FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Schweiz: Hinten sicher – vorne produktiv

Johan Djourou  and Oscar Boniek Garcia  compete for the ball
© Getty Images

Für eine Nationalmannschaft, die vor allem immer große Stücke auf ihre Abwehr gehalten hat, war es ein schwerer Schock, in den ersten beiden Partien der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ sechs Gegentreffer zu kassieren. Diese Masse an Gegentoren hatte schwere Folgen: In der Partie gegen Honduras standen die Schweizer unter Hochdruck, sie brauchten nicht nur einen Sieg und Tore, sondern mussten auch in dem Bereich eine solide Leistung abliefern, der bei der 2:5-Niederlage gegen Frankreich der Schwachpunkt des Teams gewesen war.

Beim 3:0-Erfolg im letzten Gruppenspiel, mit dem sie den Einzug ins Achtelfinale sicherten, konnten die Schweizer nun endlich mit der Leistung aller Mannschaftsteile zufrieden sein. Der Angriff zeigte sich ausgesprochen produktiv, vor allem Xerdan Shaqiri präsentierte sich hier in Hochform. Die Abwehr erreichte ihr Ziel, keine weiteren Gegentreffer zu kassieren. Obwohl Honduras schon einige Chancen hatte und für Schrecksekunden sorgte, zeigten sich die Abwehrspieler zufrieden mit der Entwicklung.

"Ich glaube, wir haben heute gut im Kollektiv gearbeitet. Wir mussten hinten sicher stehen, damit unsere Mittelfeldspieler und Stürmer nach vorn gehen und Treffer erzielen konnten", betont Stephan Lichtsteiner im Gespräch mit FIFA.com. "Wir mussten diese Reaktion zeigen und ich glaube, heute sind wir zufrieden vom Platz gegangen, weil wir ein sehr gutes Spiel abgeliefert haben, ohne ein zu hohes Risiko zu gehen."

"Honduras mag zwar schon ausgeschieden gewesen sein, aber das Team hat es schon den Ecuadorianern nicht leicht gemacht", meint Johan Djourou am Mikrofon von FIFA.com. "In der zweiten Halbzeit haben sie den typischen Kampfgeist gezeigt und einige Chancen gehabt. Daher war es wichtig, dass wir ganz konzentriert geblieben sind und Charakter gezeigt haben. Das Spiel gegen Frankreich war ein tiefer Fall, aber gleichzeitig ein Wachruf zur rechten Zeit. Wir wussten, dass wir uns steigern mussten."

Dank einer besseren Balance zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen konnte die Schweiz ein erneutes Ausscheiden nach der ersten Runde verhindern – so geschehen bei der WM 2010. Trotzdem müssen natürlich noch weitere Feinabstimmungen vorgenommen werden. Das gilt besonders für eine Weltmeisterschaft, bei der die Angriffsabteilungen sich bislang so gut gegen die Abwehrreihen durchsetzen konnten. "Das Niveau der Offensive ist bei dieser WM sehr hoch. Es gab nur wenige torlose Unentschieden und selbst Teams wie Italien, Spanien und England mussten viele Gegentreffer hinnehmen", erklärt er. "Tore sieht jeder gern, und der Fussball ist gut, weil er offensiv ist. Aber wir Abwehrspieler haben dadurch natürlich mehr Arbeit", fügt er lachend hinzu.

Positive Aspekte
Diese Analyse des Innenverteidigers dürfte auch für den nächsten WM-Gegner der Schweizer nützlich sein. Schließlich kämpfen die Schweizer gegen eine argentinische Auswahl um den Einzug ins Viertelfinale, die in den drei bisherigen Partien Unsicherheiten in der Abwehr offenbart hat. "Heute konnten wir uns die Partie der Argentinier gegen Nigeria anschauen, und es sind fünf Tore gefallen. Da sieht man, dass ich Recht habe: Die Verteidiger haben mehr Schwierigkeiten, das gilt sogar für die großen Mannschaften", erklärt Djourou. "Daher kann es wichtig sein, jemanden wie Xerdan [Shaqiri] zu haben. Er hat Qualität, kann Glanzleistungen bringen und dem Spiel einen anderen Rhythmus geben. Heute haben wir drei [Tore] erzielt, aber es hätten auch mehr sein können."

In diesem Duell der Abwehrreihen, die bei dieser WM noch immer nach der optimalen Lösung suchen, kann die Schweiz zumindest auf ein ganzes Team zählen, das immer bereit ist, hinten auszuhelfen – vielleicht sogar auf ein ganzes Land. Auf jeden Fall scheint die Mannschaft die Schlappe vom zweiten Spieltag hinter sich gelassen zu haben. "Ich bin stolz auf diese Mannschaft und auf unsere Fans, denn sie haben uns nach dem Spiel gegen Frankreich wirklich motiviert", berichtet Lichtsteiner. "Sie haben uns Nachrichten geschickt und uns auch gezeigt, dass die ganze Schweiz hinter uns steht. Das war sehr wichtig für uns."

Und mit dieser Einstellung wollen Djourou und seine Teamkameraden auch das traditionelle Image der Schweiz wiederherstellen. Schließlich hatte man in der WM-Qualifikation in zehn Partien nur sechs Gegentreffer kassiert und sich damit ausgesprochen defensivstark präsentiert. "Wir haben immer in dem Ruf gestanden, eine Mannschaft zu sein, die gut verteidigt und geschlossen auftritt. Daher kommt es jetzt vor allem darauf an, dass wir in der Defensive wieder alle an einem Strang ziehen", so die Analyse des Innenverteidigers. "So bleibt weiterhin alles offen und alles ist möglich." Gegen ein Argentinien mit Lionel Messi wird die Schweizer Abwehr sicherlich jede nur erdenkliche Hilfe gebrauchen können.

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