FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Niederlande erster WM-Finalist

Arjen Robben of the Netherlands celebrates scoring the third goal as Diego Perez of Uruguay (R) stands dejected
© Getty Images

Die Niederlande stehen zum dritten Mal nach 1974 und 1978 im Endspiel einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™. Im Halbfinale besiegte der zweimalige Vize-Champion am Dienstagabend in Kapstadt die Auswahl Uruguays mit 3:2 (1:1) und kann damit weiter vom ersten WM-Titel träumen. Gegner im Finale am Sonntag in Johannesburg ist der Gewinner der Partie zwischen Deutschland und Spanien.

Vor 62.479 Zuschauern im Green-Point-Stadion von Kapstadt gingen die Niederlande durch einen sehenswerten Fernschuss von Giovanni van Bronckhorst (18. Minute) in Führung, Torjäger Diego Forlán (41.) glich diese noch vor der Halbzeit aus. Ein Doppelschlag von Wesley Sneijder (70.) und Arjen Robben (73.) Mitte der zweiten Halbzeit sicherte der Elftal den 25. Sieg in Folge und die erste Finalteilnahme seit 32 Jahren. Der späte Anschlusstreffer von Maximiliano Pereira (90.+2) kam zu spät für die Südamerikaner.

Umstellungen auf beiden Seiten
Im Vergleich zu den jeweiligen Viertelfinalspielen waren beide Trainer gezwungen, ihre Mannschaften umzustellen. Uruguays Óscar Tabárez musste auf seinen verletzten Kapitän Diego Lugano sowie die gesperrten Luis Suárez und Jorge Fucile verzichten. Für sie spielten Martin Caceres, Walter Gargano und Mauricio Victorino. Zudem erhielt Alvaro Pereira den Vorzug vor Alvaro Ferndez.

Hollands Bert van Marwijk stellte drei Positionen um: Für die gesperrten Gregory van der Wiel und Nigel de Jong rückten Khalid Boulahrouz und Demy de Zeeuw in die Startformation. Joris Mathijsen kehrte nach überstandener Verletzung in die erste Elf zurück, dafür musste Andre Ooijer weichen.

Klare Rollenverteilung
Die Rollenverteilung in dieser Partie war schnell klar: Die favorisierten Niederländer übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle, hatten aber zunächst Schwierigkeiten, gegen die eng gestaffelten Südamerikaner ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Uruguay wirkte ob der Bedeutung des Spiels sehr nervös und beschränkte sich in einer tief verteidigenden 4-3-2-1-Formation vorerst auf die Defensive.

So sorgten vor allem Fernschüsse für etwas Torgefahr. Dirk Kuyt (4.) zielte nach zu kurzer Faustabwehr von Torhüter Fernando Muslera aus halblinker Position über das Tor, kurz darauf traf Sneijder (13.) mit seinem Versuch von der Strafraumgrenze den eigenen Mitspieler. Dazwischen versuchte Alvaro Pereira (6.) erfolglos, aus über 40 Metern den etwas zu weit vor seinem Tor postierten Marteen Stekelenburg zu überlisten.

Tore aus der Distanz
In der 18. Minute gingen die bis dahin klar aktiveren Niederländer in Führung. Van Brockhorst hielt aus rund 30 Metern einfach mal drauf, der Ball schlug zur Verblüffung der Celeste zum 1:0 im rechten oberen Torwinkel ein. Erst nach rund 30 Minuten wurde Uruguay mutiger und wagte sich etwas mehr in die Offensive. Alvaro Pereira (36.) prüfte aus 22 Metern Stekelenburg, kurz darauf köpfte Forlán (38.) am Tor vorbei.

Drei Minuten später machte es der Torjäger der Celeste besser: Bei seinem Fernschuss aus 25 Metern erwischte er Stekelenburg auf dem falschen Fuß und traf zum etwas überraschenden 1:1-Ausgleich. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeitpause.

Über die Flügel
Mit Rafael van der Vaart für De Zeeuw verstärkte Van Marwijk nach dem Seitenwechsel die Offensive, die erste Chance bot sich aber Uruguay: Nach zu kurzem Rückpass von Boulahrouz rettete Stekelenburg in höchster Not gegen Cavani (50.), den Nachschuss von Pereira klärte Van Bronckhorst kurz vor der Torlinie.

Die Niederländer versuchten in der Folgezeit immer wieder, das Spiel in die Breite zu ziehen und über die Außenbahnen gefährlich Aktionen einzuleiten. Allerdings ließen sie dabei die letzte Zielstrebigkeit gegen weiterhin geschickt verteidigende Urus vermissen. Auf der Gegenseite scheiterte Forlán (67.) mit einem 25-Meter-Freistoß an Stekenlenburg.

Drei Minuten
Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Holländer ihre beste Phase und sorgten innerhalb von drei Minuten für die Entscheidung. Zunächst scheiterte Van der Vaart (68.) an Muslera, den Abpraller setzte Robben über das Tor. Doch dann traf Sneijder (70.) mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:1, drei Minuten später drückte Robben (73.) einen Kopfball aus zehn Metern über die Linie. Es war der 2.200. Treffer der WM-Geschichte.

In der Folgezeit hätten die Niederländer mit etwas mehr Entschlossenheit sogar noch einen weiteren Treffer erzielen können, was sich kurz vor dem Ende fast noch gerächt hätte. Nach Pereiras (90.+2) Anschlusstreffer kamen die Uruguayer noch einmal auf, den Finaleinzug der Oranje konnten sie aber nicht mehr verhindern.

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