FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

Schwarzer: "Ein echter Meilenstein für mich"

© Getty Images

Wir schreiben das Jahr 1993 und befinden uns in der 17. Spielminute des WM-Qualifikationsspiels zwischen Kanada und Australien. Die Partie findet im Commonwealth Stadium in Edmonton statt.

Ein junger Nachwuchstorhüter betritt das Spielfeld, um Australiens Nummer eins Robert Zabica zu ersetzen, der kurz zuvor einen Platzverweis kassiert hat. Der Nachwuchstorhüter ist Mark Schwarzer, der zu diesem Zeitpunkt sicher noch nicht ahnt, dass es der Auftakt einer glorreichen Länderspielkarriere sein wird.

Zwei Jahre zuvor hatte es einen Knick in seiner noch jungen Laufbahn gegeben, als er verletzungsbedingt nicht an der FIFA U-20-WM 1991 in Portugal teilnehmen konnte.

Nach 75 Länderspielen habe ich langsam daran geglaubt, dass ich vielleicht 100 schaffen könnte. Und so kam es dann auch. Aber mein Hauptziel war immer die Qualifikation für die WM-Endrunde in Brasilien, und daran hat sich auch jetzt nichts geändert.

Dann nutzte der damals 20-Jährige seine Chance in Edmonton, leistete einen nicht unerheblichen Beitrag zum 3:3-Endergebnis und wusste auch im Rückspiel zu glänzen. Er hielt zwei Elfmeter und katapultierte sein Team damit in die letzte Qualifikationsrunde. Die Socceroos schafften den Sprung zur FIFA WM 1994 in den USA damals nicht, weil sie in der nächsten Partie an Argentinien scheiterten.

Zwölf Jahre später, und inzwischen eine feste Größe in der Nationalmannschaft, stand Schwarzer dann in der Qualifikation für die FIFA WM 2006 einem weiteren südamerikanischen Team gegenüber. Dieses Mal galt es auf dem Weg zur Weltbühne, Uruguay zu überwinden.

Vier Tage nach der Niederlage im Hinspiel, das am 12. November 2005 in Montevideo stattfand, brachte Schwarzer die Uruguayer zur Verzweiflung, als er erneut zwei Elfmeter hielt. Damit leistete er einen entscheidenden Beitrag zur ersten Qualifikation Australiens für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ seit 32 Jahren.

Am letzten Donnerstag gab es dann einen weiteren Meilenstein für den 1,95 Meter großen Schlussmann mit deutschen Wurzeln. Er avancierte nämlich bei einem Freundschaftsspiel gegen Libanon zum ersten Australier, der 100 Spiele für sein Land bestritt.

FIFA.com sprach mit Schwarzer über seine Rekordleistung und den Traum, sich für die FIFA WM 2014 in Brasilien zu qualifizieren.

Mark, herzlichen Glückwunsch zum Einzug in den 100er-Klub. Wie fühlen Sie sich nach dieser Errungenschaft?Das ist eine große Ehre und ein echter Meilenstein für mich. Ich habe versucht, nicht so viel darüber nachzudenken, und ich glaube, ich werde mehr Stolz empfinden, wenn ich später einmal darauf zurückblicke. Meine Mannschaftskameraden und ich haben ein Ziel, und das ist das Erreichen der WM-Endrunde. Unterdessen habe wir schon eine ganze Reihe beeindruckender Dinge erreicht. Die Zufriedenheit und der Stolz werden sich später einstellen.

Sie haben Ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft 1993 in einem WM-Qualifikationsspiel gegeben. Hätten Sie je gedacht, dass sie einmal so weit kommen und so viel erreichen würden?Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal so weit kommen würde. Die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland war eine Riesenerrungenschaft, insbesondere, weil sie nach 32-jähriger Abwesenheit zustande kam. Ich habe nie über etwas nachgedacht, was darüber hinausgeht, aber nach dem Ausscheiden im Achtelfinale hatte ich wirklich den Wunsch, diese Lücke zu füllen. Das hat mich motiviert weiterzuspielen, um noch einmal bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Für mich war eigentlich klar, dass Südafrika meine letzte Weltmeisterschaft sein würde, aber dann habe ich einfach weitergemacht. Nach 75 Länderspielen habe ich langsam daran geglaubt, dass ich vielleicht 100 schaffen könnte. Und so kam es dann auch. Aber mein Hauptziel war immer die Qualifikation für die WM-Endrunde in Brasilien, und daran hat sich auch jetzt nichts geändert.

Sie haben mit nur zwei Punkten aus den ersten beiden Spielen einen schleppenden Start hingelegt. Es wird nicht leicht werden...Das erste Spiel war aufgrund der Bedingungen, die wir im Juni in Amman vorfanden, eine sehr schwierige Angelegenheit. Dann mussten wir die 22- oder 23-stündige Heimreise antreten und kamen erst drei Tage vor der Partie gegen die Japaner an, die bereits vor uns da waren. Das war hart, aber ich finde, wir haben gut gespielt.

Welches Team aus Ihrer Gruppe stellt die stärkste Bedrohung für Ihre Qualifikationschancen dar?Alle Teams in Gruppe B stellen eine Bedrohung dar. Sie haben sich die Teilnahme an diesem Wettbewerb alle verdient. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen, vor allem dann nicht, wenn wir auswärts gegen sie antreten müssen. Die Omaner haben schon unter Beweis gestellt, wie knifflig es sein kann, sie zu Hause zu besiegen, und ich bin sicher, dass Jordanien nächste Woche gegen uns eine gute Leistung bringen wird. Allerdings bin ich auch sicher, dass wir gut spielen und das gewünschte Ergebnis erreichen werden. Gleiches gilt für Irak. Wir haben schon mehrmals gegen die Iraker gespielt, und sie waren immer stark. Wir nehmen grundsätzlich keine Mannschaft auf die leichte Schulter und wissen, dass jedes Spiel schwer werden wird. Schließlich sind das Qualifikationsspiele für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, und die anderen Teams wollen sich genau wie wir unbedingt qualifizieren.

Wie wichtig ist es für Sie und den Rest der australischen Mannschaft, bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ dabei zu sein?Das ist ganz entscheidend, wenn es darum geht, den Fussball in Australien weiter voranzubringen. Die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft bringt viele Vorteile mit sich: Sponsoring, finanzielle Unterstützung und auch ein stärkeres Interesse am Fussball. Dadurch werden die Leute in Australien motiviert, mehr Fussball zu spielen, den Sprung in die Nationalmannschaft zu schaffen oder sich auf andere Weise einzubringen. Es ist auch wichtig, dass wir als Mannschaft so gut wie möglich vorbereitet sind. Wir sind wahrscheinlich das berühmteste Team in Australien, der Liebling der Nation, wenn Sie so wollen. Wir müssen weiterhin gut spielen und gewinnen, weil Australier ausgesprochen gern gewinnen. Sie fordern Siege, und wir müssen sie ihnen geben.

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