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21 November - 18 Dezember

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Pizarro: "Die WM mit Peru ist mein großer Traum"

© Getty Images

"Ich will mit Peru zur WM" - Claudio Pizarro verriet uns seinen großen Traum. Und alle, die jetzt nachrechnen, ja, es stimmt, der Peruaner wäre 2018 beim weltweiten Gipfeltreffen in Russland 39 Jahre alt.

Damit der Traum nicht schon vorzeitig platzt, müssen für den aktuell 42. der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste Ende des Monats Punkte her. Perus Kapitän trifft am 24. März mit seinem Team vor heimischen Publikum auf Venezuela, fünf Tage später geht es zu einem schweren Auswärtsspiel nach Uruguay (29. März).

Doch Pizarro reist in Bestform an! Mit 37 Jahren wurde Werder Bremens Torgarantie kürzlich gegen Bayer Leverkusen zum ältesten Hattrick-Torschützen der Bundesliga-Geschichte. Außerdem jagt Bremens Nummer 14 (100 Tore) den Rekord von Marco Bode (101 Tore) und könnte noch diese Saison zum erfolgreichsten Torschützen der Hanseaten aller Zeiten werden.

Doch wie macht der Angreifer das eigentlich? Seit fast zwei Jahrzehnten schießt sich der Fussball-Methusalem national und international in die Rekordtorjägerlisten. So stand Pizarro beispielsweise 2008 mit dem Chelsea FC im UEFA-Champions-League-Finale und konnte die Königsklasse fünf Jahre später mit dem FC Bayern sogar gewinnen. Außerdem feierte er mit den Rotweißen im selben Jahr auch die FIFA-Klubweltmeisterschaft. Da muss es doch ein Geheimnis geben? Und gibt es vielleicht sogar etwas, was er auf dem Fussballplatz nicht so gut kann, oder gerne können würde?**

FIFA.com* führte ein aufschlussreiches Interview mit dem sympathischen Stürmer und fand heraus, dass der "Pizza-Express" eigentlich gar kein passender Spitzname ist.
*

Herr Pizarro, es machte neulich das Zitat die Runde, dass es Ihr Ziel sei, sich mit Peru für die FIFA WM 2018 in Russland zu qualifizieren. Stimmt das? *
Ich fühle mich zurzeit sehr gut. Mein großer Traum ist es, mit meinem Land eine Weltmeisterschaft zu spielen! Keine Frage, das Jahr 2018 ist noch weit weg, aber ich habe die Hoffnung, das noch zu schaffen. Es wird schwierig, aber der Traum ist noch da. *

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*Mal ehrlich, wie lautet Ihr Fitness-Geheimnis? Gibt es eine bestimmte peruanische Frucht oder ein Gericht, welches Sie jung hält?
*
Nein, nein, nein, nicht wirklich [lacht]! Allerdings war ich vor einiger Zeit beim Arzt und habe meine Ernährung etwas umgestellt. Ich weiß jetzt, was meinem Körper guttut und was nicht. Leider darf ich einiges, was normale Leute essen dürfen, nun nicht mehr essen – aber das ist nicht so schlimm.

*Also passt der Spitzname "Pizza-Express" ja eigentlich gar nicht zu Ihnen. Können Sie uns ein paar Beispiele Ihres neuen Ernährungsplanes nennen?
*
Ich habe beispielsweise Pasta-Gerichte durch Dinkelnudeln ersetzt. Außerdem lasse ich Gemüsesorten wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen weg. Dafür esse ich viel Reis und Fisch und trinke anstatt von Vollmilch Soja- oder Mandelmilch.

*Die deutsche Bratwurst steht also nicht mehr auf dem Speiseplan?
*
Nein, nein – die darf ich ab und an noch essen und tue dies auch sehr gerne [lacht].

*Was ist denn mittlerweile typisch "Deutsch" an Ihnen? Haben Sie vielleicht Gartenzwerge vor dem Haus stehen?
*
Nee, nee, das habe ich noch nicht* [lacht]. *Aber die Pünktlichkeit und die Organisation haben mittlerweile abgefärbt.

Und gibt es noch andere Dinge?
[überlegt] *Die Pferde auf meinem Gestüt in Peru *[Anm.d.Red.: der Name des Gestüts lautet "El Catorce": in Anspielung auf seine Rückennummer]  *tragen Namen, die mit meiner Zeit aus Deutschland zu tun haben. So heißen ein paar Pferde Allianz Arena, Karl-Heinz *[nach Karl-Heinz Rummenigge] oder Marienplatz.

*Die Rückennummer 14 ist Ihnen ans Herz gewachsen. Wie kam es dazu?
*
Ich habe diese Nummer erstmals bei meinem Wechsel zum FC Bayern bekommen. Karl-Heinz [Rummenigge], mit dem ich damals den Vertrag unterschrieben habe, hat mir die 14 empfohlen. Da meinte ich sofort: 'Ok, ich nehme die 14.' Danach habe ich versucht, diese Nummer immer zu behalten.

*Es gibt das Gerücht, dass es 2001 auch ein Angebot von Real Madrid gab. Sie haben sich aber für den FC Bayern entschieden. Temperaturtechnisch und sprachlich liegt Spanien für einen Südamerikaner doch aber eigentlich etwas näher, oder?
*
Das Interesse der Bayern war damals einfach viel größer als das von Real Madrid. Ich habe mich außerdem sehr wohl in Deutschland gefühlt und für mich war der FC Bayern zu der Zeit der größte Verein der Welt.

