball weiterentwickelt, denn in der Folge haben uns viele zu imitieren versucht und wollten so spielen wie wir. Wir haben Bayern München, Real Madrid und Juventus Turin geschlagen und dabei auch noch schön gespielt. Selbst im Halbfinale gegen Tottenham haben wir ja das Hinspiel mit 1:0 gewonnen und im Rückspiel zur Halbzeit mit 2:0 geführt. Mir ist es heute noch unbegreiflich, wie die Spurs uns rauswerfen konnten. Wir hätten den Einzug ins Finale verdient gehabt.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als in der Saison darauf Säulen der Mannschaft wie Matthijs de Ligt und Frenkie de Jong den Verein verlassen haben?

Ajax hat nun mal die Philosophie, junge Talente auszubilden und teuer zu verkaufen. Für die beiden hat es mich gefreut, auch wenn sie mir fehlen. Ich bin geblieben, weil ich den Klub und unsere Spielweise liebe. Die Mannschaft ist immer hungrig und jede Niederlage ein Problem. Das gefällt mir.

Dusan Tadic of Ajax celebrates after he takes and scores his second penalty 
© Getty Images

Auf dem Platz zeichnen Sie sich durch Selbstlosigkeit aus. Ist das ein Wesenszug von Ihnen oder haben Sie sich das erst angeeignet?

Das ist ein Wesenszug. Es hat einfach damit zu tun, dass ich immer den Kopf oben habe und alles sehe. Wenn ich also einen besser positionierten Mitspieler sehe, passe ich den Ball automatisch zu ihm.

Nach der phänomenalen Qualifikation für die FIFA Fussball-WM 2018™ kam Serbien in Russland nicht über die Vorrunde hinaus. Denken Sie, da geht noch mehr?

Unser Traum war, uns für die WM zu qualifizieren. Wir waren sehr glücklich, als uns das gelungen ist, immerhin hatte Serbien darauf acht Jahre lang warten müssen. Umso enttäuschter waren wir allerdings anschließend, dass bereits nach der Gruppenphase Schluss war. Selbst mit dem Wissen, dass unsere Gruppe stark war, glaube ich, es wäre mehr möglich gewesen.

Was bedeutet Ihnen die Weltmeisterschaft und welche Spieler haben Sie in diesem Wettbewerb am meisten beeinflusst?

Für mich und die meisten meiner Mitspieler ist die Weltmeisterschaft der Traum schlechthin. Wenn ich als Kind die Spiele angeschaut habe, habe ich mir vorgestellt, eines Tages selbst dabei zu sein. Zinédine Zidane war mein Idol. Ihm hätte ich stundenlang zusehen können. Geprägt hat mich auch Ronaldo, ein phänomenaler Spieler, ebenso wie Ronaldinho. Das waren meine drei WM-Lieblingsspieler.

Was halten Sie von Serbiens Gruppe in der Qualifikation für die WM 2022, mit Portugal, der Republik Irland, Luxemburg und Aserbaidschan?

Es ist eine ausgeglichene Gruppe und nur eine Mannschaft qualifiziert sich direkt. Portugal hat eine großartige Mannschaft und wird sicherlich der schwierigste Gegner. Gegen Irland haben wir kürzlich erst gespielt und wissen daher, dass es ebenfalls eine solide Mannschaft ist. Auch Luxemburg und Aserbaidschan haben ihre Qualitäten. Wir müssen also schon alles geben und uns von unserer besten Seite zeigen, wenn wir das Ziel Qualifikation erreichen wollen.

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