FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

FIFA Fussball-WM 2022™

Msakni verfolgt seinen Traum in Katar

Tunisia's forward Ghaylene Chaalali celebrates with Youssef Msakni
© AFP
  • Msakni führte sein Team zur FIFA Fussball-WM 2018
  • Nachdem er die Endrunde verpasste, lautet sein Traum nun Katar 2022
  • Der Tunesier spricht über seine guten Erfahrungen in Doha

Tunesiens Kapitän Youssef Msakni leistete in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ einen enormen Beitrag und hatte maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Qualifikation seines Teams. Unvergessen ist vor allem sein Hattrick beim 4:1-Auswärtssieg in Guinea. Mit diesem Sieg sicherten sich die Nordafrikaner das Ticket für die Endrunde in Russland und sorgten für große Begeisterung im ganzen Land, das 2006 in Deutschland letztmals auf der fussballerischen Weltbühne vertreten gewesen war. Doch nachdem ihm das Glück in dem westafrikanischen Land noch hold gewesen war, schlug im ungünstigsten Moment das Schicksal zu: sieben Wochen vor Beginn der WM-Endrunde in Russland erlitt Msakni eine schwere Knieverletzung, die seine Teilnahme an dem Turnier unmöglich machte.

So verpasste Msakni auf tragische Weise die Chance, in Russland zu spielen. Doch selbstverständlich begleitete und unterstützte er das Team vor Ort und wurde Zeuge des zweiten WM-Siegs Tunesiens. Den ersten hatten die Nordafrikaner 1978 in Argentinien gefeiert.

"Natürlich ist es sehr hart, die Chance zu verpassen, bei einer WM die Farben seines Landes zu tragen, insbesondere wenn es nur noch wenige Wochen bis zum Turnier sind", so Msakni in einem Exklusivinterview mit FIFA.com. "Spieler mit mangelnder charakterlicher Stärke kann so etwas schwer treffen. Doch mit Gottes Hilfe habe ich die Situation akzeptiert und mir das Ziel gesetzt, dann eben beim nächsten Mal dabei zu sein."

WM-Atmosphäre schnuppern

Diese Ansage Msaknis impliziert, dass er und seine Teamkameraden in der WM-Qualifikation für Katar 2022 alles geben wollen, um sich erneut für die Endrunde zu qualifizieren. Der Kapitän selbst ist ganz besonders motiviert, da er bereits seit 2013 in Katar für den Klub Al-Duhail spielt und die Entstehung der topmodernen WM-Stadien hautnah miterleben konnte.

"Ja, ich bin bereits seit fast sieben Jahren in Katar. Ich kam 2013 hierher, drei Jahre nachdem das Land den Zuschlag für die Ausrichtung der WM-Endrunde 2022 bekommen hatte. Seitdem läuft der Bau der Stadien auf Hochtouren. Es ist großartig, die Entstehung mitzuerleben. Seitdem wir auch auf Plätzen spielen, auf denen WM-Spiele ausgetragen werden, wurde meine Entschlossenheit noch größer, mein Nationalteam zu diesem Turnier zu führen. Es ist aufregend, auf diesen Plätzen zu spielen, die absolut erstklassig sind und es mit den Spielfeldern in den besten Stadien der Welt aufnehmen können. Sie bilden ein ideales Umfeld für die Spieler, damit sie hier Höchstleistungen bringen können. Ich versuche immer, dieses Gefühl auch meinen Teamkameraden zu vermitteln, um sie zu motivieren, in der Afrika-Qualifikation verbissen zu kämpfen und es nach Katar zu schaffen."

Tunesien trifft in Gruppe B auf Sambia, Mauretanien und Äquatorial-Guinea. Die Nordafrikaner sind deutlich erfahrener als alle Gegner. Zudem sind sie in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste das zweitbeste afrikanische Team und liegen 61 Plätze vor dem nächsten Verfolger Sambia (Rang 88). Doch Msakni sieht keine großen Unterschiede zwischen den Teams. "Im afrikanischen Fussball hat sich in den vergangenen fünf Jahren vieles verändert. Es gibt keine nennenswerten technischen Unterschiede mehr zwischen den meisten Teams. Wir wissen, dass wir jedem Gegner mit Respekt begegnen müssen und jedes Spiel so angehen müssen, als wäre es ein Endspiel. Wir müssen Punkte sammeln und uns qualifizieren. So einfach ist das. Man darf sich keine Ausrutscher leisten."

