FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

FIFA Fussball-WM 2022™

Mauretanien und Ba im Höhenflug

Chikahoui Yassine(9) and Ba Abdoul(5) during the Return match between Tunisia and Mauritania
© imago images
  • Abdoul Ba ist Kapitän Mauretaniens
  • Das Team hat in acht Jahren in der FIFA-Weltrangliste über 100 Plätze gutgemacht
  • Nach dem Nationen-Pokal 2019 nehmen die Mauretanier Katar 2022 ins Visier

"Ich bin gern in der Rolle des Kleinen, der den Großen schlägt. Das ist eine Situation, die mir gefällt. Mit Mauretanien bin ich in derselben Position." Diese Aussage stammt von Corentin Martins, Nationaltrainer Mauretaniens, und er hat sie im Jahr 2015 am Mikrofon von FIFA.com gemacht. Das Team kämpfte damals um die erste Qualifikation für ein großes Turnier.

Fünf Jahre später kann man sagen, dass die Mauretanier es durchaus mit den Großmächten des Mutterkontinents aufnehmen können. Das Team konnte sich bei der letzten Auflage des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals unter den "großen Teams" Afrikas etablieren und ist in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ auf einem guten Weg. Kurz gesagt, Mauretanien hat einen enormen Entwicklungssprung gemacht, genau wie der 2,03 Meter große Teamkapitän Abdoul Ba.

Groß, stark und bescheiden

"Meine Körpergröße? Ich finde, sie bringt mehr Vor- als Nachteile mit sich", erklärt der 26-jährige Innenverteidiger im Gespräch mit FIFA.com. "Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, Profit daraus zu schlagen. Vor allem bei hohen Bällen ist es sehr nützlich, so groß zu sein! Ich finde, im Allgemeinen schlage ich mich eigentlich ganz gut!"

Diese Aussage des Giganten von AJ Auxerre duldet keinen Widerspruch. Schließlich kann die Nationalmannschaft Mauretaniens große Fortschritte verzeichnen, seit Ba dabei ist. In dem Jahr vor seiner ersten Nominierung rangierte das Team in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf dem 200. Platz. Acht Jahre später ist Mauretanien bis auf den 100. Platz des weltweiten Rankings vorgeprescht. "'Star', 'Führungsspieler', 'Stützpfeiler des Nationalteams' … ich mag solche Superlative nicht besonders. Aber meine Teamkameraden und ich spüren schon, dass die Menschen in unserem Land stolz auf uns sind, seit uns die Qualifikation für den Nationen-Pokal gelungen ist", erklärt der Spieler, der mit 39 Länderspielen zu den am häufigsten eingesetzten Akteuren zählt.

Seine Bescheidenheit ehrt ihn. Zweifellos hatte er auf dem grünen Rasen und abseits davon viel Einfluss auf die guten Ergebnisse seines Teams. Schließlich wurde er nicht umsonst zum Kapitän ernannt. Dennoch zieht der Innenverteidiger es vor, den Ball flach zu halten: "Das ist eine Ehre, aber in meinem Leben hat sich dadurch nicht viel verändert! Auf jeden Fall habe ich nicht das Gefühl, über anderen Spielern zu stehen", betont der Spieler, der in Dakar (Senegal) das Licht der Welt erblickte.

Players of Mauritania national team pose with national coach Corentin Martins and President Ahmed Ould (Photo courtesy of FFRIM)
© FIFA.com

Mannschaftsdienlich, optimistisch und besonnen

Tatsächlich sind die Fortschritte Mauretaniens auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Und obwohl Ba ausgesprochen effektiv ist, ist er natürlich nicht allein für die Erfolge verantwortlich, sondern vielmehr ein Glied in der Kette. "Unsere Fortschritte? Die sind auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen: den Trainer, den Stab, die Spieler, den Verband ... alle haben einen Beitrag geleistet. Es steckt viel Arbeit und ein enormer Zeitaufwand dahinter", bestätigt er. "Aber das zahlt sich aus!"

Nachdem es Mauretanien beim Afrikanischen Nationen-Pokal 2019 gelungen ist, mit Tunesien und Angola zwei ehemalige WM-Teilnehmer in Schach zu halten, hat das Team nun ein noch höheres Ziel anvisiert. In der zweiten Runde der Afrika-Qualifikation für die WM 2022 treffen die Mourabitounes in Gruppe B erneut auf die Adler von Karthago und darüber hinaus auf Äquatorial-Guinea und Sambia.

"Alles ist möglich!", meint er und erklärt abschließend: "In der Fussballgeschichte hat es schon reichlich Überraschungen und herausragende Aufholjagden gegeben. Es stimmt schon, dass wir Fortschritte gemacht haben, aber Mauretanien ist ein kleines Fussballland und die WM-Quali ist eine Riesenherausforderung. Aber warum nicht? Das Träumen kann uns keiner verbieten!"

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