FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Mikel: "Das war ein unglaubliches Duell"

John Obi Mikel of Nigeria challenges Paul Pogba of France
© Getty Images

Ein einziger Fehler kann spielentscheidend sein. Dieser Satz ist vermutlich eines der größten Klischees im Fussball, aber absolut zutreffend für die Ereignisse am Montag im Estádio Nacional Mané Garrincha in Brasília. Nigeria widerlegte die These, dass afrikanische Mannschaften zwar häufig über Talent im Überfluss verfügen, es dafür aber an Organisation mangeln lassen. Das Team war ganz nah an einer ersten Qualifikation für das Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ dran.

Am Ende war aber eine einzige Szene in der 79. Spielminute praktisch spielentscheidend. Es gab einen Eckball für Frankreich, der nigerianische Torhüter Vincent Enyeama, der sich zuvor in dieser Partie mehrfach als Retter seiner Mannschaft erwiesen hatte, lief heraus, und dann stand Paul Pogba auch noch frei. Die Folge war der erste Treffer für die Franzosen. Das war der Anfang vom Ende für Nigeria. Dadurch sollte jedoch nicht in den Schatten gestellt werden, dass das Team in Brasilien bis dahin ein hervorragendes Turnier gespielt hatte.

"Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir im Augenblick keine negativen Gefühle haben sollten. Wir haben ein hervorragendes Turnier gespielt und der Welt heute gezeigt, was wir gegen eine große Mannschaft leisten können", betont Nigerias John Obi Mikel im Gespräch mit FIFA.com.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mittelfeldspieler des FC Chelsea bereits genügend Zeit gehabt, nach dem hitzigen Duell wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Die Dusche nach dem Spiel hilft, die Emotionen wieder unter Kontrolle zu bringen und die Ereignisse auf dem Platz mit kühlerem Kopf zu analysieren. "Ich finde, wir haben von Beginn an und bis zum ersten Tor sehr gut gespielt. Von da an hatten wir mental ein kleines Tief, das gebe ich zu. Es hat nicht mehr gereicht, um noch einmal zurückzukommen, aber das schmälert unsere glänzende Leistung nicht."

Mikel ist ebenfalls der Ansicht, dass die kleinen Details eines Spielzugs eine nigerianische Festung zum Einsturz gebracht haben, die sich bis dahin für die Franzosen als praktisch uneinnehmbar erwiesen hatte. "Wir waren sehr gut organisiert. Wir wussten, was wir in der Abwehr gegen eine so starke Auswahl wie Frankreich zu tun hatten. Außerdem hatten wir nie Angst, in den Angriff überzugehen, wenn wir im Ballbesitz waren. Wir hatten sogar gute Chancen, in Führung zu gehen. All das haben wir geschafft, aber Fehler passieren nun einmal. Was können wir noch sagen? Wir müssen das einfach abhaken und weitermachen."

Spiegelbild
Allerdings gibt es etwas, was John Obi Mikel nie vergessen wird, und das war sein gigantisches Duell mit dem Franzosen Paul Pogba. Auf dem Platz schien einer der beiden Mittelfeldspieler das Spiegelbild des anderen zu sein, sie waren in einer Art Manndeckung miteinander verhaftet, und zwar von der ersten bis zur letzten Minute und in beiden Spielfeldhälften.

"Das war wirklich ein unglaubliches Duell. Manchmal habe ich an seinem Gesichtsausdruck ablesen können, dass er langsam Erschöpfungserscheinungen zeigte, aber dann war es ausgerechnet er, der den ersten Treffer erzielt hat. Ich glaube, am Ende war er wohl doch nicht so erschöpft [lacht]. Aber es war trotzdem ein großes Duell zwischen uns beiden", erklärt Mikel genau in dem Augenblick, als Pogba in der Interview-Zone an dem Nigerianer vorbeikommt und ihm freundschaftlich auf die Schulter klopft.

"Ich habe gerade von dir gesprochen. Viel Glück für den Rest des Turniers", wünscht Mikel seinem Berufskollegen und meint dann abschließend: "Er ist ein unglaublicher Spieler, nicht wahr? Heute hatte er die Nase vorn, aber wir werden uns sicher in Zukunft noch häufig auf dem Platz wiedertreffen. Vielleicht sogar bei der nächsten WM."

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