Tunisia's midfielder Youssef Msakni (L) vies for the ball with Egypt's midfielder Mohamed Salah (R)
© AFP

Rückkehr zur Afrikameisterschaft

Nach seiner Verletzung kehrte Msakni in die tunesische Nationalmannschaft zurück und übernahm wieder die Kapitänsbinde beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2019 in Ägypten. Dort kamen die Tunesier in allen drei Gruppenspielen nicht über ein Unentschieden hinaus. Sie zogen schließlich als zweitplatziertes Team aus der Gruppe E ins Achtelfinale gegen Ghana ein. Nach einem 1:1-Remis setzten sich Msakni und seine Teamkameraden mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. Im Viertelfinale gelang dann der einzige klare Sieg, ein 3:0 gegen Madagaskar. Das Halbfinale gegen Senegal ging in der Verlängerung mit 0:1 verloren.

"Aus dieser Erfahrung haben wir einige Lektionen gelernt", so der Kapitän. "Als Spieler lernen wir aus Siegen und aus Niederlagen. Es gibt stets die Möglichkeit, etwas zu lernen, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren und negative zu vermeiden."

Auf unsere Nachfrage antwortete er: "Die tunesischen Fans waren mit unseren Leistungen nicht zufrieden. Doch wir haben uns für die K.o.-Runden qualifiziert und uns auch dort als konkurrenzfähig gezeigt. Wir haben bewiesen, dass wir auch bei solchen Turnieren gewinnen können, bei denen oft kleine Details den Ausschlag geben. Wir hätten fast ein weiteres Mal das Finale erreicht, wie 2004, als wir den Titel holten. Doch das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir haben einen Elfmeter verschossen und so kam es zur Verlängerung. Die Lektion hieraus lautet, dass es bei solchen Turnieren (Afrikameisterschaft oder WM-Qualifikation) immer wieder zu ähnlichen Situationen kommen kann, in denen sich gute Vorbereitung und Geduld auszahlen. Jetzt haben wir die Chance, unsere Auftritte zu verbessern und starke Leistungen zu zeigen, um die letzte Runde der Qualifikation zu erreichen und uns das Ticket nach Katar zu sichern."

Grenzenlose Ambitionen

Msaknis wird sich angesichts dieser Ambitionen ganz sicher nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern weitere Erfolge anstreben. Er will sich nicht nur mit Tunesien für Katar 2022 qualifizieren, sondern auch mit seinem Klub Al-Duhail weitere Titel feiern. Zwei Mal hat er die katarische Meisterschaft mit dem Team bereits gewonnen. Der dritte Titel ist in Reichweite. "Ein Spieler, der seine Motivation verliert und sich keine Ziele mehr setzt, kann keinen Erfolg haben. Ich strebe in jeder Saison danach, mit Al-Duhail ganz oben zu stehen. In den kommenden Tagen entscheidet sich das Rennen um den Titel in der Liga. Es sind noch fünf Spieltage zu absolvieren und wir gelten als Favorit. Hoffentlich können wir uns den Titel ein weiteres Mal sichern."

Viele hatten erwartet, dass Msakni seine Karriere in Europa fortsetzen würde, nachdem er sich beim tunesischen Spitzenklub Espérance Tunis einen Namen gemacht hatte. Stattdessen ging er nach Katar, wo er nun bereits seine achte Saison bei Al-Duhail bestreitet. Er ist ein wichtiger Schlüsselspieler des Teams und blieb dem Klub über die Jahre treu, während der Kader um ihn herum immer wieder umgebaut wurde.

"Mit jedem Jahr, das verstreicht, wird mir klarer, dass die Entscheidung für Katar die richtige war. Ich würde mich wieder für einen Wechsel nach Katar entscheiden. Die Atmosphäre hier ist ideal und hoch professionell. Viele Weltstars haben den Sprung aus dieser Liga geschafft und mit starken Akteuren hat Katar es bei der Asienmeisterschaft 2019 zum Titelgewinn gebracht. Jetzt bereiten sich die Katarer intensiv auf die WM 2022 vor. Die meisten Nationalspieler sind in der lokalen Liga aktiv, in der eine sehr gesunde und harte Konkurrenz herrscht."

Al-Duhail kann in den nächsten drei Monaten Geschichte schreiben. Wir kämpfen weiter um den Meistertitel und stehen im Finale des Pokalwettbewerbs (Emir of Qatar Cup). Außerdem bestreitet das Team die verbleibenden Spiele in der AFC Champions League auf eigenem Boden. "Unser Team ist daran gewöhnt, Spitzenplätze einzunehmen", so Msakni zum Abschluss. "Wir setzen uns in jeder Saison das Ziel, weitere Titel zu holen. Wir wollen alles gewinnen und ich hoffe, dass wir alle drei Titel bejubeln können."

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