FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Frankreich 1998™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Frankreich 1998™

10 Juni - 12 Juli

Heute vor 22 Jahren

"O Fenômeno" wie er leibt und lebt

Brazil's Ronaldo dribbles

Der Auftritt Ronaldos bei der WM 1998 in Frankreich scheint nur durch das Finale und das Mysterium seines Zusammenbruchs vor dem Spiel in Erinnerung geblieben zu sein.

Angesichts der dramatischen Situation mag dies verständlich sein, denn die Partie, aus der Frankreich als Sieger hervorging, wurde von einer Episode überschattet, die das gesamte Team in Mitleidenschaft zog. "Ich hatte nachmittags, nach dem Mittagessen eine Krampf", erinnert sich Ronaldo. Ich war drei oder vier Minuten lang bewusstlos. Ich weiß nicht warum. Niemand weiß das. Ob es am Druck oder an der Nervosität lag? Möglich ist es. Wenn man dort ist und von der Turnieratmosphäre eingeschlossen ist, dreht sich alles nur um das Turnier. Man kann sich nicht davon lösen. Der Druck ist enorm."

Es ist sicher kein Wunder, dass der Erwartungsdruck auf Ronaldo lastete. Schließlich hatte er im bisherigen Turnierverlauf alles getan, um seinen Ruf als bester Spieler der Welt zu festigen. Tatsächlich sollte man nicht vergessen, dass er in Frankreich trotz seines verständlicherweise glanzlosen Auftritts im Finale aus gutem Grund als bester Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde und dabei mehr als doppelt so viele Stimmen erhielt wie sein nächster Verfolger.

Tore wie das auf dem Foto eingefangene legten seine Wahl zum herausragenden Spieler des Turniers nahe. Dieses war sein vierter Treffer in der Endrunde und der erste in einem epischen Halbfinale gegen die Niederlande. Der Treffer ist auch das perfekte Sinnbild für die großen Stärken von *O Fenômeno. *Wie aus dem Nichts durchbrach er die niederländische Abwehr, schüttelte seine Verfolger unglaublicher Geschwindigkeit und Durchschlagskraft ab und jagte den Ball dann mit der für ihn typischen Präzision unter Edwin van der Sar hindurch ins Netz.

Rivaldo, der ihn mit einem feinen Steilpass bedient hatte, betonte, wie viel einfacher solche Vorlagen sind, wenn man mit einem so herausragenden Stürmer zusammenspielt. "Ich brauchte an der Seite von Ronaldo keine Abstimmungszeit", so die brasilianische Nummer zehn. "Er wusste, wie ich spielte und ich wusste, wo er den Ball hin haben wollte. Es war ganz einfach, mit ihm zusammenzuspielen, weil er immer die richtigen Positionen fand, und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb des Strafraums. Wenn ich an den Ball kam, wusste er schon, was ich damit machen würde."

Ronaldo war auch beim Elfmeterschießen erfolgreich, durch das die Halbfinal-Partie in Marseille am Ende entschieden wurde. Patrick Kluivert hatte nämlich kurz vor Schluss noch für den Ausgleichstreffer gesorgt. "Das war sehr, sehr schwer, aber jetzt müssen wir noch ein weiteres Spiel bestreiten", sagte Claudio Taffarel, ein weiterer Held im brasilianischen Team, im Anschluss an die Partie. "Brasilien verdient einen Glücksmoment. Wir nehmen viel Schwung mit ins Finale."

Dieser Schwung sollte durch die viel diskutierten Ereignisse am Nachmittag des 12. Juli 1998 ins Stocken geraten. Doch bei all dem sollte man nicht vergessen, dass Brasilien ohne den brillanten Spieler mit der Rückennummer neun bereits viel früher die Heimreise angetreten hätte.

Hätten Sie's gewusst?
Die berühmten Mannschaftsaufstellungen, die im Vorfeld des Finales geändert wurden – eine ohne Ronaldo und die andere, bei der er wieder im Team steht – befinden sich unter den Ausstellungsstücken zur WM 1998, die im FIFA Welt Fussball Museum in Zürich zu sehen sind.

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