FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

Entwicklung

Notfallmedizinseminar für Schiedsrichter der FIFA Fussball-WM™

FIFA-Schiedsrichter absolvieren vor einem FIFA-Wettbewerb oft einen Basiskurs in Notfallmedizin. Am 5. Juni ist es mit den Schiedsrichtern der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ wieder so weit. Der Kurs ist umso wichtiger, als die FIFA dieses Jahr das Bewusstsein um die Gefahr eines plötzlichen Herzstillstands fördern will. 

Bei einem plötzlichen Herzstillstand hört das Herz unvermittelt auf zu schlagen, und es wird kein Blut mehr durch den Körper gepumpt. Ein plötzlicher Herzstillstand kommt meist ohne Vorwarnung. Jeder – auch scheinbar gesunde – Mensch kann jederzeit und überall Opfer sein. Nach dem tragischen Tod von Marc-Vivien Foé, der beim FIFA Konföderationen-Pokal 2003 auf dem Spielfeld einen plötzlichen Herzstillstand erlitt, lancierte die FIFA verschiedene Initiativen, einschliesslich Basiskursen in Notfallmedizin für Schiedsrichter.

Die Schiedsrichter sind für die Gesundheit und Sicherheit aller Spieler auf dem Spielfeld verantwortlich. Da die Zeit bei einem lebensbedrohenden Vorfall auf dem Spielfeld entscheidend ist, müssen die Schiedsrichter einen solchen sofort erkennen und richtig reagieren können. Beim Seminar lernen die WM-Schiedsrichter, wie sie einen plötzlichen Herzstillstand erkennen und was sie tun müssen. So üben sie etwa die Herz-Lungen-Wiederbelebung und die Anwendung eines Automatischen Externen Defibrillators. 

Prof. Efraim B. Kramer, medizinischer FIFA-Turnierkoordinator für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™, sagt dazu: "Als Athlet ist der Schiedsrichter auch selbst dem Risiko eines plötzlichen Herzstillstands ausgesetzt. Gleichzeitig ist er der Offizielle auf dem Spielfeld und muss daher in der Lage sein, auf einen plötzlichen Herzstillstand zu reagieren. Alle Schiedsrichter müssen daher Grundkenntnisse haben, was die Erkennung, Behandlung, Wiederbelebung und den Transport des Spielers vom Feld anbelangt."

Beim Seminar lernen die Schiedsrichter auch, wie sie andere lebensbedrohenden Erkrankungen und Verletzungen auf dem Spielfeld erkennen, zum Beispiel akute Gehirnerschütterungen. Dabei erfahren die Schiedsrichter, dass Spieler bei einem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung unbedingt aus dem Spiel müssen – ganz nach dem Motto "im Zweifelsfall raus" –, sie das Spiel zur sofortigen Behandlung für drei Minuten unterbrechen können und wie die kürzlich eingeführten medizinischen Videoanalysen funktionieren. 

Ebenfalls Thema sind Hitzeschläge, d. h. lebensbedrohende neurologische Notfälle, die sich ereignen, wenn Spieler und Schiedsrichter wegen hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit überhitzen. Die Schiedsrichter erfahren beim Kurs, wie sie Ruhe- und Trinkpausen vorbereiten und umsetzen sowie die Hitze während Spielen und das potenzielle Risiko für Spieler anhand der Feuchttemperatur bestimmen.