FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

Milinkovic-Savic: Eine Medaille wäre ein Traum

© Getty Images
  • Der Serbe Sergej Milinkovic-Savic steht vor seinem WM-Debüt bei den Senioren​
  • Beim Titel 2015 mit der U-20-Auswahl spielte er eine Schlüsselrolle
  • Er träumt von einer Medaille

"Ich denke, dass ich derzeit in einer sehr guten Lage bin."

Diese Aussage wird niemanden überraschen, der in der vergangenen Saison beobachtet hat, wie Sergei Milinkovic-Savic im Herzen des Mittelfelds von Lazio Rom wirbelte. In den Ohren der serbischen Fans indes klingt eine solche Aussage dennoch wie Musik.

In den vergangenen Monaten hat der 23-jährige umtriebige Mittelfeldmann ganz besonders überzeugt. Mittlerweile gehört er zu den begehrtesten Nachwuchsfussballern der Welt.

Obgleich er erst drei Länderspieleinsätze hinter sich hat, gilt er nun als eines der wichtigsten Talente Serbiens bei der FIFA Fussball-WM Russland 2018™. In den Medien wird derweil bereits intensiv über seine Zukunft diskutiert. Es wäre durchaus verständlich, wenn sich ein solch junger Spieler durch all die Aufmerksamkeit erdrückt fühlte. Doch bei Milinkovic-Savic ist davon nichts zu spüren.

"Druck? Ich liebe Druck. Druck holt das Beste aus mir heraus. Ich fühle mich unter Druck besonders stark und gebe auf dem Rasen mein Bestes. Wer mich kennt, wird das bestätigen", sagte er gegenüber FIFA.com. "Ich bin absolut bereit für Russland. Wenn ich das Vertrauen von Cheftrainer [Mladen] Krstajic verdienen muss, werde ich mein Bestes geben, um es zu rechtfertigen."

Angesichts der möglicherweise entscheidenden Begegnung mit Brasilien in Gruppe E, nach den Partien gegen Costa Rica und gegen die Schweiz, dürfte Milinkovic-Savic regelrecht aufblühen. Zudem wird er in der Partie gegen die Seleção voraussichtlich auch auf einen gewissen Gabriel Jesus treffen, den er vor zwei Jahren beim bislang größten Erfolg seiner Karriere hinter sich ließ.

Titelgewinn in Neuseeland

Der Name Milinkovic-Savic tauchte erstmals in den Beiträgen der Fans in den sozialen Medien auf, als er mit Serbien den beeindruckenden Triumph bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2015 in Neuseeland feierte und im Finale Brasilien besiegte. Bei diesem Turnier ließ Milinkovic-Savic immer wieder seine Klasse aufblitzen. Doch sein Wechsel in die A-Nationalmannschaft verlief nicht reibungslos.

Schon drei Monate nach dem Gewinn des Bronzenen Balls in Neuseeland saß er bei den Senioren auf der Bank. Doch zu seinem ersten Einsatz kam er erst im November 2017. Es war eine der ersten Umstellungen, die der neue Trainer Krstajic vornahm.

Milinkovic-Savic eröffnet neue Optionen. Denn er findet sich auf nahezu jeder Position im Mittelfeld zurecht. Er kann als Dreh- und Angelpunkt fungieren und sich mitten im Zentrum aufhalten, sich aber ebenso gut auch nach vorn oder auf die Flügel orientieren und für zusätzlichen Druck sorgen.

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Milinkovic-Savic – eine sportliche Familie

  • Vater: Nikola Milinkovic – spielte Mitte der 1990er Jahre in Spanien als Profi in der ersten Liga
  • Mutter: Milana Savic – eine in Jugoslawien sehr bekannte Basketballspielerin
  • Bruder: Vanja Milinkovic-Savic – Sergejs zwei Jahre jüngerer Bruder spielt für Torino und gehörte 2015 ebenfalls zur erfolgreichen Weltmeistermannschaft

Hätten Sie's gewusst?

Sergej ist zwar mit 1,90 Meter nicht gerade klein, doch sein Bruder überragt ihn um knapp 13 Zentimeter. "Er macht darübe immer seine Witze. Wer ist größer, wer ist stärker [lacht]," so Sergej.

Blick in die Zukunft

Er war schon in seiner Kindheit ein großer Anhänger von Real Madrid. Schließlich wurde er in Spanien geboren, wo sein Vater damals als Profifussballer spielte. Insofern empfindet es Milinkovic-Savic als riesiges Kompliment, wenn seine Eleganz im Mittelfeld mit derjenigen von Real-Legende und Ex-Trainer Zinédine Zidane verglichen wird.

"Dieser Vergleich schmeichelt mir sehr" so der Serbe. "Ich sehe allerdings eigentlich eher Ähnlichkeiten zu Yaya Touré. Was Idole angeht, kann ich nur sagen, dass ich schon immer sehr zu Nemanja Matić aufgeblickt habe."

Tourés Rolle ist es also, die Milinkovic-Savic für seine Zukunft anstrebt. Mit dieser Spielweise würde er in die Fußstapfen des frühren Starspielers Dejan Stankovic treten. "Ich kann mich durchaus als künftigen Spielmacher sehen", so der Youngster. "Das entspricht meiner bevorzugten Spielweise und das hat man ja in meiner letzten Saison für Lazio auch gesehen."

Sergej hätte sich im Übrigen auch für die spanische Nationalmannschaft entscheiden können. Doch es kam ihm nie in den Sinn, für den Weltmeister von 2010 zu spielen. "Mir ist sehr bewusst, woher ich komme und wohin ich gehöre. Mein Land ist Serbien und ich sage das stets voller Stolz. Ich war der glücklichste Mensch der Welt, als man mich eingeladen hat, Mitglied der A-Nationalmannschaft zu werden."

Angesichts dieser Leidenschaft für sein Land und sein Team stellt sich eigentlich nicht mehr die Frage, wie viel es ihm bedeuten würde, bei seiner zweiten Weltmeisterschaft und der ersten im Herren-Bereich erneut mit einer Medaille abzureisen. "Damit würden all meine Jugendträume in Erfüllung gehen."

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