FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Saadane: "Stolzer Vertreter Afrikas"

Algeria's coach Rabah Saadane is pictured during a training session
© AFP

Die algerische Nationalmannschaft bereitet sich derzeit auf ihr WM-Auftaktspiel vor, das sie am Sonntag im Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane gegen Slowenien bestreiten wird. Trainer Rabah Saadane sprach mit FIFA.com über die Vorbereitung seines Teams und darüber, dass er der einzige afrikanische Trainer bei dieser WM-Endrunde ist.

Von den 32 Nationaltrainern, die bei der FIFA WM 2010 in Südafrika dabei sind, ist Rabah Saadane nicht nur der einzige afrikanische Trainer, sondern auch der einzige arabische Nationaltrainer, wodurch ihm eine ganz besondere Aufmerksamkeit zukommt. Viele Fans und Experten warten schon gespannt darauf, beobachten zu können, wozu der 'Scheich', wie er respektvoll von seinen Spielern genannt wird, fähig ist und ob er beim größten und wichtigsten Fussballturnier der Welt Erfolge feiern kann.

Eine große Ehre
"Es ist eine große Ehre für mich, der einzige Vertreter der afrikanischen Trainergilde zu sein. Aber es ist gleichzeitig auch eine große Verantwortung, denn ein afrikanischer Cheftrainer muss sich immer mehr anstrengen als die anderen, um sich das Vertrauen der Verbandsverantwortlichen zu verdienen. Ich weiß, dass es in den Ländern auf unserem Kontinent viele gute afrikanische Trainer gibt. Leider erfahren sie jedoch nur selten die notwendige Unterstützung und werden auch nicht dazu ermutigt, ihre Ziele durchzusetzen. Aber meiner Meinung nach wird sich auch in dieser Hinsicht mit der Zeit vieles verändern und besser werden. Was mich betrifft, so sehe ich es als eine große Ehre und Verantwortung an, und ich werde während dieser WM mein Bestes geben, um der ganzen Welt zu zeigen, welche Qualitäten die Afrikaner haben", bekräftigte der Nationaltrainer der Wüstenfüchse.

Einige sehen den Grund für die geringe Anzahl afrikanischer Trainer am Ruder der Nationalmannschaften in unzureichenden Kompetenzen. Aber Saadane hat zu diesem Thema eine ganz andere Meinung: "Ich wiederhole es, und hierbei möchte ich ganz offen sein, wir haben in Afrika wirkliche Talente mit guten Fachkenntnissen im fussballerischen Bereich. Aber der Erfolg eines Trainers beruht auf mehreren Faktoren. Dies ist zum einen natürlich die Organisationsstruktur innerhalb der Verbände. Wenn die Organisation gut ist, dann ist schon eine wichtige Voraussetzung gegeben. Zum anderen ist es aber auch die Qualität der Führungsmannschaft, der ebenfalls eine überaus wichtige Bedeutung zukommt. Denn es sind diese Führungspersönlichkeiten, die den Trainern ihr Vertrauen aussprechen und ihnen die Mittel zur Verfügung stellen, die sie benötigen. Meiner Meinung nach liegt das größte Problem eindeutig in diesem Sachverhalt. Denn die afrikanischen Trainer ziehen es vor, nach Europa auszuwandern, wo sie viel schneller Erfolge feiern können, und zwar wiederum aufgrund der Tatsache, dass die Organisationsstrukturen optimal sind und ihnen die Verbandsverantwortlichen das nötige Vertrauen entgegen bringen."

