FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

Katar 2022™

Patrice Beaumelle: Unser Kader ist durch die goldene Generation inspiriert

Patrice Beaumelle (2nd L), head coach of Cote d Ivoire
© imago images
  • Patrice Beaumelle sammelte 13 Jahre lang Erfahrung als Assistenztrainer von Hervé Renard
  • Der Franzose träumt von einer WM-Teilnahme 2022 mit der Elfenbeinküste
  • Der Trainer spricht über den Umbau und die Ziele seines Teams

Hervé Renard hat den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal mit Sambia und mit der Elfenbeinküste gewonnen und gehört somit zu den erfolgreichsten Trainern in der Geschichte des internationalen afrikanischen Fussballs. Bevor er Cheftrainer wurde, hatte der Franzose als Assistent des legendären Claude Le Roy viel wertvolle Erfahrung gesammelt, die ihm später half, eigene Erfolge zu feiern.

Nach einiger Zeit holte Renard sich dann mit Patrice Beaumelle selbst einen Assistenztrainer, der mit ihm viele Jahre lang durch dick und dünn ging. Erst als Beaumelle Cheftrainer von Sambia wurde, trennten sich ihre Wege. Zwar war das Engagement in Sambia bereits nach einem Jahr wieder beendet, doch das hinderte Beaumelle nicht, Anfang des Jahres das Ruder bei der Elfenbeinküste zu übernehmen.

Im Gespräch mit FIFA.com erzählte der Franzose von einigen seiner Erfahrungen mit seinem Mentor Renard. "Ich habe 13 Jahre lang mit ihm zusammengearbeitet. In dieser Zeit haben wir viele gemeinsame Abenteuer bestanden, darunter sechs Auflagen des CAF-Afrikanischen Nationen-Pokals und die FIFA Fussball-WM in Russland. Wir haben zwei Mal zusammen die Afrikameisterschaft gewonnen und für mich war es sehr wichtig, sein Assistent zu sein. 2013 war ich ein Jahr lang Trainer von Sambia, doch dann bin ich wieder zu Renard zurückgekehrt. Dann aber hatte ich das Gefühl, dass es endgültig an der Zeit war, selbst Cheftrainer zu werden", so der 42-Jährige.

"Es war schon immer meine Ambition gewesen, Cheftrainer zu werden, doch ich habe mich dafür entschieden, zunächst die notwendige Erfahrung als Assistenztrainer zu sammeln. Nach sechs Afrikameisterschaften habe ich die WM als Ziel ins Auge gefasst und auch Renard davon erzählt. Ich habe ihm außerdem gesagt, dass ich die Gelegenheit nutzen würde, Cheftrainer zu werden, wenn sie sich ergibt. Nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wurde mein Wunsch nur stärker", fügte er hinzu.

Wie wohl jeder ehemalige Assistenztrainer war auch Beaumelle fest entschlossen, nun seine Erfahrung bestmöglich einzusetzen. Doch was genau hat er von Renard gelernt? "Ich habe sehr, sehr viel von ihm gelernt, insbesondere beim Gewinn der Afrikameisterschaft mit zwei verschiedenen Teams und zwei verschiedenen Spielweisen – Sambia und Elfenbeinküste. Ich habe gelernt, dass man, ganz egal wie gut die Spieler sind, keine Titel holen kann, wenn der richtige Teamgeist und die Entschlossenheit fehlen, gemeinsam großartige Erfolge zu erreichen. Bei jeder Vorbereitung eines Turniers war uns bewusst, dass wir nicht weit kommen würden, wenn der Kader nicht bereit war, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Man kann kurz zusammenfassen: Das Team ist der Star", so Beaumelle.

ivory coast head coach Patrice Beaumelle

Eine schwere Gruppe

Beaumelle übernahm das Team der Elfenbeinküste in einer schwierigen Phase, direkt nach dem Rücktritt einer fantastischen Spielergeneration. Akteure wie Didier Drogba, die Touré-Brüder, Gervinho und Salomon Kalou waren nicht mehr dabei. Also musste der neue Coach einen neuen Kader zusammenstellen und Spieler finden, die beweisen wollten, dass sie ihren Platz verdienten.

