FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

Katar 2022™

McDonald: Werde meinen Enkeln erzählen, dass ich für Montserrat gespielt habe

Montserrat celebrate during Concacaf Nations League qualifying
© Concacaf
  • Montserrat trifft auf El Salvador, Antigua und Barbuda, Grenada und die Amerikanischen Jungferninseln
  • Für Montserrat steht bereits das vierte Duell gegen El Salvador seit September 2018 auf dem Programm
  • Massiah McDonald sprach mit CONCACAF.com über die jüngsten Fortschritte des Teams

Zum vierten Mal seit September 2018 wird Montserrat auf El Salvador treffen, dieses Mal in Gruppe A in der ersten Runde der CONCACAF-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™.

Die beiden Teams waren in der ersten Woche der Qualifikation für die CONCACAF Nations League (CNL) im September 2018 aufeinander getroffen. Im Spätherbst kam es dann in Gruppe B der Liga B der CNL 2019/20 erneut zu zwei Partien.

Alle drei Spiele endeten mit Siegen El Salvadors, wenn auch nur knapp. Besonders knapp war es in der CNL im Herbst, als das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg El Salvadors erst in der letzten Minute fiel.

2021 bekommen die Emerald Boys bei einem Heimspiel eine weitere Chance gegen die Cuscatlecos und hoffen, nun endlich einen Dreier einfahren zu können.

"El Salvador war bei unserem letzten Aufeinandertreffen ein schwerer Gegner. Nach Spielanteilen hatten sie den Sieg wohl verdient, doch das Tor fiel erst in der 90. Minute – wieder einmal. Das scheint eine Spezialität von El Salvador zu sein", so Montserrats Mittelfeldspieler Massiah McDonald in einem Exklusiv-Interview mit CONCACAF.com imAnschluss an die Vorrundenauslosung.

"Das hätte auch anders ausgehen können. Fast hätten wir ein Unentschieden geholt. Es war ein tolles Spiel für die Jungs und ein großer Moment, denn wir sind nur das kleine Montserrat und haben El Salvador bis in die 90. Minute in Schach gehalten. Wir sprechen über Vollzeitspieler, die in den USA oder in El Salvador spielen. Wir jedenfalls sind mit vollem Herzen dabei. Für uns ist jedes einzelne Spiel wie ein Endspiel. Es bedeutet uns unglaublich viel. Daher geben wir stets alles. Viele Leute denken, wir wären immer noch das alte Montserrat, aber das ist nicht der Fall. Wir haben gute Spieler."

Montserrat hatte in der CNL-Qualifikation Platz elf belegt und die Qualifikation für den CONCACAF Gold Cup 2019 nur knapp verpasst. Neben El Salvador trifft das Team auf Antigua und Barbuda, Grenada und die Amerikanischen Jungferninseln. McDonald schätzt, dass es schwer wird, die Gruppe zu gewinnen. Doch er sieht Montserrat durchaus als Team, das bis zum Schluss im Rennen bleiben kann.

"Wenn ich ehrlich bin, ist es wohl etwas zu viel verlangt, über den Gruppensieg zu spekulieren. Aber wir scheinen immer wieder für eine Überraschung gut zu sein. Kaum jemand hatte erwartet, dass wir im vergangenen Jahr den Gold Cup nur knapp verpassen würden. Wir haben in sehr kurzer Zeit sehr viel geschafft. Ich denke, dass die Leute allmählich anfangen, auf uns aufmerksam zu werden. Wir haben eine Gruppe von Spielern zusammen, die in sehr kurzer Zeit vieles auf die Beine gestellt hat", so McDonald.

Eine treibende Kraft hinter dem Aufstieg Montserrats in den vergangenen Jahren ist eine Gruppe von in England geborenen und aktiven Spielern, die aufgrund ihrer Abstammung für die Karibikinsel spielberechtigt sind. Diese Kerngruppe hat Montserrat zu einem der unbequemsten Gegner in der Karibik gemacht - zumal auch die Anreise für die gegnerischen Teams durchaus unbequem ist.

"Es ist schwer, überhaupt nach Montserrat zu kommen. Es sind lange Anreisezeiten erforderlich. Das kommt uns natürlich entgegen, weil wir daran gewöhnt sind, unsere Gegner aber nicht. Wir kommen meist schon fünf Tage vor einem Spiel an, aber die gegnerischen Teams meist erst am Tag vor dem Spiel. Heiß ist es außerdem auch. Wir haben uns gut an die Bedingungen akklimatisiert und spielen meist einen englisch geprägten Fussball. Auch daher treten die anderen Teams nicht gern gegen uns an. Wir gehen durchaus robust zur Sache, haben aber auch Spieler mit sehr gutem Ballgefühl. Und wir haben mit Lyle Taylor einen der besten Stürmer der Championship (zweite englische Liga) im Team. Wir haben eine ganze Menge Spieler aus den hohen Ligen in England. Zusammen bilden wir eine sehr gute Mischung", so McDonald.

Der 29-Jährige vom CFC Eastwood hofft zudem darauf, dass sich die gesteigerte Aufmerksamkeit für den Fussball auch wirtschaftlich für die Insel auszahlt.

"Montserrat ist ein schönes Land. Es gibt viele schöne Strände, die nicht von Touristen überlaufen sind. Die Landschaft ist beeindruckend, überall ist es grün. Es gibt sehr schöne Aussichten. Somit wäre es schön, Montserrat etwas bekannter zu machen, damit die Leute vielleicht sogar über einen Urlaub hier nachdenken. Hoffentlich können wir dem Land wirtschaftlich und finanziell etwas zurückgeben", so McDonald.

Montserrat line up for a team photo
© Concacaf

Ein weiterer Faktor hinter dem Erstarken des Teams von Montserrat ist die ruhige Hand von Cheftrainer Willie Donachie, einem 68-jährigen Schotten mit einem überaus reichen Erfahrungsschatz.

"Er ist einer der erfahrensten Trainer, die wir uns nur wünschen könnten. Er kennt sich wirklich aus. Er hat für Schottland bei der WM gespielt und war bei Manchester City. Er weiß, wovon er spricht und er weiß, wie wir Spiele gewinnen können – und es funktioniert. Er brachte wirklich frischen Wind mit. Jeder erfüllt seine Rolle und leistet seinen Beitrag. Dass ich genau jetzt in dieser Zeit für Montserrat spiele und wo das noch hinführen kann, das werde ich wohl eines Tages meinen Enkelkindern erzählen", meint McDonald.

McDonald verweist allerdings auch schnell auf die Arbeit und die Verdienste anderer, darunter auch die jungen Nationalspieler, die dem Team stets helfen, sowie auch die Veteranen, die bei der Stange blieben, auch als Montserrat wie früher üblich meist hohe Niederlagen kassierte.

"Ich kam zum Team, als der Übergang eingeleitet wurde. Es gibt allerdings auch Spieler, die waren schon dabei, als es noch nicht lief, wie Mittelfeldspieler Dean Mason. Diese Spieler waren dabei, als Montserrat Resultate wie ein 1:7 einfuhr – und sie sind dabei geblieben. So mancher Spieler hätte sicher gesagt: 'Das tue ich mir nicht mehr an', doch diese Akteure sind bei der Stange geblieben und dafür zolle ich ihnen Respekt. Sie sind dabei geblieben, und wir stehen dank ihnen, wo wir stehen."

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