FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Memphis hat den Rhythmus im Blut

© Getty Images

Memphis. Allein schon der Name ist Rock’n’Roll. So verwundert es nicht, dass derjenige, der ihn auf dem Rücken trägt, den Rhythmus im Blut hat. Und der junge Memphis Depay erhöhte ihn ab dem Moment, an dem er im Estadio Beira-Rio in Porto Alegre das Spielfeld betrat. Nach seiner Einwechslung am Ende der ersten Halbzeit ebnete er dem niederländischen Team gegen Australien mit einer Vorlage und dem Siegtreffer zum 3:2 den Weg zum Erfolg.

"Wer träumt nicht von einem solchen Szenario?", gab er im Anschluss an die Partie im Gespräch mit FIFA.com zu. "Bei einer WM zu spielen und zu treffen, davon träumen alle. Doch wie mit allen Träumen weiß man nie, ob und wann sie Wirklichkeit werden. Wenn es überraschend geschieht, ist es umso schöner." Selbst wenn es in diesem Fall eine böse Überraschung war. Die Verletzung von Bruno Martins Indi zwang Louis van Gaal dazu, seine Pläne zu ändern und Memphis seine ersten Minuten im Wettbewerb zu verschaffen.

Da die Socceroos die Niederländer und ihr 3-5-2-System in Schach hielten, brachte der Bondscoach den Angreifer von PSV Eindhoven für den unglücklichen Verteidiger und wechselte zu einer Viererkette. "Es tat mir wirklich sehr leid für ihn, als ich sah, wie er auf der Liege rausgetragen wurde. Wir wissen noch nicht, was er hat, doch ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist", sagte Memphis, dessen Lächeln für einen kurzen Moment verschwand. Doch er entspannte sich wieder, als ihm mitgeteilt wurde, dass sein Teamkamerad eine Gehirnerschütterung erlitten hat, die ihn einige Tage außer Gefecht setzen wird, aber nicht ernst zu sein scheint. "Wir hoffen, dass er sich schnell wieder erholt. Niemand wünscht sich, unter solchen Bedingungen eingewechselt zu werden. Doch es war für mich die Gelegenheit, zu zeigen, was ich kann."

Gute Schule
Und der 20-Jährige kann offenbar eine ganze Menge. Rennen – und das sehr schnell –,  flanken, dribbeln, passen und treffen. Die ganze Palette eines kompletten Stürmers, die er sich im Wettstreit mit den besten Lehrern angeeignet hat. "Wenn man Robin van Persie und Arjen Robben in seiner Mannschaft hat, gibt es keine besseren Lehrer, um Fortschritte zu machen", versicherte Memphis, der auch für das Geburtsland seines Vaters Ghana spielberechtigt gewesen wäre. "Man muss sie nur beim Training sehen, wie sie sich bei jedem Schuss, jedem Pass und jeder Kombination ins Zeug legen. Die Schnelligkeit Robbens und die Ballbehandlung Van Persies sind die besten Vorbilder, um zu lernen."

Und so beschloss Memphis wohl, sich bei seinen Wohltätern zu bedanken, indem er ihnen aus der Klemme half. Zunächst mit der Vorlage zum 2:2-Ausgleich für seinen Kapitän. Anschließend besorgte er mit einem Schuss aus 20 Metern den Siegtreffer selbst. "Es war ein wichtiges Tor, und auch noch ein schönes. Doch ich habe schon schönere gemacht", sagte er scherzend. "Doch bei einer WM zu treffen macht die Tore noch schöner." Weitaus beeindruckter zeigte er sich, als er erfuhr, dass dieser Treffer ihn zum jüngsten niederländischen Torschützen in der WM-Geschichte machte. Er löst damit Boudewijn Zenden ab, der diesen Rekord 1998 in Frankreich aufstellte. "Das ist natürlich ein großer Stolz, in die Fußstapfen ehemaliger Torjäger zu treten.  Eine Vorlage, ein Tor und ein Rekord. Ein besseres Debüt hätte ich mir nicht wünschen können."

Und auch die nahe Zukunft ist vielversprechend. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen hat sich das Oranje-Team schon für das Achtelfinale qualifiziert und hofft darauf, diesen Rhythmus so lange wie möglich beibehalten zu können. Und mit Rhythmus kennt sich Memphis aus...

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