FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

SCHWEIZ - UKRAINE 0:3 i. E. (0:0, 0:0)

Die Ukraine steht nach einem 3:0 (0:0, 0:0)-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen die Schweiz im FIFA WM-Stadion in Köln im Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™. Am Montag, 26. Juni, schien die Ukraine auf der Verliererstraße, nachdem Superstar Andriy Shevchenko den ersten Elfmeter verschossen hatte. Doch in Reihen der Schweizer vergaben nacheinander Marco Streller, Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas ihre Strafstöße, so dass Artem Milevskiy, Serhiy Rebrov und schließlich Oleg Gusev für die Entscheidung zugunsten des Teams von Trainer Oleg Blokhin sorgten.

In einer an Höhepunkten armen Partie konnten sich beide Mannschaften während der gesamten 90 Minuten regulärer Spielzeit und 30-minütiger anschließender Verlängerung keine entscheidenden Vorteile verschaffen. Die Schweiz hatte ihre beste Gelegenheit bei einem Freistoß, den Stürmer Alexander Frei an die Latte setzte (24.). Die Ukrainer hatten ihre beste Torchance drei Minuten zuvor (21.), als Andriy Shevchenkos Kopfball-Aufsetzer ebenfalls nur die Latte traf.

Die Ukraine trifft nun am Freitag, 30. Juni, um 21.00 Uhr in Hamburg im Viertelfinale auf Italien, das gegen Australien 1:0 gewann.

Das Spiel:

4. Minute: Die Schweiz begann entschlossener und verlagerte das Spiel in die ukrainische Hälfte. Ricardo Cabanas vom 1. FC Köln, der im FIFA WM-Stadion Köln ein Heimspiel hatte, erhielt die erste Gelegenheit. Sein Schuss wurde abgeblockt und prallte zu Hakan Yakin, der den Ball jedoch weit am Tor vorbei schlenzte.

7.: Yakin versuchte es noch einmal aus der Distanz, aber seinen Flachschuss konnte der ukrainische Torwart Oleksandr Shovkovskyi problemlos halten.

13.: Beim nächsten Mal musste Shovkovskyi schon sein ganzes Können aufbieten und sich mächtig strecken, um Raphael Wickys Knaller um den rechten Pfosten zu lenken.

20.: Die Ukraine schockte die Schweizer gleich mit ihrem ersten gefährlichen Angriff. Einen angeschnittenen Freistoß von der linken Seite, getreten von Maksym Kalinichenko, erreichte Andriy Shevchenko vor seinem Bewacher Johan Djourou, sein Kopfballaufsetzer prallte an die Latte. Keeper Pascal Zuberbühler wäre chancenlos gewesen.

23.: Kurz darauf ließen die Schweizer das ukrainische Tor erzittern: Alexander Frei hämmerte einen Freistoß aus 25 Metern direkt an die Latte.

26.: Die Ukraine ließ den Ball geschickt über das ganze Feld laufen, Oleg Gusev bediente Shevchenko, der zu Andriy Voronin weiterleitete, doch dessen angeschnittener Schuss ging deutlich vorbei.

29.: Ein Schuss des Ukrainers Oleg Shelayev wurde abgewehrt, doch der Abpraller fiel ihm wieder vor die Füße. Beim zweiten Versuch schoss er allerdings über das Tor.

43.: Yakin drehte einen Freistoß vor das ukranische Gehäuse, Shovkovskyi kam heraus, um den Ball mit beiden Fäusten wegzufausten.

Shevchenko knapp vorbei

47.: Die Ukraine war in der zweiten Hälfte zunächst aktiver, Voronin verfehlte mit einem Kopfball nach Flanke von Gusev das Tor nur ganz knapp.

52.: Noch einmal versuchte es Voronin, doch mit seinem schwachen Schuss hatte Zuberbühler keine Probleme.

67.: Die Zuschauer in Köln hielten sich mit der "La Ola"-Welle bei Laune, aber ein Geistesblitz von Shevchenko lenkte die Aufmerksamkeit wieder aufs Spiel: er tanzte Ludovic Magnin am Strafraumrand aus und schoss dann ansatzlos mit links – der Ball zischte Zentimeter am Pfosten vorbei. Zuberbühler wäre an diesen strammen Schuss nicht herangekommen.

69.: Cabanas versuchte es mit einem Rechtsschuss, doch die Gefahr für das ukrainische Tor hielt sich in Grenzen.

74.: Ganz knapp war es dagegen wieder auf der anderen Seite: Gusin kam nach einer Ecke vor Zuberbühler an den Ball und ließ ihn per Kopf Richtung langen Pfosten abrutschen – die Kugel ging wieder nur Zentimeter daneben.

84.: Nicht zum ersten Mal forderte Magnin die Schweizer Fans leidenschaftlich auf, ihr Team lautstärker anzufeuern. Die Zuschauer reagierten auch prompt, obwohl ihnen die enttäuschende zweite Hälfte wenig Anlass zur Freude gab.

Keine Tore

100.: Das Spiel steuerte auf eine Entscheidung im Elfmeterschießen zu, auch wenn der Schweizer Kapitän Johann Vogel Torwart Shovkovskyi mit einem Flachschuss prüfte, den dieser jedoch sicher hielt.

109.: Nach einer Ecke brachte die Schweiz kurzzeitig die ukrainische Deckung durcheinander, der Ball flog umher wie eine Flipperkugel, aber zum Schluss landete ein erneuter Flankenversuch von Stephane Grichting nur auf dem Tornetz.

Da auch in der Verlängerung keine Treffer fielen, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dieses wurde für die Schweiz zur Katastrophe: obwohl die Eidgenossen anfänglich Hoffnung schöpften, weil Shevchenkos erster Strafstoß von Zuberbühler gehalten wurde, verwandelten die Schweizer keinen einzigen ihrer Schüsse vom Punkt. Shovkovskyi hielt die schwach geschossenen Bälle von Marco Streller und Ricardo Cabanas, Tranquillo Barnetta knallte seinen Elfmeter gegen die Latte, und so konnte Gusev schon mit dem vierten Schuss den 3:0-Sieg für die Ukraine besiegeln.

Fazit:

Nachdem nur das Elfmeterschießen wirkliche Dramatik bot, steht die Ukraine gleich bei ihrer ersten Teilnahme an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im Viertelfinale. Am Freitag geht es in Hamburg gegen Italien. Die Schweizer werden darüber grübeln, ob eine offensivere Einstellung ihnen nicht mehr geholfen hätte.