FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Suker, der Trumpf im kroatischen Spiel

Davor Suker war ein echter Knipser, ein Schlitzohr, ein Strafraumstürmer und ein hervorragender Techniker. Mehr als 200 Tore erzielte er in seiner Karriere. An drei FIFA Weltpokal™-Turnieren nahm er teil: mit Jugoslawien 1990 und mit Kroatien 1998 und 2002. Suker war in seiner aktiven Zeit ein außergewöhnlicher Techniker mit großartigem Torriecher, viel Spielintelligenz, explosivem Antritt und einem starken linken Fuß – Eigenschaften, die ihn zu einer Legende des kroatischen Fussballs machten.

Als er 1998 in Frankreich die kroatische Mannschaft anführte, war Suker auf dem Höhepunkt einer Karriere, die er 1985 beim Klub seiner Heimatstadt, dem NK Osijek, begonnen hatte. Dort erzielte er 40 Tore in 91 Spielen, woraufhin er 1989 zum kroatischen Renommierklub Dynamo Zagreb wechselte. Aber schon 1987 war der junge Mann mit dem ausgeprägten Torinstinkt bei der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft dank seiner sechs Treffer für Jugoslawien allen Beobachtern aufgefallen.

Von der Ersatzbank zum Goldenen Schuh

Nach zwei Spielzeiten und dreißig Toren für Zagreb lockte die spanische Eliteliga in Gestalt des FC Sevilla, für den Suker in fünf Jahren die Kleinigkeit von 76 Toren schoss. Diese beeindruckende Bilanz und der ebenso freche wie kaltblütige Lupfer gegen Dänemarks Weltklassetorhüter Peter Schmeichel beim 3:0 während der EURO 1996 ebneten ihm den Weg zu Real Madrid. Dort brachte er es gleich in seiner ersten Saison auf 38 Spiele und 24 Tore. "Bei Real Madrid hatte ich die schönste Zeit meiner Karriere. Madrid war die schönste Zeit, der beste Klub und dort hatte ich meine meisten Erfolge", sagt Suker noch heute.

Saß er beim FIFA Weltpokal™ 1990 in Italien noch auf der Bank, so holte Suker die versäumten Gelegenheiten acht Jahre später in Frankreich mehr als nach. In einer kroatischen Mannschaft, die an ihrer ersten Endrunde seit der Unabhängigkeit des Landes und dem Zerfall Jugoslawiens teilnahm, war Suker der Trumpf beim Triumph. In den sieben Spielen Kroatiens erzielte er sage und schreibe sechs Tore. Nur einmal, beim 0:1 gegen Argentinien, ging er leer aus.

In der Gruppenphase eröffnete Suker seinen persönlichen Torreigen beim 3:1 gegen Jamaika. Auch das für das Weiterkommen entscheidende goldene Tor beim 1:0 gegen Japan ging auf sein Konto. Die folgende Niederlage gegen Argentinien war da ohne Bedeutung. Im Achtelfinale gegen Rumänien verwandelte Suker nervenstark den Elfmeter zum 1:0. Wieder war es der entscheidende Treffer. Die Sensation folgte dann im Viertelfinale: die sonst traditionell starke Turniermannschaft aus Deutschland wurde mit 3:0 abgefertigt. Auch in diesem Spiel ließ sich Suker nicht lumpen und machte mit dem dritten Tor alles klar.

Ein historischer dritter Platz

Im Halbfinale ging es für die Mannen von Miroslav Blazevic gegen Frankreich, das zwei schwere Spiele gegen Paraguay und Italien in den Knochen hatte. Als Davor Suker zwei Minuten nach der Pause die Führung für Kroatien erzielte, glaubte er das Schwerste geschafft. Es war eines von nur zwei Toren, die Fabien Barthez während des ganzen Turniers hinnehmen musste. Dann aber machte Verteidiger Lilian Thuram den kroatischen Hoffnungen ein Ende. Ausgerechnet ihm nämlich, der zuvor in der Nationalmannschaft noch nie getroffen hatte, gelang ein Doppelpack zum 2:1-Endstand. Der ganz große kroatische Traum war damit geplatzt, aber Suker revanchierte sich mit dem Siegtor beim 2:1 gegen die Niederlande im Spiel um Platz drei.

2002, beim ersten FIFA Weltpokal™-Turnier in Asien, hatte Suker weit weniger Glück. Er machte nur das erste Spiel gegen Mexiko (1:0) und musste die beiden folgenden Niederlagen gegen Italien (1:2) und Ecuador (0:1) von der Bank aus mit ansehen.

Einen ähnlichen Verlauf nahm seine Karriere im Verein, denn nach dem ersten, herausragenden Jahr bei den "Galaktischen" konnte Suker nicht mehr an die Form seiner besten Jahre in Spanien anknüpfen. Er ging für jeweils ein Jahr zu Arsenal und West Ham United und beendete seine Laufbahn schließlich in der deutschen Bundesliga bei 1860 München, wo er im April 2002 sein 200. Profitor erzielte, Nationalmannschaft und Klubs zusammen genommen.

Davor Suker ist in Kroatien eine Sportlegende. Von seinem Verband wurde er als "Goldsportler" ausgezeichnet – eine Ehrung, die ihm viel bedeutet. "Neben dem Titel des besten Torschützen beim FIFA-Weltpokal ist diese Auszeichnung die wichtigste, die ich je erhalten habe. Eine große Ehre."