FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Spanien 1982

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Spanien 1982

13 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1982™

Rossi schießt Italien zum dritten WM-Titel

  • ​Enzo Bearzots Italien wurde zum drittten Mal Weltmeister
  • Paolo Rossi gewinnt den adidas Goldenen Schuh und den adidas Goldenen Ball
  • Polen wird Dritter, außerdem gibt es große Überraschungen

Italien hatte die erste Runde nur dank des besseren Torverhältnisses überstanden, gewann schließlich jedoch die Trophäe zum dritten Mal, nachdem man sich in einem erstaunlichen Spiel in der zweiten Runde gegen ein kreatives brasilianisches Team durchgesetzt hatte.

Zico, Socrates, Falcao und Eder beherrschten nur Angriffsfußball, und Brasilien zahlte genau dafür schließlich den Preis, als man mit 2:3 einem italienischen Team unterlag, bei dem Paulo Rossi einen Hattrick erzielte. Italien gelangte schließlich ins Finale und schlug dort Deutschland mit 3:1. Rossi wurde erfolgreichster Torjäger des Turniers mit sechs Treffern.

Nach einem äußerst mühsamen Start ins Turnier erwachten die Italiener zum Leben - dank ihres Starstürmers Paolo Rossi, der zu Bestform fand - und gewannen den Weltpokal zum dritten Mal. Dieses Turnier bleibt aber auch wegen zweier Spiele in Erinnerung, die in die Annalen der Fußballgeschichte eingegangen sind: Brasilien gegen Italien und, vor allem, Frankreich gegen Deutschland im Halbfinale.

Kein Land hatte jemals so viel Zeit sich auf ein Weltpokal-Turnier vorzubereiten. Die FIFA hatte Spanien als Gastgeberland für den 12. Weltpokal benannt, bei dem erstmals statt der bisherigen 16 eine Rekordzahl von 24 Ländern teilnehmen sollte.

Nach den neuen Regeln qualifizierten sich 13 Teams aus Europa, drei aus Südamerika, zwei aus Afrika, zwei aus Asien/Ozeanien und zwei aus der CONCACAF (Zentral- und Nordamerika). Das Feld der teilnehmenden Mannschaften wurde vervollständigt durch Gastgeber Spanien und Titelverteidiger Argentinien. Es gab auch einige Änderungen bezüglich des Turniermodus'. Diesmal sollte es drei Phasen geben: eine erste Runde mit sechs Gruppen aus jeweils vier Teams, von denen sich die ersten beiden für die zweite Runde qualifizierten; eine zweite Runde mit vier Gruppen à drei Teams, bei denen jeweils nur der Erstplatzierte weiterkam, und schließlich Halbfinale und Finale.

Obwohl sich diesmal 24 Mannschaften für das Final-Turnier qualifizieren konnten, waren die Niederländer, Vizeweltmeister der Jahre '74 und '78, nicht dabei. Sie waren in der Qualifikation vom beeindruckenden französischen Team Michel Hidalgos ausgeschaltet worden. Die Franzosen wiederum kostete es viel Mühe, sich in Spanien für die zweite Runde zu qualifizieren.

Ähnliche Probleme in der ersten Runde hatten zwei weitere Favoriten: So unterlagen die Deutschen gegen Algerien mit 1:2 und kam erst nach einem Sieg über den Nachbarn Österreich weiter, während die Italiener sich nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber Kamerun durchsetzten.

Nach einem schwachen Start ins Turnier fanden jedoch Frankreich, Deutschland und Italien in der zweiten Runde bald ihren Rhythmus, während die Engländer und die Brasilianer strauchelten. Letztgenannte wurden in einem tollen Spiel von den Italienern ausgeschaltet.

Im ersten Halbfinale erwiesen sich die Italiener, dank zweier Treffer des zurückgeholten Paolo Rossi, in einer einseitigen Partie als zu stark für die Polen. Das andere Halbfinale sah jedoch ein ganz anderes Spiel. Dieses unglaublich dramatische, aber auch so grausame Aufeinandertreffen wurde zu einer der am hitzigsten diskutierten Partien aller Zeiten, mit einer Niederlage, die den Franzosen noch heute weh tut. Die Deutschen waren durch Littbarski in Führung gegangen, bevor Platini für Frankreich mit einem Strafstoß den Ausgleich erzielte. In der Verlängerung führten die Franzosen bereits mit 3:1, bevor die Deutschen sich wieder mit zwei Toren ins Spiel kämpften. Im Elfmeterschießen setzte sich schließlich Deutschland durch.

Im Finale gewann die Squadra Azzurra, ein Team mit den besseren Einzelspielern, ohne große Mühe mit 3:1 gegen Deutschland. Auch hier erzielte ihr WM-Held Paolo Rossi einen Treffer. Dino Zoff, der 40-jährige Mannschaftsführer der Italiener, nahm anschließend aus den Händen des spanischen Königs Juan Carlos den Weltpokal entgegen. Nun war Italien neben Brasilien das zweite Land, das drei Mal den Weltpokal gewonnen hatte.