Auf die Frage, worauf er seinen persönlichen Erfolg gründet und wie er es geschafft hat, sich mit der algerischen Nationalmannschaft nach 24 Jahren wieder für eine WM-Endrunde zu qualifizieren, antwortete Rabah Saadane: "Das Wunder der WM-Qualifikation Algeriens – denn ich glaube ganz fest, dass es sich um ein Wunder handelt – erklärt sich aus mehreren Faktoren. Der wichtigste ist das Vertrauen, das mir seitens des Präsidenten des algerischen Fussballverbandes entgegengebracht wurde. Er hat mich immer unterstützt, sogar in den schwierigsten Momenten. Wie ich bereits erwähnte, gründet sich dieser Erfolg nicht nur auf der Organisation, sondern auch auf der Arbeitsgruppe, die den Nationaltrainer begleitet und unterstützt und ihm alle Mittel zur Verfügung stellt, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt. Es ist aber auch die Unterstützung und das Vertrauen, das einem in kritischen Phasen entgegengebracht wird, die den Unterschied ausmachen."

"Die Mannschaft ist in Topform"
Obwohl die Algerier in Gruppe C nicht als Favoriten gelten, versichert Saadane, dass das Erreichen der zweiten Runde nicht sein Ziel ist: "Unser Ziel ist klar. Wir müssen uns bei dieser WM von unserer besten Seite zeigen – und zwar sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes. Denn wir repräsentieren nicht nur Algerien, sondern auch die Länder des Maghreb, Afrika und die ganze arabische Welt. Auf unseren Schultern lastet eine große Verantwortung. Diese Verantwortung ist für alle gleich, selbst für die jungen Spieler in der Mannschaft, die bei dieser Weltmeisterschaft zum ersten Mal die Farben ihres Landes vertreten. Wir haben nichts zu verlieren und können nur gewinnen. Wir werden in jedem Spiel unser Bestes geben. Und nach der Vorrunde werden wir wissen, wo wir stehen und können dann Bilanz ziehen."

In Presseerklärungen sprach Rabah Saadane über die Vorbereitung seiner Schützlinge auf die Partie am Sonntag gegen Slowenien: "Das erste Spiel ist immer sehr wichtig – ganz gleich, wie die Gruppe aussieht. Am vergangenen Freitag konnten wir alle miterleben, wie schwierig und eng Spiele sein können. Aus diesem Grund wird die taktische Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen. Die Slowenen agieren aus einem Kollektiv heraus, in dem die einzelnen Kräfte auf einem gleich hohen Niveau spielen. Sie haben es in der Qualifikation geschafft, eine Weltklassemannschaft wie Russland zu besiegen. Auf dem Papier könnte es daher so aussehen, als ob uns Slowenien überlegen ist, aber bei solchen Begegnungen ist die Vorbereitung oft entscheidend. Und Sie können mir glauben, dass wir uns exzellent vorbereitet haben. Die Mannschaft ist in Topform und brennt auf diese Begegnung."

Der amtierende Weltmeister startete gegen Paraguay in die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Paraguay qualifizierte sich in der Südamerika-Zone nach Brasilien und Chile als drittplatziertes Team für die WM. Dabei belegte man nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz Rang drei hinter den Chilenen. Bei beiden Teams gibt es noch viele Unbekannte vor dieser Auftaktpartie, die für das Weiterkommen in Gruppe F entscheidend sein könnte.

Das SpielItalien – Paraguay, Gruppe F, Kapstadt, Montag, 14. Juni, 20:30 Uhr (Ortszeit)

Marcello Lippi hat neun Spieler in seinen Kader aufgenommen, die bereits 2006 in Deutschland in der Weltmeistermannschaft standen. Das hat bei der Fangemeinde die Frage aufgeworfen, ob das Team nicht überaltert ist, und für einigen Unmut gesorgt. "Einen Monat lang ist das kein Problem. Und schließlich heißt es ja nicht umsonst: 'Alte Besen kehren gut'", so der Trainer. Die Paraguayer gehörten zu den solidesten Mannschaften der Südamerika-Zone. Jetzt gilt es unter Beweis zu stellen, dass man auch auf Weltniveau bestehen kann.

