FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Weltmeisterschaft™

Senegals Spiel der Spiele

Senegal celebrate Henri Camara's goal during the Sweden v Senegal, World Cup Second Round match in 2002.
© Getty Images

"Wunderschön - und vollkommen verrückt!"

So fasste der mittlerweile verstorbene damalige Trainer Senegals, der Franzose Bruno Metsu, das Spiel zusammen, das sein Team 2002 ins Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ katapultierte. Die Senegalesen hatten einen Rückstand gegen Schweden ausgeglichen und die Partie dann in der Verlängerung durch ein Golden Goal für sich entschieden. Damit waren sie als erstes afrikanisches Team seit Kamerun 1990 in die Runde der letzten Acht eingezogen.

Dieser Erfolg war indes nur eine weitere Fortsetzung eines Fussballmärchens, das bereits im Eröffnungsspiel des Turniers mit einem noch sensationelleren Sieg gegen den amtierenden Welt- und Europameister Frankreich begonnen hatte. Nicht schlecht für eine Nation, die zum ersten Mal überhaupt bei einer WM dabei war und von der vor Turnierbeginn nicht eben viel erwartet worden war.

El Hadji Diouf war während der Gruppenphase zum Glücksbringer des Teams mutiert. Nach dem Sieg gegen die Schweden unterstrich er die mannschaftliche Geschlossenheit als größte Stärke des Teams. "Dass dieses Spiel sehr schwer werden würde, war von Anfang an klar. Es war ein Spiel für Kämpfer und wir hatten die besseren Trumpfkarten", meinte er. "Wir haben einmal mehr gezeigt, dass wir wie Brüder sind, wie ein Haufen verschworener Freunde, die bis zum Schluss dabei sein wollen – und wir werden bis zum Schluss dabei sein!"

Die wichtigste Trumpfkarte Senegals in dieser Partie war der bis dahin recht unscheinbare Henri Camara. Der wieselflinke Stürmer, dessen Jubel im Bild zu sehen ist, hatte schon Schwedens Führungstreffer durch Henrik Larsson ausgeglichen, bevor er in der 103. Spielminute mit diesem historischen Tor für die Entscheidung zugunsten der Westafrikaner sorgte. "Wir haben alles für diesen Sieg gegeben", so der Torschütze. "Wir sind nicht als Touristen hierher gekommen."

Die Leistungen des Teams hatten das gesamte öffentliche Leben in Senegal zum Erliegen gebracht. Die Spieltage der Mannschaft erklärte der Staatspräsident kurzerhand zu landesweiten Feiertagen. Hinter all dem stand Metsu, der ganz auf das Kollektiv gesetzt hatte und die brüderlichen Bande geknüpft hatte, auf die sich Diouf bezog. Mit Blick auf den Erfolg meinte Metsu: "Man muss kein großer Trainer sein, um ein Team in einer 4-4-2-, einer 4-3-3-Formation oder irgendeiner anderen Formation aufs Feld zu schicken. Das kann jeder. Im Gegensatz dazu ist es eine ganz andere Sache, die Energie und die Stärke aller Akteure in die gleiche Richtung zu lenken."

Der Trainer Senegals konnte indes auch mitfühlend und einfühlsam sein. So sagte er nach dem Achtelfinalsieg: "Ich denke auch an die Schweden – auf diese Weise zu verlieren, muss sehr bitter sein." Wie bitter, sollten Metsu und seine Schützlinge bereits in der nächsten Runde selbst erfahren, denn in der Partie gegen die Türkei schieden die Senegalesen auf exakt die gleiche Weise aus, als Ilhan Mansiz das letzte Golden Goal der WM-Geschichte erzielte.

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