FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Rodríguez: "Unbändiger Siegeswille"

Francisco Rodriguez of Mexico challenges Katlego Mphela of South Africa
© Getty Images

Während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ hat das mexikanische Team den historischen Viertelfinaleinzug nur denkbar knapp verpasst. In der entscheidenden Begegnung scheiterten die Mexikaner erst in der Verlängerung an Argentinien und mussten nach dem Achtelfinale die Heimreise antreten. Die Analyse des Innenverteidigers fällt eindeutig aus: El Tri hatte zwar eine überragende Partie gespielt, ist am Ende aber an einer sehr erfahrenen Mannschaft aus Argentinien gescheitert.

Vier Jahre später herrschen andere Vorzeichen. Die meisten mexikanischen Profis verdienen ihre Brötchen inzwischen auf dem Alten Kontinent und blicken zuversichtlich auf die Begegnung gegen Uruguay, die über den Einzug in die nächste Runde entscheidet. Wenige Stunden vor dem Spiel sprach die FIFA mit Francisco Rodríguez, der bereits bei der WM 2006 dabei war und heute beim PSV Eindhoven in der niederländischen Eredivisie unter Vertrag steht.

Francisco Rodríguez, können Sie uns sagen, was sich am mexikanischen Spiel geändert hat?Die Mentalität hat sich verändert, vor allem bei den jüngeren Spielern. Jetzt spürt man den unbändigen Siegeswillen der Nationalmannschaft. Die mexikanischen Spieler haben die Angst abgelegt – diese Angst zu siegen und außerhalb des Landes neue Experimente zu wagen.

In den letzten Begegnungen standen in der Startformation neun Akteure, die in der vergangenen Saison in Europa unter Vertrag standen. Ist das ein Vorteil für die Nationalmannschaft?Natürlich ist das eine große Hilfe, schließlich hat das dazu beigetragen, dass die Mannschaft gereift ist. Wir heben das Niveau des Fussballs und des gesamten Landes nach und nach an.

Mexiko ist eine der wenigen Mannschaften, die mit Rafael Márquez, Cuauhtémoc Blanco und Gerardo Torrado drei Kapitäne hat. Ist das normal?Alle drei sind wichtige Stützen der Nationalmannschaft. Ich glaube, dass Javier Aguirre jedem eine herausragende Position innerhalb der Gruppe zugewiesen hat, indem er sie zum Kapitän bestimmt hat. Ich würde aber viel eher die gesamte Mannschaft als Kapitän bezeichnen. Auf dem Feld reden wir viel miteinander, verlangen uns gegenseitig alles ab, so dass meines Erachtens die wahren Führungsqualitäten auf unsere mannschaftliche Geschlossenheit zurückzuführen sind.

Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft nach dem ersten Sieg über Frankreich in der Geschichte des mexikanischen Fussballs?Wir haben vor der WM viel miteinander gesprochen und uns vorgenommen, Schritt für Schritt Geschichte zu schreiben. Der Sieg gegen Frankreich ist das erste Kapitel dieser neuen Geschichte. Wir sind sehr glücklich, wissen aber auch, dass wir uns noch nicht [für die nächste Runde] qualifiziert haben und der Weg noch lang ist. Die Mannschaft ist aber hochkonzentriert und freut sich auf die Partie gegen Uruguay.

Bei einer WM gibt es keine leichten Spiele. Wie denken Sie, dass Uruguay agieren wird?Das ist eine Mannschaft, die dich nicht zum Zug kommen lässt, da sie um jeden Zentimeter Boden kämpft. Die Uruguayer geben keinen Ball verloren. Außerdem haben sie starke Spieler wie [Diego] Forlán oder [Luis] Suárez in ihren Reihen. Man darf ihnen nicht zu viel Raum lassen, da sie jede Gelegenheit nutzen, um zum Torerfolg zu kommen. Folglich müssen wir ein fast perfektes Spiel hinlegen.

Versuchen Sie den Argentiniern, gegen die Sie vor vier Jahren im Achtelfinale ausgeschieden sind, aus dem Weg zu gehen?Wir haben sämtliche Komplexe und Ängste abgelegt. Ich spreche auch für meine Mannschaftskameraden, wenn ich sage, dass es zunächst einmal darum geht, gegen Uruguay zu gewinnen. Danach kommt eine neue Phase, in der wir – unabhängig vom Gegner – wieder bei null anfangen. In der K.o.-Runde können wir uns den Gegner nicht aussuchen. Hauptsache ist, dass wir weiterhin so spielen wie bisher. Dann ist es auch vollkommen gleich, ob der Gegner nun Argentinien, Brasilien oder Deutschland ist. Wir werden auf dem gleichen Niveau spielen.

Sie benötigen nur einen Punkt. Hat das Einfluss auf Ihre Spielweise?Keineswegs. Wir haben unseren eigenen Stil, den wir unter keinen Umständen aufgeben werden. Auch jetzt nicht. Sobald wir auf dem Platz stehen, wollen wir die drei Punkte holen. Ein Unentschieden zählt für uns nicht. Auch wenn wir bei einer Punkteteilung beide im Achtelfinale stünden, zählt für uns nur Platz eins.

Sie haben kürzlich erwähnt, wie wichtig es ist, in Europa zu spielen. Wie bewerten sie Ihre derzeitige Situation bei der PSV Eindhoven?Das ist ein komplett anderer Fussball, der aber auf persönlicher Ebene eine große Erfahrung darstellt. Ich habe viel gelernt. Es ist gut für den mexikanischen Fussball, wenn unsere Spieler Erfahrungen im Ausland sammeln.

Haben Sie bereits Pläne für die Zeit nach der WM?Ich wollte schon immer gern in England oder Spanien spielen. Das war immer mein Traum. Zunächst einmal muss ich aber bei meinem jetzigen Verein gute Leistungen zeigen. Es war ein gutes Jahr in Eindhoven aber ich will mehr: Ich will weiter dazulernen, ohne mir Grenzen setzen zu müssen. Ich habe noch ein Jahr, in dem ich gerne den Titel mit dieser Mannschaft holen würde. Danach sehen wir weiter.

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