FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Strahlende Zukunft für die Slowakei

© Getty Images

"Wir sind bei dieser WM-Endrunde als Außenseiter angetreten. Als WM-Neuling hatten wir uns natürlich erträumt, für eine Überraschung zu sorgen, und das haben wir am Ende ja auch geschafft", meinte Robert Vittek gegenüber der FIFA vor der Achtelfinalpartie der Slowakei gegen die Niederlande. Wie ihr Stürmerstar verkündete, machte die slowakische Nationalmannschaft keinen Hehl daraus, dass sie bei ihrer ersten WM-Teilnahme Fans und Experten gleichermaßen überraschen wollte. Auch wenn die Niederländer am Ende die Partie gewonnen haben, muss man den Slowaken hoch anrechnen, dass sie bis zur letzen Sekunde nichts unversucht ließen, um die Überraschung doch noch zu schaffen. Alles in allem wird jedoch das WM-Debüt der Slowakei als Erfolg in die Fussballgeschichte eingehen.

Die Auftaktpartie der Slowakei bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ war jedoch ein schwieriges Unterfangen. Im ersten Spiel gegen Neuseeland fiel die Hoffnung auf einen Sieg durch den Ausgleichstreffer zum 1:1 wie ein Kartenhaus in sich zusammen. "Die erste Partie hat uns mental einen herben Dämpfer versetzt", gab Nationaltrainer Vladimir Weiss zu. Deshalb entschied er sich danach, seine Startformation und die Taktik zu ändern. Was sich jedoch nicht änderte, war die Einstellung seiner Mannschaft, mit Herz und großer Aufopferungsbereitschaft zu kämpfen.

Ein Sieg zur rechten Zeit
Gegen Paraguay hatte sich Weiss für ein 4-5-1-System entschieden, anstatt sein klassisches 4-4-2 zu spielen, und beschloss insbesondere, Jan Durica, der normalerweise auf der Innenverteidiger-Position spielt, auf der linken Abwehrseite aufzustellen. Robert Vittek, der gelernte offensive Mittelstürmer, wurde im Mittelfeld eingesetzt. Aber dieses Pokerspiel sollte sich nicht auszahlen: Die Slowakei kassierte eine 0:2-Niederlage und war in ihrem letzten Gruppenspiel gegen den amtierenden Weltmeister Italien gezwungen, alles auf eine Karte zu setzen.

Aber dieser Misserfolg brachte den Trainerfuchs nicht aus der Ruhe. Trotz des Rückschlags überraschte Weiss seine Leute erneut und ließ Stanislav Sestak und seinen Sohn Vladimir Weiss – zwei eigentlich gesetzte Stammkräfte – auf der Bank. Indessen ließ er in der Startelf gegen Italien den linken Flügelspieler Miroslav Stoch auf rechts und den offensiven Mittelstürmer Erik Jendrisek auf links auflaufen. Diese komplett umgekrempelte, aber aufopferungsvoll kämpfende slowakische Elf besiegte am Ende eine ideenlose Squadra Azzurra mit 3:2 und löste völlig unerwartet das Ticket für die zweite Runde des Turniers.

"Das ist ein riesiger Erfolg für uns. Der slowakische Fussball ist über sich hinausgewachsen. Das hätten wir niemals zu träumen gewagt. Ich bin sehr glücklich. Wir haben bewiesen, dass wir in der Lage sind, Großes zu leisten", schnaufte Vittek. Er war der Held dieses für die Slowaken denkwürdigen Abends, an dem er einen spielentscheidenden Doppelpack gegen die Italiener erzielte und mit 22 Treffern auch zum besten Torjäger der Slowakei aufschloss, bevor er dank seines verwandelten Strafstoßes im Achtelfinale gegen die Niederlande zum alleinigen Rekordtorschützen wurde. Gegen die Niederländer konnte er eine "Leistung zeigen, die nahe an die gegen Italien gezeigte herankam."

Glänzende Zukunftsaussichten
Ein weiteres Mal strafte der slowakische Nationaltrainer Vladimir Weiss alle Vorhersagen Lügen und stellte Marek Hamsik im defensiven Mittelfeld auf. Seinen Sohn ließ er als echte Nummer zehn in einem 4-5-1-System auflaufen. Aber wenn man es mit aller Kraft erzwingen will, dann verpufft das Überraschungsmoment. Während der Partie jonglierte Weiss munter mit mehreren Spielkombinationen herum und wechselte das Spielschema nicht weniger als drei Mal."Die beste Mannschaft hat gewonnen, und das war die niederländische Elf", gestand der Trainer nach der Partie ein, "obwohl wir hoch erhobenen Hauptes unsere Heimreise antreten können", fügte er hinzu. Und nach ihrer Ankunft werden sie wohl eine glänzende Zukunft vor sich haben.

"Es stimmt zwar, dass unser WM-Traum ausgeträumt ist, aber wir haben eine sehr schöne WM gespielt. Wir konnten es mit einigen der weltbesten Mannschaften aufnehmen. Heute hätte nicht viel gefehlt. Wir hätten nur den Ausgleich zum 1:1 machen müssen. Aber wir blicken in eine strahlende Zukunft. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, und die Aussichten für die kommenden sieben, acht Jahre sind hervorragend", bestätigte der slowakische Torhüter Jan Mucha gegenüber der FIFA.

"Für ein kleines Land wie das unsere ist es eine wunderbare Sache, bei diesem WM-Turnier soweit gekommen zu sein. Wir hatten am heutigen Abend einige Gelegenheiten, um unseren Traum weiter zu träumen, aber wir müssen uns unserer heutigen Leistung nicht schämen und auch nicht der, die wir während des gesamten Turniers gezeigt haben. Wir haben ein junges Team, und unser Ziel ist, weiter zu reifen und in vier Jahren mit einer noch durchschlagskräftigeren Mannschaft anzutreten", sagte der junge Vladimir Weiss, der sich gleichzeitig als eine der ganz großen Entdeckungen dieser slowakischen Nationalelf herausgestellt hat, abschließend.

Man muss keine Karten legen, um vorherzusagen, dass die Fussballzukunft der "kleinen" Slowakei eine glänzende sein wird. Sie hat es jetzt auf jeden Fall selbst in der Hand, eine große Fussballnation zu werden.

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