Auf die Frage, wie er mit dieser Situation umgegangen sei, antwortete Beaumelle: "Wir stecken derzeit in einer Umbauphase. Wir haben einige Jungs, die schon viele Länderspiele bestritten haben, und eine Gruppe von U-23-Spielern, die sich bereits für das Olympische Fussballturnier der Männer qualifiziert haben. Mein kurzfristiges Ziel ist es, einen ausgewogenen Kader mit der richtigen Balance aus Veteranen und jungen Spielern zu formen. Mein mittelfristiges Ziel ist die Qualifikation für den nächsten CAF Afrikanischen Nationen-Pokal. Und mein langfristiges Ziel ist es, einen so starken Kader zu haben, dass wir uns für die Weltmeisterschaft qualifizieren können."

Die Elfenbeinküste tritt parallel zur Qualifikation für die Afrikameisterschaft auch in der Vorrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ an. Hier steht das Team in einer Gruppe mit Kamerun, Malawi und Mosambik. "Unsere Gruppe ist sehr schwer. Kamerun ist eigentlich WM-Stammgast. Aus früheren Spielen gegen Malawi und Mosambik weiß ich, dass das schwere Gegner sind, insbesondere bei Heimspielen. Außerdem wissen wir ja, dass Reisen in Afrika beschwerlich sind, was unsere Aufgabe noch komplizierter macht. Auf dem Weg nach Katar 2022 wird jeder einzelne Punkt wichtig", so Beaumelles Einschätzung.

Nachdem die Elfenbeinküste die WM 2018 in Russland verpasst hat, ist Beaumelle die Qualifikation für Katar 2022 besonders wichtig. "Die WM ist für jeden Nationaltrainer das höchste Ziel, doch es ist verfrüht, jetzt schon davon zu sprechen. Meine aktuellen Ziele beziehen sich auf die bevorstehende Afrikameisterschaft. Wie ich bereits sagte, befinden wir uns in einer Umbauphase und konzentrieren uns derzeit ganz auf die Kontinentalmeisterschaft. Und natürlich habe ich die Weltmeisterschaft im Hinterkopf", gibt er zu.

ivory coast head coach Patrice Beaumelle

Der Traum vom Erreichen der K.o.-Runde

Die erfolgreichste Ära erlebte die Elfenbeinküste von 2006 bis 2015, als eine überaus talentierte Spielergeneration drei Mal in Folge die WM-Endrunde erreichte, nämlich 2006 in Deutschland, 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien. Allerdings gelang es dem Team dabei nie, die Gruppenphase zu überstehen. Auf die Frage, ob dieses Ziel 2022 in Katar endlich erreicht werden könne, meinte Beaumelle: "Es wäre natürlich ein Traum, mit der Elfenbeinküste die K.o.-Runden der Weltmeisterschaft zu erreichen. Jeder Trainer will es doch in die entscheidenden Runden dieses großartigen Turniers schaffen."

Fans vergleichen gern verschiedene Generationen miteinander. Daraus ergab sich auch die Frage, ob er denke, dass die aktuelle Generation ähnliche Erfolge feiern könne wie Drogba und seine Teamkameraden. "Es wäre auf jeden Fall verfrüht, die jetzige Generation mit der goldenen Generation rund um Drogba zu vergleichen. Ich habe als Trainer von Sambia mehrfach gegen dieses durchschlagskräftige Team gespielt und denke, dass unsere aktuellen Spieler durch dieses Team inspiriert sind", so Beaumelle.

"Die jungen Spieler haben Poster der Ex-Stars an den Wänden hängen. Warum sollten sie nicht in deren Fußstapfen treten können? Das beste Beispiel ist wohl Kylian Mbappé, dem es gelungen ist, seinen Kindheitstraum wahr zu machen. Die Elefanten können das Gleiche erreichen und ich bin hier, um ihnen dabei zu helfen", sagte er abschließend.

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