FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Mexiko weiter von ewigem Fluch verfolgt

Im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ gab es in Mexiko nur ein Thema: der "Tricolor" sollte es endlich gelingen, den ewigen Fluch vom Ausscheiden im Achtelfinale zu besiegen. Bei ihren letzten drei WM-Teilnahmen war die mexikanische Nationalmannschaft jeweils im Achtelfinale gescheitert. Der Zeitpunkt schien gekommen, um diesen Bann in Deutschland 2006 endlich zu brechen.

Doch abgesehen davon, dass die Vorrundenauslosung dem Team von Trainer Ricardo La Volpe keine leichte Gruppe beschert hatte, fanden die Mexikaner bei diesem Turnier erst zu spät zu ihrem gewohnten Niveau, so dass sie wieder einmal im Achtelfinale scheiterten. Trotz der herausragenden Vorstellung in der Achtelfinalbegegnung mit Argentinien, die zu den besten und spannendsten des bisherigen Turniers zählt, vermochte es Mexiko auch diesmal nicht, sich von dem ewigen Fluch zu befreien. Stattdessen reist die Mannschaft mit der bitteren Erkenntnis nach Hause, trotz guter Leistung das Viertelfinale erneut nicht erreicht zu haben.

Was hat sich diese Mannschaft am Ende vorzuwerfen? Vielleicht, dass sie ihr wahres Potenzial erst abrufen konnte, als es schon zu spät war. Vielen Beobachtern ist noch der erfrischende Angriffsfussball in Erinnerung, den die Mexikaner beim Konföderationen-Pokal Deutschland 2005 geboten haben. In den Gruppenspielen der FIFA WM Deutschland 2006™ erweckten sie indes den Eindruck, dass sie insgesamt nicht an das damalige Niveau anknüpfen können. Erst im Achtelfinale gegen Argentinien zeigte Mexiko wieder jene Spielfreude, verbunden mit technischen Fertigkeiten und kämpferischen Mitteln, wie man es zuletzt im vergangenen Jahr von der Mannschaft gesehen hatte. Dass sie nach sehenswertem Spiel trotzdem unterlag und ausschied, war einzig dem bislang schönsten Treffer des Turniers, erzielt durch den Argentinier Maxi Rodríguez, geschuldet.

Hätten die Mexikaner in den beiden ersten Gruppenspielen ein ähnlich gutes Spiel abgeliefert, hätten sie durchaus Chancen gehabt, ihre Gruppe als Sieger abzuschließen und eventuell auch im Achtelfinale zu bestehen. So aber ereilte sie bereits bei ihrer vierten WM-Teilnahme in Folge das Aus im Achtelfinale, das nun auch weiterhin wie ein Fluch auf dem Team der Tricolor lastet.

Kontinuität auf der einen, Überraschungen auf der anderen Seite

In Deutschland 2006 konnten einige der Schlüsselspieler ihre Position in der mexikanischen Nationalmannschaf weiter festigen, allen voran Kapitän Rafael Márquez. Mit Ausnahme der Partie gegen Portugal, bei der er nicht gerade seinen besten Tag erwischt und äußerst unglücklich agiert hatte, bot der Abwehrspieler vom FC Barcelona eine Leistung ohne Fehl und Tadel. Zeitweilig hatte es den Anschein, als ob Mexikos Nummer 4 überall auf dem Spielfeld unterwegs sei. So räumte er hinten konsequent auf und störte frühzeitig die Angriffe des Gegners, sorgte für den eigenen Spielaufbau und war zudem als Torschütze erfolgreich.

Die mexikanischen Innenverteidiger trifft ebenfalls kein Vorwurf. Carlos Salcido und vor allem Ricardo Osorio erwiesen sich als sicherer Rückhalt ihrer Mannschaft und verliehen ihr die erforderliche Stabilität. Besonders herausragend war die Laufleistung von Osorio, der selbst noch in der Verlängerung ständig mit nach vorn preschte und so die mexikanische Offensive verstärkte.

Darüber hinaus ragten bei den Mexikanern der zuverlässige Oswaldo Sánchez im Tor, Mittelfeldspieler Pável Pardo, der in der Partie gegen Argentinien übrigens schmerzlich vermisst wurde, sowie der engagiert spielende Francisco Fonseca im Angriff hervor, der ungeachtet seiner Kurzeinsätze stets für Gefahr sorgte, sobald er sich im Spiel befand. Was den Trainer Ricardo La Volpe angeht, so ist die Meinung der mexikanischen Fans über ihn schon immer geteilt. Einige halten ihm den starken Auftritt im Duell mit Argentinien zugute, andere wiederum haben ihm seine polemische Haltung aus der Zeit vor dem WM-Turnier noch nicht verziehen und machen ihn für das erneute Scheitern im Achtelfinale verantwortlich. Demnach ist die Zukunft des aus Argentinien stammenden Nationaltrainers ungewiss. Wie es mit La Volpe weitergeht, soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

Grund zum Optimismus

Sicher, Mexiko hat es erneut nicht geschafft, die Vorrunde bei einem FIFA-Weltpokal™-Turnier zu überstehen. Andererseits gibt es durchaus Anzeichen, die für die Zukunft Besseres versprechen. Zunächst wäre da die Leistung des WM-Debütanten Andrés Guardado zu nennen. Der 19-Jährige, der die ersten drei Spiele seiner Mannschaft nur von der Bank aus verfolgt hatte, stand gegen Argentinien in der Startelf und präsentierte sich unbekümmert spielfreudig. Über eine Stunde lang beschäftigte er die argentinische Abwehr mehr, als es ihr lieb war, bis er wegen einer Verletzung ausgewechselt werden musste. Hätte er weiterspielen können, wer weiß, wie sich die Partie dann noch entwickelt hätte.

Doch gab nicht nur er Anlass zu neuen Hoffnungen. Alles in allem kann die Tricolor mit reichlich Optimismus in die Zukunft blicken. Die drei Innenverteidiger werden im Jahr 2010, wenn die nächste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Südafrika stattfindet, im besten Fussballeralter sein. Und an ihrer Seite werden dann neue talentierte Spieler stehen, deren erfolgreiche Karriere in der mexikanischen Nationalmannschaft sich schon jetzt abzeichnet. Zu ihnen zählen vor allem Giovani dos Santos und Carlos Vela, die beiden Stars jener mexikanischen U-17-Auswahl, die bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 den Titel holte. Beide spielen derzeit bei zwei der weltweit größten Klubs und haben somit beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Profikarriere. Aber auch in Mexiko selbst wachsen einige hoffnungsvolle Nachwuchstalente heran, unter ihnen das Torwarttalent Guillermo Ochoa, der kreative Ángel Reyna und der Angreifer Luis Landín.