FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Müller: "Wir werden zeigen, was in uns steckt"

Thomas Mueller of Germany celebrates
© Getty Images

Er ist der Senkrechtstarter schlechthin im deutschen Team: Thomas Müller sorgte bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika mit seinen unbekümmerten Auftritten, vier Toren und drei Vorlagen sowie mit seiner erfrischenden Art auf und neben dem Platz für jede Menge Furore. Der 20-Jährige musste aber auch einen ganz bitteren Moment erleben, denn aufgrund einer Gelbsperre war er zum Zuschauen verbannt, als Joachim Löws Ensemble in der Runde der letzten Vier mit 0:1 an Europameister Spanien scheiterte.

Nun ist Müller fest entschlossen, im Spiel um Platz drei am Samstagabend in Port Elizabeth gegen Uruguay noch einmal seinen Beitrag zu leisten, damit der dreimalige Welt-Titelträger mit einem positiven Abschluss die Kap-Nation verlässt. Dabei steht das Offensivjuwel ganz besonders im Fokus. FIFA.com sprach im deutschen Teamhotel in der Nähe von Pretoria exklusiv mit der deutschen Nummer 13.

Thomas, vor zwei Tagen seid Ihr im WM-Halbfinale an Spanien knapp gescheitert. Nun steht das Spiel um Platz drei gegen Uruguay bevor. Was überwiegt: Nach wie vor der Frust, oder dieses Jetzt-erst-recht-Gefühl?Es ist schon ein bisschen schwer für uns: Wir hatten uns so viel vorgenommen, und am Ende haben wir nicht das erreicht, was wir eigentlich wollten. Aber natürlich sagen wir uns jetzt auch, dass wir das Ding in Port Elizabeth gewinnen müssen. Wir wollen ganz einfach einen guten Abschluss haben - sowohl für uns persönlich, als auch für die deutschen Fans!

Also klare Marschroute: Weiter offensiv spielen, begeistern und Platz drei holen?Ja! Wir wollen noch einmal all das zeigen und bestätigen, wofür wir hier in Südafrika gelobt worden sind, auch von den internationalen Medien. Wir werden nochmal zeigen, was in uns steckt.

Wie schätzen Sie die "Urus" ein?Uruguay hat sich bei dieser WM glänzend präsentiert. Sie haben vorne gute Einzelspieler und sind hinten sehr zweikampfstark. Eines ist klar: Ein Selbstläufer wird das Spiel um Platz drei für uns nicht. Wir werden schon viel investieren müssen. Aber wir haben das Zeug dazu, und vor allem auch die Psyche.

Sie haben bislang vier WM-Treffer erzielt. Haben Sie den Goldenen Schuh von adidas im Hinterkopf?Ich gehe ohne Druck ins Spiel. Wenn es am Ende klappt, würde ich mich freuen. Aber mit Miroslav Klose haben wir jemand in der Mannschaft, der vielleicht ein noch größeres Ziel hat, nämlich erfolgreichster Torjäger der WM-Geschichte zu werden. Wir werden sehen, wie das Spiel läuft, aber wir wollen natürlich wie immer so viele Treffer wie möglich erzielen.

Als einer von drei Nominierten dürfen Sie sich Hoffnungen auf den Gewinn der Hyundai-Auszeichnung "Bester Junger Spieler" der FIFA WM 2010™ machen…Es freut mich, dass ich nominiert bin. Mir wäre es aber lieber gewesen, wenn wir mit dem Team den WM-Titel gewonnen hätten.

Wäre der Gewinn dieser Auszeichnung für Sie die Krönung einer überragenden ersten Saison als Profi-Fussballer?Es wäre eine schöne Auszeichnung. Bei Bayern München hatten wir ja schon eine gute Runde gespielt, und für mich lief es persönlich gut, denn ich habe viele Tore erzielt und auch vorbereitet. Das gibt jede Menge Selbstvertrauen. Aber dann war es auch wieder Neuland für mich, zur deutschen Nationalmannschaft zu kommen. Es ist ein Supergefühl, all das hier erlebt zu haben. Und es ist ein Wahnsinn, dann auch noch so viele Tore erzielt und außerdem Assists beigesteuert zu haben.

Lukas Podolski hat diese Auszeichnung vor vier Jahren bei der Heim-WM gewonnen. Ein solcher Titel würde immer auch mit Erwartungen verbunden sein. Aber Sie sind eigentlich nicht der Typ, der sich darüber viele Gedanken macht…
Ich denke, das viele Lob ist einfach eine Bestätigung meiner Leistungen hier in Südafrika. Darauf bin ich stolz. Was die Zukunft betrifft: Ich lasse mich überhaupt nicht unter Druck setzen.

Sie spielen hier in Südafrika in einer jungen, offensiven und kreativen deutschen Mannschaft. Wie wichtig war diese Konstellation für Ihre starken WM-Auftritte?
Ich bin kein Spieler, der fünf andere ausspielt und dann das Tor macht. Ich brauche die offensiven Spieler um mich herum, brauche immer gute Mitspieler, um auch selbst gut zu spielen. Wir haben viele gute Spieler, mit denen man harmonieren kann. Und wichtig ist auch, dass ich mich mit ihnen sowohl auf als auch neben dem Platz gut verstehe.

Bei den Bayern spielen Sie zentral, als zweite hängende Spitze. In der deutschen Nationalmannschaft kommen Sie über rechts. Was ist Ihnen eigentlich lieber?
Mir ist das egal! Ich habe die Position im rechten Mittelfeld ja auch nicht als Flankenläufer ausgefüllt, sondern habe immer den Weg in die Mitte gesucht, um zum Torabschluss zu kommen. Ich weiß, wo ich die Lücken im Spiel nach vorne zu suchen habe, darauf kommt es an.

Mal abgesehen vom Sportlichen: Wie gefällt es Ihnen eigentlich hier bei Ihrer ersten WM?Ich war vom ganzen Umfeld hier absolut positiv überrascht. In Südafrika kann man es wunderbar aushalten! Alle Menschen hier sind unglaublich freundlich und aufgeschlossen. Man kann schon sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle.

Und wer wird am Sonntagabend der neue Weltmeister?Vom Potenzial her muss Spanien Weltmeister werden! Das ist ein Superteam, sehr organisiert und vorne sehr kreativ, mit vielen Weltklassespielern. Aber man darf die Niederländer nicht unterschätzen. Sie haben das ganze Turnier über nicht so schön gespielt, wie man es vielleicht aus der Vergangenheit kennt. Aber sie haben jetzt entdeckt, erfolgreich zu sein. Mich würde es natürlich für meine Vereinskollegen Mark van Bommel und Arjen Robben freuen. Aber vor allem freue ich mich auf ein spannendes Spiel!

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