Sie waren jetzt so viele Jahre in Deutschland und sind der Ausländer mit den meisten Einsätzen in der Liga. Wie hat sich die Bundesliga über die Jahre entwickelt?
Seitdem ich in der Bundesliga spiele, hat sich die Liga stetig weiterentwickelt. Momentan ist sie sogar die beste Liga der Welt für mich. Ich glaube, viele Spieler würden gerne hier spielen, weil die Liga eine hohe Qualität hat, das Land sehr schön ist und man sich einfach rundum hier sehr wohl fühlen kann.

*Als "alter Hase" genießt man in der Mannschaft sicherlich einen Sonderstatus, oder ist das bei Ihnen anders?
*
Ja, das ist etwas ganz Normales, denke ich. Wenn die alten Spieler etwas sagen, dann müssen die jungen Spieler das aufnehmen. Ich bin mittlerweile fast doppelt so alt wie einige Teamkollegen. Der ein oder andere könnte mein Sohn sein [lacht]. Da ist man sicherlich auch eine Art Vaterfigur und steht mit Rat und Tat zur Seite.

*Im Vereinsfussball haben Sie fast jeden Titel abgeräumt. Mit der Nationalmannschaft hingegen blieb der große Triumph bisher aus. Was würde die Qualifikation für die WM für Peru bedeuten?
*
Wir haben uns seit 1982 nicht mehr für eine WM qualifizieren können. Das ganze Land wartet sehnsüchtig darauf. Ich glaube, wir haben sehr gute Spieler und wir können das wirklich schaffen. Und ohne jede Frage: eine Qualifikation für die Weltmeisterschaft, das wäre wie ein Titelgewinn für uns.

*Bisher lief es noch nicht so rund in der Südamerika-Qualifikation, lediglich ein Sieg aus vier Spielen. Heißt: in den nächsten beiden Begegnungen gegen Venezuela und Uruguay sollten Punkte her. Was ist das Ziel in den Spielen?
*
Für uns ist es sehr wichtig, dass wir unser Heimspiel gegen Paraguay gewinnen konnten. Es wird weiter darauf ankommen, dass wir zuhause die Punkte einfahren. Vor allem im nächsten Spiel gegen Venezuela wollen wir gewinnen und ich denke, wir haben gute Chancen. Danach schauen wir dann, dass wir in Uruguay zumindest punkten. Uruguay ist eine gute Mannschaft und hat aktuell einen guten Lauf. Die Spieler kennen sich sehr gut und der Trainer ist schon lange da. Das wird natürlich sehr schwierig für uns, aber in unserer aktuellen Lage brauchen wir unbedingt Punkte und am besten auch in Uruguay.
*
Die WM-Qualifikation in Südamerika gilt als besonders hart, wie schwierig empfinden Sie die Qualifikation für eine WM und warum?
*
Jedes Team hat einfach eine hohe Qualität. Von jedem Land spielen zahlreiche Spieler in Europa und somit verfügen viele Spieler über eine ausgezeichnete individuelle Klasse. Jede Mannschaft ist sehr schwierig zu schlagen und alle Teams außer vielleicht Brasilien und Argentinien bewegen sich etwa auf demselben Niveau, wobei selbst für diese beiden ist es aktuell sehr schwierig, sich zu qualifizieren. Und im Vergleich zur letzten WM-Qualifikation ist es nun noch komplizierter, da Brasilien dieses Mal nicht automatisch qualifiziert ist.

Ab und an bilden Sie mit Paolo Guerrero, mit dem Sie beim FC Bayern mal zusammen in einem Verein gespielt haben, das Sturmduo. Gibt es da auch geheime Absprachen auf Deutsch, damit Sie die Gegenspieler nicht verstehen können?
[lacht] Ja, das kommt in der Tat ab und an mal vor. Vor allem bei Ecken oder anderen Standardsituationen, wenn wir etwas Besonderes vorhaben, besprechen wir einige Laufwege oder Pläne kurz auf Deutsch, damit uns die Gegenspieler nicht verstehen können. Aber ansonsten kommunizieren wir natürlich auf Spanisch.

S*chielen Sie mit einem Auge noch darauf, Rekordtorschütze ihres Landes zu werden. Noch sind es sechs Tore, die Sie von Teofilo Cubillas trennen.
*
Das wäre selbstverständlich etwas ganz Besonderes und Großartiges. Aber wichtiger für uns ist es, jetzt Punkte zu holen und da spielt es keine Rolle, wer die Tore erzielt und deshalb denke ich da auf dem Spielfeld auch nicht dran.

Sie treffen vorzugsweise mit dem rechten Fuß, aber können es fast genauso gut mit links oder mit dem Kopf. Außerdem haben Sie eine hervorragende Technik, was aus Ihnen einen kompletten Stürmer macht. Gibt es trotzdem eine Qualität, über die ein Stürmerkollege oder ein anderer Spieler verfügt, die Sie gerne auch hätten?
[überlegt] Puh, naja ich würde schon gerne so gut dribbeln können wie Neymar oder [Lionel] *Messi – das wäre etwas Besonderes. Aber man kann nun mal nicht alles haben *[lacht].

 

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