FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Mehr als nur ein Trostpflaster

© Getty Images

Jeder der vier Halbfinalisten hat selbstverständlich vom Endspiel und vom "Großen Preis des Weltfussballs in Gold" geträumt. Aber auch denen, die die Hürde der Vorschlussrunde nicht genommen haben, bleibt noch ein Trostpreis in Form des Spiels um den dritten Platz. Auch dieser wird nämlich bisweilen schon als Erfolg gewertet – zumal dann, wenn eine Mannschaft mit dem Halbfinaleinzug schon eine Überraschung geschafft hat. Zwar löst das vorletzte Spiel einer WM-Endrunde selten die ganz große Begeisterung aus, ereignisreich ist es aber oft trotzdem.

Munterer TorreigenSeit es die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft gibt, hat es 16 Auflagen des sogenannten "kleinen Finales" gegeben. 1930 gab es noch kein Spiel um Platz drei und der Titel des Drittplatzierten wurde erst bei der Endrunde 1950 offiziell vergeben.

In zwölf dieser 16 Begegnungen haben beide Mannschaften getroffen und nur drei endeten mit dem knappsten aller Siege. 1994 glänzte Schweden mit einem deutlichen 4:0 über Bulgarien, die meisten Tore aber fielen 1958 zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland, nämlich neun.

Große TorjägerDas Spiel des Jahres 1958 ist auch wegen Just Fontaine in die Geschichte eingegangen, der bis heute drittbester Torschütze in der WM-Geschichte ist. An diesem Tag erzielte der Franzose vier der sechs Tore seines Teams. Er schraubte sein Gesamtkonto damit auf 13 Treffer – ein Rekord, der bis heute Bestand hat.

Auch 1990 wurde im Spiel um den dritten Platz über den besten Torschützen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft entschieden. Der Italiener Salvatore Schillaci erzielte seinerzeit beim Sieg gegen England sein sechstes Tor für die Azzurri und sicherte sich so den Goldenen Schuh. So geschehen auch 1998, als der Kroate Davor Suker das Siegtor gegen die Niederlande schoss und sich – ebenfalls mit einem halben Dutzend Treffer – den Titel des besten Torschützen sicherte. Kroatien wurde damals bei seiner ersten WM-Teilnahme gleich Dritter.

Die UnverwüstlichenÜberhaupt ist Deutschland quasi Dauergast unter den letzten Vier. Bei 17 WM-Teilnahmen zog das Team ganze zwölf Mal ins Halbfinale ein. Die Deutschen sind auch das Team, das die vorletzte Partie der WM bisher von allen am häufigsten bestritten hat. Das Spiel am Samstag wird Deutschlands fünftes Spiel um Platz drei. Von den bisherigen vier wurden drei gewonnen und nur eines verloren. Im Port-Elizabeth-Stadion trifft die Nationalmannschaft zum zweiten Mal nach 1970 auf Uruguay, das auf eine Revanche für die Niederlage vor 40 Jahren hofft.

Mit drei Teilnahmen am "kleinen Finale" teilt sich Frankreich den zweiten Platz mit Brasilien. Ab Samstag dann rückt auch Uruguay auf diesen Platz vor. Schon 1954 und eben 1970 standen die Südamerikaner im "Spiel der Enttäuschten" auf dem Feld – und verloren sowohl gegen Österreich (1:3) als auch gegen Deutschland (0:1).

Fünf Mannschaften standen zwei Mal im kleinen Finale: Italien, Portugal, Polen, Österreich und Schweden. Ein Mal dabei waren England, Jugoslawien, die Sowjetunion, Chile, Belgien, Bulgarien, die Niederlande, Kroatien, die Türkei und die Republik Korea.

Rendezvous mit der GeschichteIn den Jahren 1962, 1998 und 2002 waren die Spiele um den dritten Platz insofern historisch, als die Beteiligten allesamt zum ersten Mal das vorletzte Spiel bestritten. 1962 kletterte Chile durch ein 1:0 gegen Jugoslawien aufs Treppchen. 1998 besiegte Kroatien die Niederlande mit 2:1, und 2002 schlug die Türkei die Republik Korea mit 3:2.

Zudem konnte die vorletzte Partie der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002 in Korea/Japan gleich mit drei nie zuvor da gewesenen Fakten aufwarten: Zum ersten Mal war eine asiatische Mannschaft beteiligt. Außerdem brachte die Begegnung das schnellste Tor der WM-Geschichte. Der Türke Hakan Sükür traf nach nur elf Sekunden. Und schließlich ist es die bis heutige einzige Partie um den dritten Platz, in der sich ein Gastgeber geschlagen geben musste.

AnekdotenBislang wurden im Spiel um den dritten Platz erst zwei Elfmeter gepfiffen. Der erste 1954 für Österreich. Ernst Stojaspal verwandelte gegen Uruguay. Der zweite 1990, ebenfalls verwandelt von Schillaci.

Zwei Mal hatten Spieler auch das Pech, ins eigene Tor zu treffen. Das erste Eigentor unterlief dem Uruguayer Luis Cruz 1954 gegen Österreich. Das zweite dem portugiesischen Verteidiger Petit 2006 gegen Deutschland.

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