FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022

21 November - 18 Dezember

FIFA Weltmeisterschaft™

Der lange Weg der 'Socceroos' nach Russland

© Getty Images
  • Australien qualifizierte sich über zwei Playoff-Runden und absolvierte insgesamt 22 Spiele
  • Die Socceroos erzielten in der WM-Qualifikation die meisten Tore aller Teams
  • Unter Trainer Ange Postecoglou trumpfte das Team mit einer runderneuerten Spielweise auf

Australien ist durchaus daran gewöhnt, die WM-Qualifikation auf die harte Tour zu absolvieren. Die Socceroos hatten schon vor 25 Jahren Spiele in allen sechs Kontinentalverbänden absolviert. Damals traten sie in Kanada und in Argentinien an, Angehörige der beiden einzigen FIFA-Konföderationen, in denen sie seit ihrer ersten Teilnahme an einer WM-Qualifikation Mitte der 1960er Jahre noch nicht gespielt hatten.

Am Mittwoch schloss Australien nun die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ mit einem3:1-Sieg im Gesamtresultat gegen Honduras erfolgreich ab. Auf dem Weg dorthin stellten die Australier mehrere neue Rekorde auf, die wohl so schnell nicht gebrochen werden dürften.

So absolvierten die Aussies insgesamt 22 Spiele. Mehr Partien musste noch nie ein Team hinter sich bringen, um es zu einer WM-Endrunde zu schaffen. Dabei brachten sie es bei ihren zahlreichen Reisen in alle Winkel Asiens und darüber hinaus auf die unglaubliche Gesamtdistanz von 250.000 Kilometern. Das entspricht fast der sechsfachen Länge des Äquators.

In den 22 Spielen brachten es die Socceroos auf 51 Tore, mehr als jedes andere Team. Kurioserweise kam jedoch ausgerechnet ein Mangel an Toren die Australier in dieser WM-Qualifikation mit ihren Höhen und Tiefen teuer zu stehen.

Zum Auftakt der Gruppenphase lief alles noch nach Plan. Dann aber kehrten die Socceroos mehrfach nur mit einem Punkt von Auswärtsspielen zurück. In ihrem vorletzten Gruppenspiel hätten sie dennoch die Qualifikation unter Dach und Fach bringen können, doch sie unterlagen in Japan. Es war erst die zweite Niederlage in der gesamten Qualifikation. Am letzten Spieltag gelangen ihnen dann gegen Thailand nicht genügend Treffer, um Saudiarabien noch vom direkten Qualifikationsplatz zu verdrängen.

Es folgte das AFC Playoff-Duell mit dem denkbar knappen 3:2-Sieg im Gesamtresultat gegen Syrien, bevor dann im Interkontinental-Playoff gegen die tapfer kämpfenden Honduraner endlich die Qualifikation gelang.

Die Australier sind 2018 in Russland zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt bei einer WM-Endrunde dabei. Ange Postecoglou ist zudem der erste in Australien aufgewachsene Trainer, der ein Team zum größten Fussballturnier der Welt führte.

"Es ist ein überwältigendes Gefühl. Wenn man das eigene Land trainiert, ist die Last der Verantwortung ja sogar noch größer", sagte Postecoglou.

Unter dem Trainer, der das Amt kurz vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ übernommen hatte, entwickelten die Australier einen proaktiven Ballbesitzfussball, mit dem sie die Klischees der Vergangenheit hinter sich lassen wollen. Diesen aggressiven Ansatz fasste Postecoglou einmal treffend in die Worte: "Lieber aufrecht stehend sterben, als auf den Knien überleben."

Während der insgesamt 29 Monate dauernden Qualifikation spielten sich mehrere talentierte neue Spieler in den Vordergrund, allen voran die technisch herausragenden Mittelfeldspieler Aaron Mooy und Tom Rogic.

Trotz dieser frischen Kräfte waren es allerdings insbesondere zwei erfahrene Veteranen, die einen ganz besonderen Beitrag leisteten. Der bereits 38-jährige Tim Cahill erlebt unter Postecoglou einen zweiten Frühling und war mit elf Treffern der erfolgreichste Torjäger des Teams.

Im Mittelfeld erwies sich Mile Jedinak als wichtiger Schlüsselspieler. Er erzielte alle drei Treffer gegen Honduras, zwei davon vom Elfmeterpunkt – ein absolut denkwürdiger Tag für den Kapitän der Socceroos. Nun wird er als erster Spieler das australische Team bei einer zweiten WM-Endrunde führen.

"Das bedeutet mir mehr, als ich in Worte fassen kann", so Jedinak über die geglückte Qualifikation. "Wir haben uns vor einigen Jahren das Ziel gesetzt, uns für die WM zu qualifizieren und dort Eindruck zu machen, doch der erste Schritt ist ja immer, erst einmal zur WM zu kommen.

Wir haben es als eines der letzten Teams geschafft, aber das ist eben unser Weg. Ich bin sehr stolz auf das, was wir geleistet haben."

Australies langer Weg nach Russland
Absolvierte Spiele: 22 (Einstellung des Rekordes von Honduras sowie Trinidad und Tobago 2002)
Absolvierte Spielminuten: 2.010
Zurückgelegte Distanz: 250.000 km

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