FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Sneijder: "Alles geben, um den Titel zu holen"

SALVADOR, BRAZIL - JUNE 13: Wesley Sneijder of the Netherlands reacts after a missed chance in the first half during the 2014 FIFA World Cup Brazil Group B match between Spain and Netherlands at Arena Fonte Nova on June 13, 2014 in Salvador, Brazil.  (Ph
© Getty Images

Wesley Sneijder war der unumstrittene Star der Niederlande bei der letzten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und wurde am Ende sogar mit dem Silbernen Ball von adidas ausgezeichnet. Obwohl er seither bestrebt ist, vom Vizeweltmeister zum Weltmeister und vom Silbernen Ball zum Goldenen Ball zu avancieren, hatte es lange Zeit den Anschein, als würde er nicht die Chance dazu bekommen.

Die Karriere des Mittelfeldspielers wurde in den letzten zwei Jahren von seinem wenig harmonischen Verhältnis zu Nationaltrainer Louis van Gaal überschattet, was bereits zu Vermutungen führte, dass er aus der Mannschaft der Oranje verbannt und sogar aus dem WM-Kader gestrichen werden könnte. Die erste Aktion van Gaals nach dessen Amtsantritt war tatsächlich die Absetzung von Sneijder als Kapitän, und auch an der Fitness und der Form des früheren Stars hatte er einiges zu bemängeln. "Ich glaube nicht, dass er es schafft", sagte der Trainer kritisch.

Doch inzwischen hat Sneijder nicht nur seinen Stammplatz zurückerobert, sondern mit großartigen Leistungen auch bei dieser Weltmeisterschaft für Furore gesorgt. Nachdem er die Probleme mit van Gaal aus dem Weg geräumt hatte, kam er zu seinem 100. Länderspiel und verhalf den Niederländern zum Triumph in der wohl schwersten Vorrundengruppe. Im Gespräch mit der FIFAbetonte der Spieler von Galatasaray Istanbul, das Ziel müsse nun der WM-Pokal sein

FIFA: Wesley, wie ist die Stimmung in der Mannschaft, nachdem alle drei Gruppenspiele und somit auch die Gruppe gewonnen wurden?Wesley Sneijder: Wenn man gewinnt, ist die Stimmung immer großartig. Die Gruppe war in der Tat sehr schwer. Vor dem Turnier gaben uns nur wenige die Chance auf das Weiterkommen. Doch wir haben immer an uns geglaubt und haben uns auf ein neues System eingestellt. Danach wurde unser Selbstvertrauen immer größer. Wenn man in eine Gruppe mit Spanien, Chile und Australien gelost wird und dann mit drei Siegen und zehn Treffern Erster wird, hat man wohl sehr viel richtig gemacht. Dies hätte wohl niemand für möglich gehalten, doch wir haben daran geglaubt – und das war letzten Endes entscheidend. Man muss bei jedem Turnier das Ziel haben, den Pokal nach Hause zu holen. Und genau das haben wir auch bei dieser WM gemacht. Man sieht diesen enormen Siegeswillen in jedem unserer Spiele – das zeichnet die Mannschaft aus.

Die Mannschaft schon, aber auch Louis van Gaal?Ja, natürlich. Der Trainer steht über der Mannschaft und bestimmt, wie wir spielen. Für die meisten von uns war dieses System neu, und viele Spieler mussten Aufgaben erfüllen, an die sie nicht gewohnt waren. Das brauchte viel Übung. Wir haben für dieses System sehr viel trainiert und in den Freundschaftsspielen hart daran gearbeitet. Und wenn man dann gegen Spanien, Chile und Australien kaum Chancen vergibt, spricht das natürlich für uns. Ein großes Kompliment gebührt dem Trainer, der uns diese Spielweise vorgibt, aber auch den Spielern, die dieses System auf dem Platz umsetzen. Jeder weiß, was von uns erwartet wird und was er zu tun hat. Und wir wissen natürlich, dass wir eine gefährliche Kontermannschaft sind.

Wir sind in der Lage, das System während eines Spiels zu ändern, und auch die Ersatzspieler haben einen sehr wichtigen Beitrag geleistet.Das ist sehr wichtig. Immerhin fährt man nicht umsonst mit 23 Mann zu einer Weltmeisterschaft. Es mag wie ein Klischee klingen, doch es gibt keine Mannschaft, die mit nur elf Spielern Weltmeister werden kann. Das ist unmöglich, weshalb auch die Ersatzspieler jederzeit bereit sein müssen. Zum Glück war dies bei uns der Fall. Die Reservespieler konnten ausnahmslos mit guten Leistungen überzeugen. Sie trainieren hart und sie haben eine positive Einstellung – das ist sehr wichtig für das ganze Team.

Der Gruppensieg hat Ihnen einen zusätzlichen spielfreien Tag eingebracht. Wie wichtig ist das?Ein zusätzlicher Tag für die Regeneration ist von unschätzbarem Wert. Wir stehen am Ende einer langen Saison, jeder hat zahlreiche Spiele in den Beinen. Und auch die drei Gruppenspiele waren alles andere als einfach. Wir bestritten diese Partien mit enorm hoher Intensität. Ein zusätzlicher Tag ist daher ein großes Plus, und diesen Tag haben wir genutzt, um unsere Köpfe freizubekommen. Nun sind wir alle auf das Spiel gegen Mexiko fokussiert, auf das wir uns akribisch vorbereiten.

Ist Ihr Siegeshunger diesmal noch größer, nachdem Sie das Endspiel 2010 verloren haben?Wenn ich bei einem Turnier spiele, will ich immer gewinnen. Natürlich kann man manche Spiele einfacher gewinnen als andere. Vor vier Jahren war es für uns nicht einfach, doch die Mannschaft war sehr positiv und alles lief wunschgemäß. Leider haben wir das Finale verloren. Das war eine der bittersten Niederlagen meiner bisherigen Karriere. Doch das Schöne am Fussball ist, dass man immer die Chance für eine Revanche bekommt, und diese Chance bietet sich nun, vier Jahre danach. Warum sollten wir diesmal nicht gewinnen? Wir haben eine großartige Mannschaft und einen tollen Teamgeist, also müssen wir alles dafür tun.

Sie sind nur noch vier Spiele von diesem Ziel entfernt, und Ihr nächster Gegner heißt Mexiko. Was wissen Sie über die Mexikaner?Nur *vier Spiele? *(lacht) Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir sind zuversichtlich, doch wir müssen von Spiel zu Spiel denken, und im nächsten wartet ein sehr starker Gegner auf uns. Gegen Mexiko zu spielen, ist sehr unangenehm. Daher müssen wir voll konzentriert sein und uns ausschließlich auf diese Partie konzentrieren. Danach werden wir weitersehen.

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