Wenn die Ergebnisse der vorherigen Begegnungen zwischen beiden Mannschaften auch nicht gerade für die Albirroja sprechen (eine 0:2-Niederlage bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1950 sowie ein 1:3 in einem Freundschaftsspiel 1998), gehen die Paraguayer doch optimistisch in die Partie. In einer Reihe von Freundschaftsspielen haben sie einen guten Eindruck hinterlassen und konnten Selbstbewusstsein tanken. Einmal abgesehen von einem Ausrutscher gegen die Republik Irland hat Paraguay in der Vorbereitung sehr solide Leistungen geboten. Das Team konnte einen 1:0-Sieg gegen die DVR Korea, ein 2:2 gegen die Elfenbeinküste sowie einen 2:0-Erfolg gegen Griechenland verbuchen – allesamt WM-Teilnehmer. Jetzt will man auch der Squadra Azzurra das Leben schwer machen.

Das Top-DuellLucas Barrios (PAR) gegen Fabio Cannavaro (ITA)

Der Stürmer von Borussia Dortmund feiert sein WM-Debüt im Trikot des Heimatlandes seiner Mutter. Barrios wurde in Argentinien geboren und erhielt die paraguayische Staatsbürgerschaft erst wenige Monate vor dem Start der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Martino nahm ihn ohne zu zögern in seinen 23-köpfigen WM-Kader auf. Nach dem bedauerlichen Ausfall von Salvador Cabañas vertrauen die Fans der Paraguayer auf nun auf seinen Torriecher. Dazu gibt es auch allen Grund, denn in seiner ersten Bundesligasaison erzielte er gleich 19 Treffer in 33 Partien und belegte damit Rang drei in der Torjägerliste des Wettbewerbs.

Sein Gegenspieler ist der routinierte italienische Mannschaftskapitän, der seine letzte WM mit derselben Motivation und demselben Kampfgeist bestreiten wird wie die vorherigen drei. Er weiß sehr wohl, dass man diesen Wettbewerb auch gewinnen kann, wenn man nicht als Favorit ins Rennen geht. Schließlich hat er das vor vier Jahren bereits erlebt. Im letzten Jahr konnte er bei Juventus Turin zwar nicht gerade mit Glanzleistungen überzeugen, aber seine Routine ist dennoch gefragt. Cannavaro ist bereit, allen zu zeigen, dass er noch immer der brillante Verteidiger ist, der 2006 als FIFA-Weltfussballer des Jahres ausgezeichnet wurde.

Zahlenspiele1:1 – Italien gewann keines seiner Testspiele für Südafrika 2010. Das Team unterlag Mexiko mit 1:2 und musste sich gegen die Schweiz mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Omen für die Italiener? Wohl eher ein gutes. Für abergläubische Menschen könnte das Ergebnis nicht besser sein. Die *Azzurri *hatten bereits vor den Weltmeisterschaften 1982 in Spanien und 2006 in Deutschland in ihren Freundschaftsspielen gegen die Schweizer 1:1 gespielt ... und wurden anschließend Weltmeister.

Die Stimmen"Wir haben keine Stars wie Cristiano Ronaldo, Leo Messi oder Wayne Rooney. Und wir können auch nicht spielen wie die Brasilianer, die Spanier oder die Portugiesen. Aber keiner verteidigt wie wir." Fabio Cannavaro (Abwehrspieler, Italien)

"Das Spiel wird sich sicher vor allem im Mittelfeld abspielen, es wird einige Reibungspunkte geben, aber wir werden alles tun, um so viel Ballbesitz wie möglich zu bekommen. Wenn uns das gelingt, werden wir versuchen, den Italienern gefährlich zu werden." Enrique Vera (Mittelfeldspieler, Paraguay)

Das sagen die Fans…"Die gesamte Welt wird uns ab Montag nicht mehr unterschätzen und einen ernsthaften Titelanwärter kennen lernen. Wenn Paraguay heute nicht im selben Atemzug mit Teams wie Spanien, Brasilien, England, den Niederlanden und Argentinien erwähnt wird, dann ist das nur eine Frage der großen Namen. Die paraguayische Mannschaft ist sehr hochklassig und ich weiß, dass sie das hier auch zeigen kann."
bnjalbirrojo (FIFA.com-User)

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