FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Paraguay will alles nach vorne werfen

"Angriff ist die beste Verteidigung", so lautet ein altes Sprichwort, das sich die Trainer und Mannschaften zu eigen machen, die grundsätzlich auf Offensivfussball setzen. Und genau dieses Sprichwort scheint auch Aníbal Ruiz, dem Nationaltrainer von Paraguay, vor dem am Donnerstag im Berliner Olympiastadion ausgetragenen Spiel gegen Schweden durch den Kopf zu gehen.

Der häufig eher auf die Defensive setzende Trainer, der sein taktisches System traditionell auf einer undurchdringlichen Abwehr aufbaut, vertraut jetzt für das Weiterkommen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ ganz auf sein Angriffsduo.

Roque Santa Cruz (Bayern München) und Nelson Valdez, der kürzlich von Borussia Dortmund unter Vertrag genommen wurde, kennen sich im deutschen Fussball sehr gut aus. In der Auswahl Paraguays setzt man nach der 0:1-Niederlage im Auftaktspiel gegen England nun vor allem auf diese beiden.

"Wir werden stärker in die Offensive gehen. Wir müssen dafür sorgen, dass der Ball immer schnell nach vorne gespielt und unsere Stürmer permanent mit Vorlagen gefüttert werden", so Ruiz überzeugt von den Erfolgsaussichten seiner Taktik gegen Schweden. Er geht sogar noch etwas weiter und räumt die Möglichkeit ein, einen dritten Stürmer einzusetzen, der aus dem Mittelfeld heraus ins Spielgeschehen eingreift. Dabei könnte es sich entweder um Nelson Cuevas oder um Salvador Cabañas handeln.

"Die Idee ist, dass einer von ihnen das Mittelfeld dabei unterstützt, Santa Cruz und Valdez vorne mit Bällen zu versorgen. Ich schließe jedoch aus, dass beide (Cuevas und Cabañas) von Beginn an zum Einsatz kommen", fasst er zusammen.

Denis Caniza, der Routinier auf der Außenbahn, vertraut auf die Fähigkeiten der beiden jungen paraguayischen Stürmer. "Gegen die Schweden können sich zwei Torjäger wie Roque und Nelson freier bewegen, weil diese, im Gegensatz zu den Engländern, die Räume nicht so eng machen. Es kommt darauf an, dass wir die Ballkontrolle behalten. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, den Ball aufgrund von Fehlern zu verlieren. Die Schweden sind sehr schnell und konterstark."

Angesichts der Motivation des Trainers und der entscheidenden Bedeutung dieser Partie, setzt auch Nelson Valdez, eine der beiden festen Größen in der Offensive Paraguays, auf Angriffsfussball. "Es gibt keine Alternative. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Das Spiel gegen Schweden ist gewissermaßen ein kleines Finale, und wenn wir uns für das Achtelfinale qualifizieren wollen, ohne von anderen Ergebnissen abhängig zu sein, dann müssen wir hier als Sieger vom Platz gehen. Unsere derzeitige Lage zwingt uns gegen Schweden zu einer Änderung der Taktik. Wenn wir zu unserem Spiel finden, was uns ja auch in der zweiten Halbzeit gegen England gelungen ist, werden wir unser Ziel erreichen", erklärt Valdez.

Santa Cruz, der aufgrund einer Verletzung am rechten Knie in der Partie gegen England seit mehreren Monaten zum ersten Mal wieder volle 90 Minuten auf dem Platz gestanden hatte, drückt sich da etwas vorsichtiger aus. "Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir gleich verzweifeln, wenn wir kein schnelles Tor erzielen. Wir müssen stärker auf unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten vertrauen. Wir dürfen nicht zu viel an den Gegner denken und unser Spiel nur auf die Schweden abstimmen. Genau das ist uns gegen England passiert. Wir haben uns zu viel mit den Engländern beschäftigt. Das hat sich für uns am Ende als Nachteil erwiesen", so der Stürmer von Bayern München.